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Calmy-Rey fordert Konsequenzen nach Crans-Montana

Former Swiss Federal President Micheline Calmy-Rey participates in the Sunday mass at the catholic chapel of Saint-Christophe dedicated to the victims of the fire at the 'Le Constellation' b ...
Altbundesrätin Micheline Calmy-Rey an einer Gedenkveranstaltung für die Opfer der Brandkatastrophe in Crans-Montana.Bild: keystone

«Vetternwirtschaft muss aufhören»: Calmy-Rey fordert Konsequenzen nach Crans-Montana

10.01.2026, 21:3311.01.2026, 03:40

Der aus Crans-Montana stammenden alt Bundesrätin Micheline Calmy-Rey geht die Brandkatastrophe persönlich sehr nah. Vieles sei schiefgelaufen, erklärte sie in einem Interview mit dem «Blick». Behörden und Eigentümer der Bar trügen die Verantwortung für das, was passiert sei.

«Es ist einfach schrecklich. Die Menschen weinen, man spürt diese Last überall» sagte Calmy-Rey. Für sie gebe es ganz klar ein Davor und ein Danach der Katastrophe. Nichts sei mehr wie früher. Es tue ihr unendlich leid für die Familien, deren Kinder ihr ganzes Leben noch vor sich gehabt hätten. Dieser Schmerz sei kaum auszuhalten.

Micheline Calmy-Rey, die in Sitten aufgewachsen ist, stammt ursprünglich aus Crans-Montana. Sie besitzt dort zusammen mit ihren Schwestern ein Chalet, wie der «Blick» schreibt. Dort sei sie auch gewesen, als sich die Brandkatastrophe in der Bar «Le Constellation» ereignet hat. Auch die Tage nach der Silvesternacht weilte sie noch in Crans-Montana.

In Crans-Montana kenne fast jeder jemanden, der betroffen sei, sagte die ehemalige Bundesrätin. Man höre jeden Tag von neuen Schicksalen. Crans-Montana könne jetzt kein Ort mehr sein, an dem man einfach unbeschwert lache. Es fühle sich an wie ein Friedhof. Der Ort sei nicht mehr derselbe.

Druck von Medien und Anwälten ist wichtig

«Es sind Fehler passiert, das muss klar benannt werden. Die Untersuchungen müssen nun sorgfältig und konsequent durchgeführt werden», sagte die Alt Bundesrätin weiter. Jetzt sei der Moment, sich zu entschuldigen – aber Entschuldigungen allein reichten nicht. Der Druck von Medien und Anwälten der Familien sei richtig und notwendig und zwinge die Walliser Behörden dazu «das Richtige zu tun».

«Es muss Schluss sein mit kleinen Abmachungen und mit Verflechtungen zwischen Politik und persönlichen Interessen». Diese Vetternwirtschaft müsse aufhören, auch wenn man sich kenne. Die Wahrheit müsse ans Licht kommen, so Calmy-Rey weiter. (sda)

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Lusch
10.01.2026 21:51registriert Oktober 2017
Sie hat absolut recht, nur den Besitzer in Untersuchungshaft zu nehmen ist meiner Meinung nach ein Witz!
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maruhu
10.01.2026 21:58registriert Januar 2021
Und wie Sie recht hat, absolut !
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Rivka
10.01.2026 23:31registriert April 2021
Das sage ich, seit ich über diese schreckliche Tragödie gelesen habe! Wenn die Walliser Behörden ihre Arbeit getan hätten, wären diese 40 Menschen noch am Leben und es müssten auch keine 100 Jugendlichen mit schwersten Brandverletzungen in Krankenhäusern behandelt werden!
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