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WEF: Jetzt ist klar ob das WEF in Davos bleibt

Das WEF weg von Davos? Jetzt ist der Fall klar

Seine Kontakte mit Jeffrey Epstein haben den WEF-CEO Børge Brende zum Rücktritt gezwungen. Nun übernimmt interimistisch ein Schweizer – und das hat Symbolkraft.
27.02.2026, 07:3827.02.2026, 07:38
Patrik Müller / ch media

Bei Skandalen ist derjenige, der mittendrin steckt, oft der Letzte, der realisiert: Es ist vorbei. So verhielt es sich auch bei Børge Brende, dem Chef des Weltwirtschaftsforums. Anfang Februar wurden seine Kontakte mit Sexualstraftäter Jeffrey Epstein bekannt. Da war klar, dass ein Rücktritt unvermeidbar sein würde. Noch am vergangenen Freitag, als CH Media mit ihm telefonierte, sah er keinen Grund, zurückzutreten.

epa12778035 (FILE) Norwegian Borge Brende, President and CEO of the World Economic Forum (WEF), addresses the media during a press conference of the World Economic Forum Annual Meeting 2024 in Cologny ...
Børge Brende tritt nach Epstein-Enthüllungen als WEF-Chef zurück.Bild: keystone

Brende stellte sich auf den Standpunkt, er habe nur «wenige Kontakte» mit Epstein gehabt – obwohl ihm unsere Redaktion darlegte, dass über 100 Nachrichten ausgetauscht worden waren. Nach der Publikation in der «Schweiz am Wochenende» wurde der Druck aus dem Stiftungsrat zu gross. Das Lenkungsgremium des WEF ist mit honorablen Persönlichkeiten besetzt. Sie wollten sich nicht vorwerfen lassen, einen CEO von zweifelhafter Integrität zu decken. Diese Dynamik war ebenso absehbar wie nun die Art der Kommunikation: Dass man so tut, als wäre Brende freiwillig abgetreten.

epa12663316 Managing Director of the World Economic Forum (WEF) Alois Zwinggi (L) shakes hands with Switzerland's Federal President Guy Parmelin (R) prior to a plenary session in the Congress Hal ...
Alois Zwinggi (links) mit Bundespräsident Guy Parmelin am letzten WEF in Davos: Er setzt sich für den Standort Davos ein.Bild: keystone

Der Sturz des Norwegers, der kurzzeitig vom Putsch gegen WEF-Gründer Klaus Schwab profitiert hat, führt zu einer bemerkenswerten Premiere: Ein Schweizer übernimmt interimistisch den CEO-Posten. Alois Zwinggi und Schwab waren über 15 Jahre ein eingespieltes Duo. Der Luzerner gilt als starker Verfechter eines «Schweizer WEF». Andere hohe WEF-Vertreter flirteten noch im letzten Monat mit anderen Standorten als Davos, in Amerika oder Asien. Jetzt ist diese Diskussion beendet. (aargauerzeitung.ch)

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Trio_Duo
27.02.2026 07:55registriert Februar 2025
Schade. Der Schandfleck hätte gut mit der gesamten Fifa in eins der Emirate ziehen können. Es täte der CH gut!
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Vegan-Pacman
27.02.2026 08:04registriert Juni 2025
Das WEF ist für die Schweiz diplomatisch und wirtschaftlich wichtig. Aber: wie die int. Politik oder Wirtschaft sollte das WEF einen Minimalstandard an die Integrität ihrer Gäste einfordern, damit das Treffen nicht zu einem neuen Little-Saint-James verkommt. Gut wäre z.B., dass Teilnehmer keine Verurteilungen aufweisen dürfen (nach Schweizer Recht). Das würde der Veranstaltung gut tun und hielte uns gewisse Subjekte vom Leib. Aber ich weiss: realistisch ist das nicht.
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Luusoner
27.02.2026 08:12registriert Juni 2024
Das WEF kann gerne weg...das brauchen wir nicht in der Schweiz.
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