Schweiz
Waffen

Weniger CO2 – Schweizer Luftwaffe testet nachhaltigen Treibstoff

Weniger CO2 – Schweizer Luftwaffe testet nachhaltigen Treibstoff

24.05.2023, 16:25
Mehr «Schweiz»

Die Schweizer Luftwaffe hat den Einsatz von nachhaltigem Flugtreibstoff getestet. Dafür wurde auf dem Flugplatz in Payerne VD eine Cessna 560 XL Citation Excel mit einem Treibstoffgemisch mit einem Anteil von rund einem Drittel nachhaltigem Treibstoff getankt, wie das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) am Mittwoch mitteilte.

Ein solches Treibstoffgemisch erfordere keine technischen Anpassungen am Flugzeug oder an der Tankanlage. Das verwendete Treibstoffgemisch enthält laut Angaben des Bazl weniger Schwefel, weniger aromatische Kohlenwasserstoffe und rund 35 Prozent weniger fossilen Kohlenstoff (CO2). Hergestellt wird der nachhaltige Anteil demnach mit einem zertifizierten Verfahren aus organischen Abfällen wie Altspeiseöl und tierischen Fetten.

Das Bazl erhofft sich dadurch eine Reduktion der CO2-Emissionen der Luftwaffe. «Das Ziel ist Netto-Null bis 2050. Das heisst für die Schweizer Luftwaffe, dass wir den Anteil an nachhaltigem Treibstoff so weit wie möglich erhöhen in den nächsten Jahren», sagte Amilcare Foglia, Umweltchef beim Armeestab gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Langfristig wolle die Luftwaffe den Anteil nachhaltiger Treibstoffe auf 50 Prozent anheben.

Messungen am Boden

Die Messungen finden am Boden statt. Dabei durchläuft ein Triebwerk den gesamten Leistungsbereich, jeweils mit und ohne beigemischtem nachhaltigen Flugtreibstoff. Hinter dem Triebwerk wurde dafür ein Messsystem positioniert.

In Zusammenarbeit mit der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) und des Paul Scherrer Instituts (PSI) wertet das Bazl im Anschluss die gemessenen Emissionsveränderungen aus. Finanziert werden die Messungen unter anderem durch die Schweizer Steuer auf Flugtreibstoffen für Inlandflüge.

Linienflüge nutzen es schon

In der kommerziellen Luftfahrt werden Treibstoffgemische mit Anteilen an sogenannten Sustainable Aviation Fuels (SAF) indes schon länger verwendet. Zahlreiche Airlines setzen bereits auf bestimmten Strecken nachhaltigen Treibstoff ein. Am Flughafen Zürich werden seit Juli 2021 Flugzeuge mit einem kleinen Anteil an SAF betankt.

In Frankreich schreibt seit 2022 ein Gesetz Treibstofflieferanten beim Verkauf von Flugkraftstoffen einen Mindestanteil an einem Prozent SAF vor. Der erste Testflug mit SAF fand 2008 mit der Fluggesellschaft Virgin Atlantic statt. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Die schwersten Unfälle der Schweizer Luftwaffe der letzten Jahre
1 / 15
Die schwersten Unfälle der Schweizer Luftwaffe der letzten Jahre
28. September 2016: Ein Helikopter der Schweizer Armee stürzt beim Gotthard ab. Zwei Piloten kommen ums Leben, eine Person wird verletzt.
quelle: epa/keystone / ti-press / samuel golay
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Militär-Flugzeug zerstört Spital-Landeplatz
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Steinmaur: Kind stirbt bei Verkehrsunfall
Bei einem Verkehrsunfall am Donnerstagabend zwischen einem Personenwagen und einem Kind in Steinmaur ist dieses schwer verletzt worden und auf der Unfallstelle verstorben.

Um 17.30 Uhr fuhr ein 50-jähriger Lenker mit seinem Personenwagen und einem angehängten Pferdewagen durch Obersteinmaur und bog von der Hauptstrasse oder von der Riedterstrasse in die Bachserstrasse ab. Dabei kam es auf dem Fussgängerstreifen aus derzeit unbekannten Gründen zur Kollision zwischen dem Fahrzeuggespann und einem 2-jährigen Buben. Von der Kollision erlitt der Bube schwerste Verletzungen und erlag diesen trotz Reanimationsmassnahmen auf der Unfallstelle.

Zur Story