Schweiz
Justiz

Hammerattacke auf Notenbankchef: 40-Jähriger vor Gericht in Basel

Hammerattacke auf Notenbankchef: 40-Jähriger vor Gericht in Basel

22.03.2023, 07:00

Am Basler Strafgericht muss sich am (heutigen) Montag ein 40-jähriger Schweizer wegen versuchter vorsätzlicher Tötung verantworten. Er soll den Chef der französischen Zentralbank François Villeroy de Galhau im Juni 2022 mit einem Hammer schwer verletzt zu haben.

Tatort aus Drohnenperspektive: der Centralbahnplatz.
Tatort: Der Centralbahnplatz in Basel.Bild: benjamin wieland

Der Beschuldigte soll am 26. Juni auf dem Centralbahnplatz in Basel Villeroy de Galhau unvermittelt angegriffen und ihm mindestens einen gezielten Schlag am Hinterkopf versetzt haben, wie es in der Anklageschrift heisst.

Der Bankmanager fiel daraufhin zu Boden, worauf ihm der Beschuldigte weitere Schläge versetzt haben soll. Der Begleiter von Villeroy de Galhau und zwei Passanten griffen ein und konnten den Angreifer festhalten.

Die Basler Staatsanwaltschaft kommt zum Schluss, dass der mutmassliche Täter mit seinen Hammerschlägen beabsichtigt habe, Villeroy de Galhau zu töten. Schliesslich könnten solche Schläge gegen den Kopf zu tödlich verlaufenden Verletzungen oder bleibenden Schädigungen führen. Womöglich habe der Beschuldigte den Tod des Angegriffenen oder eine schwere Verletzung aber auch «lediglich» in Kauf genommen, schreibt die Staatsanwaltschaft.

Schuldunfähig wegen Schizophrenie

Zum Motiv bestehen noch Unklarheiten. Unter Umständen habe er dies «aus einem wahnhaften Groll gegen die Finanzwelt» gemacht, wie es in der Anklageschrift heisst.

Der Beschuldigte habe vor seiner Tat auf seinem Smartphone die Informationen zur Jahresversammlung bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) abgerufen, die an diesem Tag stattgefunden habe. Vermutlich habe er den Chef der «Banque de France» als solchen auf der Strasse erkannt.

Die Staatsanwaltschaft stellt den Antrag auf eine stationäre psychiatrische Behandlung für den Beschuldigten. Der 40-jährige Schweizer sei schuldunfähig.

Ihm wurde im Jahr 2014 vom Spital eine paranoide Schizophrenie diagnostiziert. Dies geht auch aus einem Urteil des Bundesgerichts hervor. Dieses hält fest, dass die Schizophrenie gemäss psychiatrischem Gutachten zum Tatzeitpunkt die Fähigkeit des Beschuldigten zur Einsicht in sein Handeln beeinflusst haben könnte. (saw/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Filme und Stars, die man in Locarno nicht verpassen sollte
Das Locarno Film Festival wartet in diesem Jahr mit 233 Filmen auf; hinzu kommen die Stars, die an den Lago Maggiore reisen, und ein beachtliches Rahmenprogramm. Um hier die Übersicht zu wahren, hat Keystone-SDA eine Orientierungshilfe zusammengestellt.
Schauspielerin Isabella Rossellini: Bereits am Eröffnungsabend würdigt sie das Locarno Film Festival als Persönlichkeit, die das zeitgenössische Kino geprägt hat, mit dem Excellence Award. Einen Abend später, am 6. August, wird Rossellini in einer ihrer Paraderollen zu sehen sein, wenn der Film «Wild at Heart» (1990) von David Lynch auf der Piazza Grande gezeigt wird. Zudem trifft sie am Vormittag (10.30 Uhr) im Forum Spazio Cinema das Publikum.
Zur Story