Schweiz
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Die Verkäufe von E-Bikes sind auch im vergangenen Jahr deutlich schneller gewachsen als der gesamte Velomarkt. (Archivbild)

Aufgepasst: E-Bikes führen zu mehr Unfällen. Bild: KEYSTONE

E-Bikes erobern die Strassen – auch die Unfallzahlen steigen stark

Immer mehr Pendler satteln um. Dieses Jahr könnte jedes zweite verkaufte Velo einen Elektromotor haben.

Bruno Knellwolf / ch media



Das Velofahren war eine der wenigen Freiheiten während der Coronasperre. Die garantiert virenfreien Radwege waren der Ort, um die Enge des Hauses für eine Weile verlassen zu können. Ein Trend hin zum Zweirad? «Tatsächlich könnte sich eine Verschiebung zu Gunsten des Velos ergeben», sagt Daniel Schärer, Geschäftsführer des Verbands 2rad Schweiz. Um eine stabile Aussage zu machen, sei es allerdings zu früh. «Vermehrtes Homeoffice und weniger ÖV-Nutzung auf kürzeren Distanzen dies könnte dem Velo aber durchaus weiteren Schub verleihen.»

Zwar verkauften die Velohändler wegen der Schliessung der Läden bis zum 11.Mai zwanzig Prozent weniger Velos. Nun laufen die Geschäfte gemäss Daniel Schärer aber sehr gut, das Minus könne allenfalls noch wettgemacht werden. «Allerdings stehen wir vor grossen Lieferschwierigkeiten.»

355 schwer verletzte E-Bike-Fahrer

Zweiräder sind beliebt, vor allem die elektrischen. Im Jahr 2019 waren rund 37 Prozent der Verkäufe E-Bikes. Der Verband 2rad Schweiz geht von einer weiteren Steigerung gegen 50 Prozent aus. Das E-Bike hat schon vor Corona zu einer Zweirad-Mobilisierung in weiten Teilen der Bevölkerung geführt. Menschen, die sich vorher nie auf einen schmalen Velosattel geschwungen hätten, strampeln nun plötzlich Kilometer ab. Dank der E-Mountainbikes sogar in grosse Höhen.

«2019 gab es 355 schwer verletzte E-Bike-Fahrerinnen und -Fahrer, das ist ein neuer Höchststand.»

Marc Kipfer

Die Motorisierung des Velos macht das Fahren aber auch gefährlicher. «Die E-Bike-Unfallzahlen sind in den letzten Jahren praktisch parallel zu den Verkaufszahlen angestiegen», sagt Marc Kipfer von der Beratungsstelle für Unfallverhütung bfu. «2019 gab es 355 schwer verletzte E-Bike-Fahrerinnen und -Fahrer, das ist ein neuer Höchststand.» Elf E-Bike-Unfälle endeten gar tödlich.

Am häufigsten in E-Bike-Unfälle verwickelt ist die Altersgruppe der 45- bis 64-Jährigen. Weil die Verletzlichkeit der Senioren am grössten ist, gab es bei diesen die meisten Todesfälle, während jüngere E-Bike-Fahrer mit Verletzungen davon kommen. Die Mehrheit der E-Bike-Unfälle sind Schleuder- und Selbstunfälle. Das grösste Problem ist das Tempo. Da die Silhouette des Velofahrers schmal ist, werden die schnellen Bikes übersehen, was vor allem in Kreiseln oder auf Kreuzungen zu Kollisionen führt.

ABS wie im Auto und Helme mit Airbag

Das Velofahren soll deswegen niemandem vergrämt werden. Nach neuen Wegen, um Unfälle zu verhindern oder abzuschwächen, wird geforscht. Es gibt bereits E-Bikes mit ABS, also einem Antiblockiersystem wie in Autos. Velohelme, die an Rändern mit Airbag-Technologie ausgestattet sind, werden entwickelt. Bei Airbag-Westen gibt es gemäss Marc Kipfer noch Praktikabilitätsprobleme. Velohelme mit MIPS (Multi Directional Impact Protection System) schützen das Gehirn besser. Am besten ist es aber für Velofahrer sowieso, immer mit den Fehlern der anderen Verkehrsteilnehmer zu rechnen.

Nicht nur die Sicherheit wird erhöht, auch auf dem E-Bike-Markt gibt es neue Trends. In erster Linie grössere Reichweiten, dann auch E-Rennvelos und Lastenbikes aller Art.

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