Schweiz
Wallis

Brand in Crans-Montana: Der Besitzer der Bar bricht sein Schweigen

Police officers inspect the area where a fire broke out at the Le Constellation bar and lounge leaving people dead and injured, during New Year’s celebration, in Crans-Montana, Swiss Alps, Switzerland ...
Jacques und Jessica M. sind seit 2015 im Besitz der Bar «La Constellation», in der in der Silvesternacht ein verherender Brand ausgebrochen ist. Bild: keystone

Der Besitzer der Bar bricht sein Schweigen: «Alles hat den Vorschriften entsprochen»

Der Besitzer der Bar «La Constellation» hat gegenüber 20 Minuten in Crans-Montana versichert, dass er mit der Justiz kooperiere und alles tue, was er könne.
02.01.2026, 20:1907.01.2026, 09:37

Jacques M., der aus Korsika stammt und zusammen mit seiner Frau Jessica M. die Bar seit 2015 geführt hat, sprach am Freitag kurz mit Journalistinnen und Journalisten von 20 Minuten, nachdem er von denen vor seinem Haus in Crans-Montana angetroffen wurde. Er sagte:

«Wir werden alles tun, was in unserer Macht steht, um zur Klärung der Ursachen beizutragen. Wir tun alles, was wir können. Auch unsere Anwälte sind eingeschaltet.»
Jacques M.

In einem Telefonat mit der Redaktion von 24 Heures erklärte Jacques M., dass seine Bar «innerhalb von zehn Jahren dreimal» kontrolliert worden sei und dass dann «alles den Vorschriften entsprochen» habe. Stéphane Ganzer, der Walliser Sicherheitsvorsteher, sagte in einer Pressekonferenz am Freitagnachmittag, dass für diese Art von Lokalen eigentlich eine jährliche Kontrolle empfohlen sei.

Die kantonalen Behörden gehen derzeit davon aus, dass der schalldämmende Schaumstoff an der Decke das gesamte Lokal in Brand gesetzt haben dürfte, nachdem er durch Wunderkerzen die an Champagnerflaschen befestigt waren, Feuer gefangen hatte. Videos, die diese Hypothese stützen, zirkulieren auch in den Sozialen Medien.

Als Auskunftspersonen befragt

Das Betreiberpaar Jessica und Jaques M. sind von der Staatsanwaltschaft als Auskunftspersonen angehört worden, erklärte Beatrice Pilloud, die Walliser Generalstaatsanwältin, an derselben Pressekonferenz am Freitagnachmittag. Dieser Status bedeutet, dass sie bisher nicht offiziell angeklagt worden sind, ihre Verwicklung in den Fall jedoch zum jetzigen Zeitpunkt der Ermittlungen nicht ausgeschlossen werden kann, wie 24 Heures berichtet.

Jacques M. sagte gegenüber 20 Minuten:

«Wir können weder schlafen noch essen, es geht uns allen sehr schlecht.»

Der Mann befand sich zum Zeitpunkt des Brandes nicht in der Bar. Seine Frau hingegen war vor Ort und erlitt Verbrennungen am Arm, wurde aber bereits aus dem Krankenhaus entlassen.

Bei dem Brand, der sich in der Nacht vom 31. Dezember auf den 1. Januar in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana im Wallis ereignet hat, sind laut Angaben der kantonalen Behörden bisher 40 Menschen um Leben gekommen. 119 weitere wurden verletzt, wovon bisher 113 Verletzte identifiziert werden konnten und 80 sich in kritischem Zustand befinden. (jah/lyn)

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147 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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w'ever
02.01.2026 20:27registriert Februar 2016
als jemand der immer wieder mit der feuerpolizei zu tun hat... da ist nie immer alles in ordnung. die finden immer etwas zu beanstanden, und das ist auch gut so.
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TheHawk
02.01.2026 20:59registriert März 2020
Ich hab selbst jahrelang in Nacht- und Partylokalen gearbeitet. Zum Teil durften nicht einmal Wunderkerzen angezündet werden, weil sich brennbares Material (Molton-Vorhänge) im Raum befanden - Da war die Feuerpolizei rigoros (zu Recht!)

Vielleicht sind ja die Vorschriften im Wallis lockerer, who knows.... Ich hoffe einfach für alle, dass es eine Verkettung unglücklicher Umstände war - die Last und die Schuld, die ein einzelner Schuldiger tragen müsste, wäre unerträglich.
So oder so, eine unfassbare Tragödie die einem schon zu denken gibt.
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flegenheimer
02.01.2026 22:58registriert August 2023
Also wen ein Kanton seine eigene Interpretation und Anwendung von Regeln hat, dann ganz sicher das Wallis.

Nichts für ungut. Aber ist so.
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