Schweiz
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Orkanböen tobten mit 155 km/h

«Alexander» hat für eine stürmische Nacht gesorgt – Hochwasser in der Ostschweiz, Lawinengefahr in den Bergen



Schluss mit Winterzauber: Das Sturmtief Alexander hat am Samstag den Schnee im Schweizer Flachland bis auf einige klägliche Häufchen wegschmelzen lassen. Der zum Schmelzwasser hinzukommende Regen liess mancherorts Bäche und Flüsse über die Ufer treten. 

Alexander wehte ab Samstagnachmittag bis in die Nacht auf Sonntag hinein recht heftig durchs Land. Auf den Jurahöhen und auf ausgesetzten Berggipfeln gab es teilweise Orkanböen. Auch im Flachland waren die Winde stürmisch. 

Die stärksten Böen im Flachland wurden mit 104 km/h in Altdorf UR und mit 97 km/h in Luzern registriert, wie die Wetterdienste MeteoNews und MeteoSchweiz am Sonntag mitteilten. Auch Vaduz brachte es auf 97 km/h. Grund war gemäss den Meteorologen die Kaltfront, die mit ihrem Druckanstieg die Luft in die Alpentäler hinein drückte. 

Recht verbreitet waren Böen zwischen 60 und 90 km/h im Flachland. Auf dem Zürichberg wehte es mit bis zu 96 km/h. 

Noch ungemütlicher stürmte es in den Bergen. Die stärkste Windböe wurde mit 156 km/h auf dem Säntis gemessen. Auch auf dem Titlis sowie auf Jungfraujoch, Weissfluhjoch, Gütsch und Chasseral wurden Windgeschwindigkeiten von über 130 km/h registriert. 

Bahnwagen weggeweht 

Im Bahnhof Wasserauen AI wehte der gefürchtete «Laseyerwind» am Samstag kurz vor Mitternacht einen historischen Bahnwagen der Appenzeller Bahnen vom Bahndamm auf den darunterliegenden Parkplatz. Der noch für Ausstellungen genutzte Wagen aus dem Jahr 1886 ist Schrott, wie die Bahnen meldeten. 

Bereits am Samstag stellten die Appenzeller Bahnen zwischen Weissbad und Wasserauen auf Busbetrieb um. Das tun sie beim Aufkommen des «Laseyer»-Westwinds seit 2007. Der Bus bietet den starken Böen zum einen weniger Angriffsfläche und zum andern liegt die Strasse tiefer als das Bahntrassee. 

Schnee weg - Überschwemmungen 

Durch den teilweise heftigen Regen verschwand der Schnee in tiefen Lagen weitgehend, wie die Wetterdienste meldeten. In den Bergen herrscht wegen der grossen Neuschneemengen und Schneeverwehungen grosse Lawinengefahr. 

In der Ostschweiz traten wegen des Regens und des Schnee-Schmelzwassers mehrere Bäche über die Ufer. Zahlreiche Keller und Strassen wurden überflutet. 

Bei der Kantonspolizei St. Gallen gingen rund 30 Meldungen zu überfluteten Kellern, Geschäften und Ställen ein. Die Feuerwehr musste auch Strassen von herabgefallenen Ästen, aber auch von Schnee, Steinen und Geröll befreien. Insgesamt rückte die Feuerwehr rund 60 mal aus. 

Im Kanton Thurgau trat die Thur über die Ufer. Die Feuerwehr sperrte aus Sicherheitsgründen die Fussgängerwege entlang des Flusses. Bei der Kantonalen Notrufzentrale der Kantonspolizei Thurgau gingen insgesamt rund 35 Schadensmeldungen ein. Im Kanton Aargau standen die Wehrkräfte 25 Mal wegen überschwemmter Keller oder Strassen im Einsatz. 

In Basel musste die Schifffahrt auf dem Rhein wegen des hohen Pegelstandes eingestellt werden. Die Grossschifffahrt zwischen Basel und Birsfelden sowie der Fährbetrieb und die Kleinschifffahrt zwischen Basel und Rheinfelden wurden gesperrt, wie die Schweizerischen Rheinhäfen mitteilten. 

Ruhiger Sonntag 

Nach stürmischem Samstag und ebensolcher Nacht zeigte sich der Sonntag ruhiger. Während es am Samstag im Norden zwischen 9 und 12 Grad warm wurde, war der Höchstwert am Sonntag bereits kurz nach dem Datumswechsel erreicht. 

Nach Mitternacht war es im Norden 9 Grad warm. Dann sanken die Temperaturen bis am Nachmittag. Dabei zeigte sich ein deutliches West-Ost-Gefälle. Von Westen her klarte es auf. Am Genfersee erreichten die Temperaturen knapp 10 Grad, in der Ostschweiz 3 bis 4 Grad. 

In den Bergen herrscht wegen der grossen Neuschneemengen und Schneeverwehungen grosse Lawinengefahr. (erf/sda)

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