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ARCHIV --- ZUM THEMA ANLEGERSCHUTZ STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILD ZUR VERFUEGUNG --- [GESTELLTE AUFNAHME/SYMBOLBILD] Bankkunden am Schalter bei Raiffeisen in Kuessnacht a. R., aufgenommen am 26. Juni 2012. (KEYSTONE/Martin Ruetschi) *** NO SALES, NO ARCHIVES ***

Unsere Bankguthaben sind auch mit Vollgeld nicht «bombensicher». Bild: KEYSTONE

Mit Vollgeld sind unsere Bankkonten «absolut sicher» – oder nicht?

Mit der Vollgeld-Initiative werde «unser Geld wieder sicher», behaupten die Initianten. Das trifft nur bedingt zu. Selbst das simple Sparkonto auf der Bank wird nicht besser geschützt als heute.



Vollgeld? Was ist das? In einer Umfrage von «Luzerner Zeitung» und «St.Galler Tagblatt» gaben 60 Prozent der Befragten an, sie hätten noch nie von der Volksinitiative gehört, über die am 10. Juni abgestimmt wird. Die Befragung stammt von Anfang Februar, doch allzu viel dürfte sich am Befund nicht geändert haben, denn der Abstimmungskampf läuft bislang auf Sparflamme.

Während das Initiativkomitee bereits im März vor die Medien trat, machen die Gegner erst jetzt langsam mobil. Letzte Woche erläuterte Finanzminister Ueli Maurer die ablehnende Position des Bundesrats. Er warnte dabei vor einem «Experiment mit ungewissem Ausgang». Allerdings stösst die Informationspolitik von Bund, Kantonen und Nationalbank den Initianten sauer auf.

Die Behörden würden «verzerrt und lückenhaft» über die Initiative informieren, klagen sie und beziehen sich auch auf das Abstimmungsbüchlein. Michael Derrer, Unternehmer, Hochschul-Dozent, nebenamtlicher Bezirksrichter in Rheinfelden (AG) und «Sympathisant» der Vollgeld-Initiative, hat deshalb eine Abstimmungsbeschwerde beim Aargauer Regierungsrat eingereicht.

Geld in der Matratze

Der Vorwurf der nicht gerade astreinen Information fällt jedoch auf die Initianten zurück. Neben ihrem Grundanliegen, dass nur noch die Nationalbank Geld «herstellen» darf, werben sie vor allem mit dem Thema Sicherheit. «Mit der Vollgeld-Initiative wird unser Geld wieder sicher», heisst es in einem Faltblatt, das letzte Woche an die Schweizer Haushalte versandt wurde.

Ein Video des Initiativkomitees, das auf YouTube bereits über 200'000 Aufrufe verzeichnete, treibt das Sicherheitsargument auf die Spitze. Ein Mädchen erklärt darin seinem Grossvater, der sein Bargeld aus Misstrauen gegenüber den Banken in die Matratze stopfen will, dass die Bankkonten bei einer Annahme der Vollgeld-Initiative «absolut sicher» werden. Was der alte Mann gerne hört.

Lohnkonten werden «bombensicher»

Die Realität sieht anders aus. Wirklich «sicher» sollen nur die Lohn- oder Privatkonten werden, über die der Zahlungsverkehr abgewickelt wird. Geld auf Sparkonten «ist weiterhin im Krisenfall gefährdet, weil es ein Darlehen an die Bank darstellt», räumt Raffael Wüthrich ein, der Sprecher des Initiativkomitees. Den Vorwurf der Fehlinformation weist er zurück. Um Zahlungen vorzunehmen, müsse man heutzutage ein Konto auf einer Bank haben. 

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Der Werbeclip der Initianten. Video: YouTube/Vollgeld-Initiative

Das Geld darauf gehöre automatisch zur Bilanz der Bank, wodurch es bei einem Bankrott gefährdet sei. Bei einer Annahme der Vollgeld-Initiative werde das Lohnkonto «bombensicher», ist der Initiativsprecher überzeugt: «Der Konsument hat in Zukunft die Wahl. Er belässt sein Geld auf einem sicheren Vollgeldkonto, wie beim Bargeld wohl ohne Zins. Oder er deponiert es auf einem risikobehafteten Sparkonto, sodass die Banken damit arbeiten können, und erhält dafür einen Zins.»

Die Vollgeld-Initiative will das Finanzsystem sicherer machen. Die Banken sollen aber weiterhin Kredite vergeben können, einfach nicht mehr mit «selbst erzeugtem» Geld. Sie würden es in Zukunft von den Sparern oder als Darlehen von der Nationalbank erhalten. Mit einem Kredit ist aber auch ein Ausfallrisiko verbunden, das bis zum Konkurs einer Bank gehen kann.

Einlegerschutz für Sparkonten

«Absolut sicher» werden die Bankkonten also nicht, wie es das Video suggeriert. Raffael Wüthrich ist dennoch überzeugt, dass das Geld auf den Lohn- und Sparkonten «sehr viel sicherer sein wird als heute». Der heutige Einlegerschutz beim Konkurs einer Bank von maximal 100'000 Franken pro Kunde sei zukünftig bei Lohnkonten nicht mehr nötig und könnte gänzlich für Sparkonten beansprucht werden.

Wirklich sicher ist Geld nur, «wenn man es in einen Tresor versorgt», um einen namentlich bekannten Gewährsmann zu zitieren. Die Vollgeld-Initianten wecken beim Thema Sicherheit Erwartungen, die sie nur bedingt erfüllen können. Vielleicht sollte der Grossvater sein Erspartes doch in die Matratze stecken.

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    Alle Leser-Kommentare
  • trubi 26.04.2018 13:49
    Highlight Highlight Das ist es ja, was die Vollgeld-Initiative für die Allgemeinheit so vorteilhaft macht.
    1) Das Geld auf dem Privatkonto ist von Bankenpleiten unabhängig und somit absolut sicher.
    2) Für Geld auf dem Sparkonto gilt weiterhin die Einlagensicherung (total 6 Milliarden).
    Damit entlastet die Vollgeld-Initiative die Einlagensicherung enorm und macht für mehr als 90% der Bevölkerung die Ersparnisse auf der Bank sicher.
    Die Vollgeld-Initiative ist damit der erste praktische Lösungsvorschlag nach 10 Jahren, der das too-big-to-fail-Problem löst!
    4 0 Melden
  • El diablo 25.04.2018 19:56
    Highlight Highlight Bitte Schweizer. Schickt diese Initiative den Bach runter. Ich studiere Wirtschaft und kann daher sagen, dass diese Initiative ein Risiko ist. Sie ist nicht sinnlos, aber zu radikal. Man sollte aber kein System reparieren wollen, das bestens funktioniert und das tut es.
    1 5 Melden
  • mogad 25.04.2018 13:56
    Highlight Highlight Vollgeld! D.h. die Banken können nicht mehr unkontrolliert Geld aus dem Nichts schöpfen für Kredite, sie müssen Kredite für die kein Vollgeld vorhanden ist (Vermögen von Kunden) bei der SNB beantragen. Resultat. Geringere Gefahr von Blasen. Die haben ja die Neigung zu platzen!
    4 0 Melden
  • D(r)ummer 25.04.2018 13:35
    Highlight Highlight Wollen wir weiterhin mit diesem System an die Wand fahren?
    Oder wollen wir ein wenig vom Gas und wenigstens eine Kursänderung versuchen?

    Bei ersterem: Nein Stimmen
    Bei letzterem: Ja Stimmen.

    Ob wir jetzt mit dem, diesem oder jenem System durchdrehen kommt auch nicht mehr drauf an.
    Nicht, dass mir wieder (wie bei der Einheitskrankenkasse) einer kommt und sagt: "Ach hätten wird das doch angenommen."

    2 0 Melden
  • ZaharztAua 25.04.2018 12:58
    Highlight Highlight Dank dieser Initiative weiss ich jetzt, dass die Banken das Geld das sie verleihen, gar nicht bei der SNB gegen Zins beziehen, sondern mit ein paar Mausclicks "schaffen".

    Für diese paar Mausclicks und ein paar Papiere ausdrucken zum Unterschreiben verlangen die also 4 bis 7 % Zins auf den Kredit !!! Absoluter Wucher.

    Dieser "Aufwand" der Banken ist nicht mehr als 0,5% wert.

    Und Kreditrisiko? Wohl kaum: Kredit gibt es bei diesen Banken nur gegen SICHERHEITEN. Wo ist denn noch das Risiko?
    5 1 Melden
  • Michael Schwyzer 25.04.2018 12:27
    Highlight Highlight Was viele nicht wissen:

    Die Einlagensicherung bis 100'000 Fr. pro Person und Bank ist ein schlechter Witz. Sie umfasst nur 6 Mia. Franken. Schon in einer kleinen Krise gehen viele Bankkunden leer aus, da diese 6 Mia. Franken nicht mal 2% der Kundenguthaben abdecken!

    Und der Bunderat sagt hemmungslos: Bis 100'000 Fr. ist alles sicher. So eine Lüge!

    Hier die Quelle: https://www.esisuisse.ch/de/faq
    4 0 Melden
  • Michael Schwyzer 25.04.2018 12:11
    Highlight Highlight Die Guthaben auf unseren Konten sind nur Versprechen (der Bank) auf die Auszahlung von echtem Geld (= gesetzliches Zahlungsmittel = Franken).

    Heute ist es falsch davon zu sprechen, man habe 100 Franken auf dem Bankkonto. Richtig wäre: Ich habe bei Bank XY Anspruch auf die Auszahlung von 100 Franken.

    Geld und eine Forderung auf Geld sind nicht dasselbe. Spätestens wenn die Bank meiner Forderung nicht nachkommen kann, mir also am Schalter keine 100 Franken Bargeld auszahlen kann, wird das auch die Mehrheit der Menschen merken.
    91 7 Melden
    • Watcher 25.04.2018 13:18
      Highlight Highlight Schön, dass wir auf nicht existentes Geld noch Zinsen zahlen.
      3 2 Melden
  • Fischra 25.04.2018 11:54
    Highlight Highlight Die Vollgekdinitiative mag ein Ehrlicher Gedanke sein welcher aber nur in der Theorie Funktioniert und somit nicht umsetzbar ist. Lassen wir es wie es ist hnd das System funktioniert noch eine Weile.
    31 72 Melden
    • Michael Schwyzer 25.04.2018 12:34
      Highlight Highlight Und wo ist die Begründung für die Behauptung, es würde in der Praxis nicht funktionieren?

      Es ist logisch unmöglich, ohne praktsiche Erfahrung zu belegen, dass etwas praktisch nicht funktioniert.

      Sie könnten höchstens ein theoretisches Argument bringen, wieso die Umsetzung nicht funktionieren sollte, aber Sie halten ja scheinbar nicht so viel von Theorie.
      2 1 Melden
    • Rico_H 25.04.2018 12:41
      Highlight Highlight Sie sagen es: es funktioniert noch eine weile, und dan? Lassen sie uns mutig einen Schritt nach vorne gehen
      3 1 Melden
    • Posersalami 25.04.2018 13:30
      Highlight Highlight Woher wollen Sie denn wissen, dass das nicht funktioniert?
      2 1 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Baffes 25.04.2018 11:26
    Highlight Highlight Eine weitere Ideologie die wirklich nur auf dem Papier funktioniert. Die Auswirkungen und Risiken sind dabei so gross, das man davor wirklich Angst haben sollte. Generell unterstütze ich ja die Idee das Finanzsystem zu reformieren. Aber ob dabei ein Holzhammer hilft?
    25 63 Melden
    • Michael Schwyzer 25.04.2018 12:42
      Highlight Highlight Was sind die Argumente hinter dieser Meinung?

      Und wie war das nochmals mit den ganzen Krisen im heutigen System?

      Und was ist mit der logsichen Tatsache, dass die im heutigen Geldsystem die Schulden nie zurückbezahlt werden können, da nie genug Geld dafür vorhanden sein wird? (Zusätzliches Geld erhöht nähmlich wieder die Verschuldung, solange die Geldschöpfung hauptsächlich an die Kreditvergabe gebunden ist.) Unser heutiges System kann nur zusammenbrechen, es ist eine reine Frage der Zeit.
      3 0 Melden
    • Simon Probst 25.04.2018 14:45
      Highlight Highlight anders merkt es die politik und finanzwirtschaft leider nicht - also besser noch mit dem vorschlaghammer
      3 0 Melden
  • Toerpe Zwerg 25.04.2018 10:37
    Highlight Highlight Angesichts des Aufstiegs von Kryptowährungen mutet die Vollgeldinitiative ein wenig romantisch an.
    30 57 Melden
    • Michael Schwyzer 25.04.2018 12:12
      Highlight Highlight Es mutet wenig romantisch an, sich eine Welt voller verschiedenster elektronischer Zahlungsmittel vorzustellen, aber über kein einziges sicheres elektronisches Zahlungsmittel zu verfügen.

      Da Bargeld immer mehr zurückgedrängt wird, ist elektronisches sichres Geld von der Nationalbank absolut notwendig.
      44 11 Melden
  • Pafeld 25.04.2018 10:34
    Highlight Highlight Wow, Herr Blunschi...

    Legitimierung der Manipulation des wohl allerheiligsten Abstimmungsbüchleins durch den BR weil das Initiativkommitee ein überspitztes Argument vorbringt...

    Behauptung, Bargeld im Tresor sei absolut sicher...

    Das Sie kein Fan der Initiative sind, ist nichts neues. Aber das können Sie besser...
    77 28 Melden
    • Die Erleuchtung 25.04.2018 11:58
      Highlight Highlight Das Abstimmungsbüchlein ist korrekt.
      Die Initianten haben bloss einige Zusammenhänge nicht verstanden.
      Ja die Initiative sagt einiges nicht explizit, was aber defacto Auswirkung von Vollgeld sein wird, im Büchlein wird das aufgezeigt. Aber natürlich sind ja die Vollgeldinitianten die Einzigen die verstehen wie Banken funktionieren und klagen deshalb gegen Bund, Kantone und Nationalbank, weil die es ja allesammt nicht verstanden haben oder noch besser, absichtlich Lügen. Die Vollgeldinitianten wären mal ein Fall für Hugo Stamm, wer mit denen einmal das Gespräch gesucht hat weiss was ich meine.
      22 49 Melden
    • Peter 25.04.2018 12:19
      Highlight Highlight Ich legitimiere überhaupt nichts, sondern verweise nur auf ein fragwürdiges Argument der Initianten, das in dieser Absolutheit schlicht falsch ist. Besser geht es nicht.
      22 28 Melden
    • Pafeld 25.04.2018 12:42
      Highlight Highlight Das es als Legitimierung genommen werden kann ist einer Qualität des Artikels geschuldet, die wir in dieser Form von ihnen nicht kennen. Normalerweise steht Blunschi für saubere und vor allem sehr breite Recherche.
      Der Artikel dagegen liest sich wie ein: Mimimi, das Komitee hat aber auch gelogen und überhaupt ist Geld im Tresor viel sicherer angelegt als mit Vollgeld.
      2 0 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Pitsch K. Matter 25.04.2018 10:27
    Highlight Highlight Klar ist das Sparkonto weiterhin gefährdet, aber die Bank darf bei Annahme der Vollgeldinitiative nur mit dem tatsächlichen Guthaben auf dem Sparkonto arbeiten und nicht aus dem Guthaben das 20-fache aus dem nichts erzeugen und dies verleihen. Die Bank wird gezwungen mit weniger Risiko zu arbeiten. Das Finanzsystem wird deutlich sicherer.
    126 39 Melden
    • Froggr 25.04.2018 16:16
      Highlight Highlight Oder werden sie eben genau weil sie nun weniger Geld zur Verfügung haben, das Risiko erhöhen um mehr Rendite zu erzielen? Ich weiss es nicht.
      0 1 Melden
    • Leena Müller 27.04.2018 00:06
      Highlight Highlight Um genau zu sein können Banken das 39-fache der Einlagen "ex nihilo" schöpfen (dies ist die Grenze der Giralgeldschöpfung bei den aktuell erforderlichen Mindestreserven von lächerlichen 2.5%).

      Echt schade fehlt mir das Geld für eine Banklizenz! Schon toll, wenn man mit einem Pauschalrabatt von 97.5% Einkaufen gehen kann...
      2 0 Melden
  • Ruffy 25.04.2018 10:26
    Highlight Highlight Diese Initiative ist mumpitz und verspricht das gelbe vom Himmel herunter, macht aber genau garnichts besser.

    https://insideparadeplatz.ch/2018/03/21/vollgeld-ist-rotester-kommunismus-lanciert-vom-ausland/
    26 62 Melden
    • Baffes 25.04.2018 11:31
      Highlight Highlight Das Blaue!! Was ist denn da oben bitte gelb mal abgesehen von der Sonne?
      29 5 Melden
    • Michael Schwyzer 25.04.2018 11:55
      Highlight Highlight Vollgeld ist weder vom Ausland lanciert, noch kommunistisch. Das ist absruder Unsinn.

      Im Gegeteil: Die Initiative fast vollständig von Schweizern finanziert, nur von Schweizern unterschrieben (!) und sie schafft gelich lange Spiesse im Wettbewerb der Finanzunternehmen.
      49 13 Melden
    • Posersalami 25.04.2018 13:32
      Highlight Highlight Insideparadeplatz.ch ist in diesem Fall sicher keine seriöse Quelle. Ebensogut können sie auf die Chemieindustrie verweisen wenn es um die angebliche Ungefährlichkeit von gewissen Pestiziden geht.

      Nein, da müssen sie selbst das Gehirn anstregen.
      3 0 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • ThomasMayer 25.04.2018 10:22
    Highlight Highlight Es ist doch ganz einfach. Mit Vollgeld hat jede und jeder folgende beiden Möglichkeiten:
    1. Geld auf dem Privatkonto behalten. Das ist dann "elektronisches Bargeld" der Nationalbank. Der Tresor ist das Bankkonto, das absolut vor Bankenkrisen geschützt ist.
    2. Geld der Bank leihen, so dass diese es weiterverleihen kann. Dafür bekommt man Zinsen, aber man hat das Geld selbst nicht mehr, sondern muss warten, bis man es von Bank wieder zurückbezahlt bekommt.
    43 13 Melden
    • Michael Schwyzer 25.04.2018 12:19
      Highlight Highlight Richtig!

      Normale Leute wollen entscheiden können, ob sie ihr hart Erarbeitetes sicher sparen oder risikobehaftet investieren wollen.

      Heute muss man zum Sparen aufwändigerweise einen Tresor kaufen oder ein Schliessfach mieten, damit man darin Bargeld horten kann. Das ist doch nicht zeitgemäss!

      Wir brauchen die Wahlmöglichkeit, unsere Ersparnisse sicher und bequem auf einem Geldkonto lagern zu können (ohne dass wir dafür zwangsläufig am Geschäftsrisiko unserer Bank "beteiligt" sind).

      Ja zu sicherem Geld von der Nationalbank! Nein zu Bankenspekulation auf unsere Kosten!
      49 8 Melden
  • SpikeCH 25.04.2018 10:14
    Highlight Highlight Gut geschrieben!
    diese Vollgeld initiative und auch die evtl kommende 99% Initiative sind extrem gefährliche Unterfangen, die unser Land, als renommierten Finanzplatz zurück in die Steinzeit katapultieren könnten. Dieses Risiko möchte ich persönlich bei einem tatsächlich sehr geringen Effekt nicht eingehen....
    24 68 Melden
    • ThomasMayer 25.04.2018 18:30
      Highlight Highlight Schauen Sie doch einfach mal in Ihren Geldbeutel. Da ist Vollgeld, Schweizer Franken, herausgegeben von der Nationalbank. Was soll daran bitte "extrem gefährlich" sein?
      3 0 Melden
    • _kokolorix 25.04.2018 23:31
      Highlight Highlight Ich wage zu behaupten, dass dieser renommierte Finanzplatz uns Milliarden kostet und nur wenigen Tausend etwas bringt. Kein Skandal in der Welt ohne das unsere Banken darin eine unrühmliche Rolle spielen. Der Bundesrat ist permanent damit beschäftigt die unanständigen Praktiken unserer Grossbanken international zu verteidigen oder zu vertuschen. Zahlen tut der Steuerzahler, abkassieren tun die Aktionäre und Topmanager der Banken
      3 0 Melden
  • messanger 25.04.2018 10:14
    Highlight Highlight Das Geld ist auch im Tresor nicht sicher:

    Der Tresor könnte gestohlen werden,
    Der Schliessmechanismus get Kaputt oder der Code vergessen.

    Oder die Noten werden nach langer Zeit ungültig (wie kürzlich ein Italiener erfahren musste: http://www.20min.ch/panorama/news/story/Mann-erbt-Millionen---doch-Geld-hat-keinen-Wert-mehr-25419407 )

    Und bei hoher Inflation verliert das Bargeld im Tresor erst recht an Wert.
    24 8 Melden
  • Herbert Anneler 25.04.2018 10:10
    Highlight Highlight So viel ich der Vollgeldinitiative auch abgewinnen kann - unsere Wirtschaft würde in ihrer Folge implodieren: Das Wachstum würde völlig einbrechen. Ob uns das gefällt oder nicht: unsere AHV, IV, Suva, Pensionskassen sind vom Wachstum abhängig. Aber genau das Wachstum will die VI einbremsen. Zwei Vertreter gaben mir gegenüber unumwunden zu, sie wollten die Menschen ändern, das Wachstum bremsen und sie so zum Verzicht zu zwingen. Wenn es an mir etwas zu ändern gibt (was immer der Fall ist😉), möchte ich das schon in eigener Verantwortung tun können! Die VI macht uns zu Gefangen unserer selbst.
    20 43 Melden
    • TheDan 25.04.2018 11:56
      Highlight Highlight Ist das nicht der grundsätzliche Fehler dass unser Wirtschaftssystem vom Wachstum abhängig ist? In einer Welt mit endlichen Resourcen kann es doch gar kein ewiges Wachstum geben.
      Ich denke die globale Wirtschaft ist langsam im Sättigungsbereich und wir sollten uns endlich Gedanken machen wie wir ohne Wachstum leben können.
      42 4 Melden
    • Michael Schwyzer 25.04.2018 12:03
      Highlight Highlight Vollgeld bremst das Wachstum nicht. Es würde es ankurbeln. Das sagt zumindest ein Working Paper vom IWF.

      Aber Vollgeld befreit die Gesellschaft vom systemischen Wachstumszwang, der durch das jetzige Schuldgeldsystem erzeugt wird: Solange Geld nur durch Kredite entsteht (Bargeld ist ein vernachlässigbarer Anteil der Geldmenge), die verzinst werden müssen, müssen die Schulden exponentiell wachsen, während die Geldmenge konstant bleibt. (Es sei denn es werden zusätzliche Kredite vergeben, was aber das Problem nur vervielfacht.) Dieses Auseinanderdriften kann nur durch eine Krise gelöst werden.
      31 6 Melden
    • barmi 25.04.2018 12:41
      Highlight Highlight Sie glauben aber nicht dass es ewig in diesem Tempo weitergeht?

      Die Geldmenge ist im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung in den letzten ca. 15 Jahren 5-6x schneller gewachsen als die Realwirtschaft, das unendliche Wachstum gibt es nicht und lieber mit 20km/h als mit 120km/h in eine Wand crashen.
      2 0 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • icarius 25.04.2018 09:45
    Highlight Highlight Ich bin kein Finanzexperte aber würde es nicht sehr schwierig werden überhaupt noch einen Kredit zu bekommen wenn dieser nur aus anderen Kundeneinlagen stammen darf? Die Banken würden doch sicherlich sehr zurückhaltend sein bei der Kreditvergabe wenn deutlich weniger Kapitel zur Verfügung steht und ein Ausfall derart einschneidende Konsequenzen hat.
    27 12 Melden
    • Baffes 25.04.2018 11:33
      Highlight Highlight Das ist zu Befürchten, ja. Kredite würden wahrscheinlich abartig teuer werden und Wachstum völlig abwürgen.
      15 24 Melden
    • fcsg 25.04.2018 12:01
      Highlight Highlight Nicht unbedingt, die Geldmenge wäre dann einfach direkt durch die Nationalbank bestimmt. In der Folge könnten nur soviele Kredite durch Banken vergeben werden wie die Nationalbank Gelder zur Verfügung stellt. Da Kredite die Grundlage unserer Wirtschaft sind und ohne sie nicht mehr investiert werden würde, könnte die Nationalbank eigentlich nur die bisherigen Kredite in Vollgeld umwandeln. Viel spannender wäre die Frage wie flexibel dieses System dann noch ist, wenn faktisch ein einziges Institut über die Vergabe von Krediten entscheidet, indem die Geldmenge direkt gesteuert wird.
      16 3 Melden
    • Michael Schwyzer 25.04.2018 12:07
      Highlight Highlight Wenn es zu wenig Kredite geben würde, würden (neben den Kreditzeinsen) die Zinsen auf den Sparkonten steigen und mehr Leute wären bereit, ihr Geld vom sicheren Geldkonto zu nehmen und der Bank zum Verleihen zur Verfügung zu stellen. Das nennt sich Geld-/Kapitalmarkt.

      Sollten die Marktzinsen zu hoch ausfallen, kann noch immer die Nationalbank den Banken Geld verleihen, wie es ausdrücklich im Initiativtext heisst (zudem werden alle andren geldpolitischen Instrumente der SNB weiterhin verfügbar sein, auch wenn der BR anderes Behauptet).
      22 7 Melden
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