Schweiz
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ARCHIV - ZUM TAGESGESCHAEFT DER WINTERSSESSION UEBER DEN HITZESOMMER 2018 AM DONNERSTAG, 13. DEZEMBER 2018, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES THEMENBILD ZUR VERFUEGUNG - Stranded boats are pictured on the dried out shore of the Brenet Lake (French: Lac des Brenets) part of the Doubs river, a natural border beetwen eastern France and western Switzerland, this Friday, October 26, 2018. For several months, precipitation has been extremely low on Swiss territory. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Im letzten Sommer hatten viele Seen mit tiefen Pegelständen zu kämpfen. Im Bild: der Lac des Brenets. Bild: KEYSTONE

Droht uns ein extremer Hitzesommer? Die ehrliche Antwort: «keine Ahnung»

In deutschsprachigen Medien wird derzeit darüber spekuliert, ob uns ein zweiter Extremsommer droht. Die Quelle für die Voraussage ist der amerikanische Wetterdienst Accuweather. Bereits vor Jahren wurde der Wetterdienst für seine Prognosen kritisiert.



Was soll uns drohen?

Bild

accuweather

Der kommerzielle US-amerikanische Wetterdienst Accuweather schreibt Folgendes über den kommenden europäischen Sommer:

Wo ist das Problem?

Nun ja ... je weiter die Wetterprognosen in der Zukunft liegen, desto ungenauer werden sie. Die überwiegende Mehrheit der Meteorologen sind der Meinung, dass Tages-Prognosen, die weiter als 7 bis 10 Tage in der Zukunft liegen, nahezu nutzlos sind.

Nicht so Accuweather: Der Wetterdienst bietet längere Prognosen an als die Konkurrenz. Seit 2013 gibt's eine 45-Tage-Voraussicht. Accuweather pries es damals als «revolutionär» an, der Meteorologe Jason Samenow hingegen nannte sie einen «Witz». Doch anscheinend war der Dienst so lukrativ, dass 2016 die 90-Tage-Prognose folgte.

Samenow schreibt, dass der Informationsgehalt einer 45-Tage-Prognose gleich null sei. Genauso gut könne man einfach z. B. die Durchschnittstemperatur der vergangenen Jahre nehmen und sie mit den Rekordwerten vergleichen, und hätte dabei immer noch eine genauere Prognose als die von Accuweather.

Der Meteorologe kritisiert ausserdem, dass der Wetterdienst die wissenschaftliche Methode nicht offenlege und ihre vergangenen Prognosen nicht analysiere (zumindest nicht öffentlich).

Das sagen Meteorologen

Auch der wohl berühmteste Meteorologe im deutschen Sprachraum, Jörg Kachelmann, kritisiert in einem Twitter-Thread die unreflektierte Übernahme der Prognose.

Kachelmann sieht in der extremen Prognose des Wetterdienstes vor allem ein Versuch, in Europa Fuss zu fassen. Durch die alarmistische Prognose würde Accuweather eher zitiert und wahrgenommen.

Die Kritik im Detail: Einerseits heisst es in der Prognose, dass uns ein Extremsommer droht, andererseits sagen die Diagramme für Juni und Juli eine Rekordkälte voraus, wie das von Kachelmann präsentierte Beispiel Berlin zeigt:

Daniela Domeisen, Professorin am Institut für Atmosphäre und Klima an der ETH Zürich, sagte gegenüber der NZZ: «Für den Sommer 2019 können wir zurzeit noch keine zuverlässige Prognose machen. Wir müssen abwarten, welche Wetterlage die Atmosphäre im Sommer produziert.»

Und Stephan Bader, Klimatologe bei Meteo Schweiz, bemängelt die fehlende wissenschaftliche Grundlage des Berichts über den angeblich kommenden Extremsommer. Zur NZZ sagt er: «Entsprechend können wir dazu keine Stellung nehmen.»

Droht jetzt also ein Extremsommer?

Das Fazit von Jörg Kachelmann im «Tages-Anzeiger»:

«Die ehrlichste und wissenschaftlichste Antwort auf die Frage, wie denn der Sommer wird, wäre zum heutigen Tag: keine Ahnung.

Immerhin gibt es das Europäische Zentrum für Mittelfristige Wettervorhersagen (ECMWF), das weltweit die besten Langfristvorhersagen macht – sind zwar keine amerikanischen Experten, dafür viel besser. Vorhersagen über mehrere Monate sind generell mit Vorsicht zu geniessen, aber nach dem ECMWF soll der Sommer bei uns eher zu warm und zu trocken, aber nicht dramatisch heiss oder waldbrandesk ausfallen.

Halt so ein bitzli wie immer. In zwei Wochen kommt die neue Vorhersage.»

(jaw)

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
34Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • John H. 28.05.2019 19:07
    Highlight Highlight Well, Klima interessiert mich schon längerfristig. Wetter? - da schaue ich morgens aus dem Fenster und auf die Wetter-App - je nachdem nehme ich den Schirm mit oder ändere auch meine Pläne.
  • Pana 28.05.2019 19:03
    Highlight Highlight Ich schaue aus Prinzip nur mexikanische Wetterprognosen.
    Play Icon
  • Maya Eldorado 28.05.2019 18:44
    Highlight Highlight Ich fahre sehr gut mit meteoblue
    Die sind wenigstens ehrlich, wenn die Prognose unsicher ist.
    Schaut sie Euch mal an. Es ist ein Schweizer Produkt aus Basel und operiert mehr oder weniger weltweit.
  • Nelson Muntz 28.05.2019 17:58
    Highlight Highlight
    Benutzer Bild
  • DrFreeze 28.05.2019 17:04
    Highlight Highlight Da die Wahrscheinlichkeit dieser Vorhersage null ist, bedeutet dies im Umkehrschluss, dass der Sommer zu kalt und nass wird und die Wälder durch Pilzbefall zu Grunde gehen.
    Logisch, oder? 😂🤣
  • Patrik Hodel 28.05.2019 16:57
    Highlight Highlight AccuWeather?
    Ach komm, deren App zeigt nicht mal das momentane Wetter richtig an.
    Von wievielen Messtationen inder Schweiz beziehen die ihre Daten? 2?
  • Wiederkehr 28.05.2019 16:53
    Highlight Highlight nach Gretas Gesicht gibt es einen verregneten Sommer
    • Gubbe 28.05.2019 17:40
      Highlight Highlight Da muss sie vor lachen 1540 gekugelt sein.
  • Posersalami 28.05.2019 16:00
    Highlight Highlight Meine Güte

    Wenn die Medien jeden Scheiss hochkochen und unseriöser Weise verbreiten, ja dann kann ihnen niemand helfen. Solche Prognosen sind unseriös. Allenfalls kann man über 5-10 Jahre eine Tendenz extrapolieren, mehr aber nicht. Mit Wissenschaft hat das alles nichts zu tun.


    Rezo, übernehmen sie!
  • sherpa 28.05.2019 15:50
    Highlight Highlight Warten wir mal ab, was da so kommt, jedenfalls auf Kachelmann kann man sich ja auch nicht gerade verlassen.s eine Prognosen ähneln sehr stark jenen der Muototaler Wetterfrösche
  • speedy_86 28.05.2019 15:42
    Highlight Highlight Wisst ihr was mir an dieser möglichen Prognose Sorgen macht?

    Die Feuerwehren sind sowas von nicht auf Waldbrandeinsätze vorbereitet (leichte Schutzkleidung, zeitgemässe und erprobte Werkzeuge) und oft werden Waldbrände weder geübt (ist zugegebenermassen schwierig) noch die Theorie und Taktik gelehrt. Waldbrände sind extrem personalintensiv und dauern oft länger, als die Arbeitgeber ihre Arbeitnehmer entbehren wollen. (Als Bürogummi wird es missmutig toleriert, wenn ich später komme weils gebrannt hat...)
  • Chrigi-B 28.05.2019 15:38
    Highlight Highlight Können nicht mal korrekte Basisberrechnungen erstellen für mehr als 2 Tage, wollen aber den Sommer prognostizieren. OKE!
  • Magnum44 28.05.2019 14:55
    Highlight Highlight Hihi, mit Kachelmanns Dummjournalisten ist wohl die grösste Pendler"zeitung" der Schweiz gemeint?
    • Julian Wermuth 28.05.2019 15:10
      Highlight Highlight In diesem Thread verlinkte Kachelmann die Bild, die Frankfurter Rundschau und die Gala.
    • maxi 28.05.2019 15:22
      Highlight Highlight er hat in den letzten zwei jahren fast alle deutschsprachigen medien als vollpfosten oder ähnliches bezeichnet. Sein Twitterverlauf ist immer wieder amüsant.
  • Max Dick 28.05.2019 14:46
    Highlight Highlight Marketingmässig clever von denen. Einerseits eine reisserische Ankündigung, damit sie Aufmerksam haben. Dann aber viele schwammige Punkte mit guter Wahrscheinlichkeit, dass sie eintreffen.
    -Dass wir im Juni mal eine Hitzewelle aus Spanien haben, ist realistisch. -Dass das Termometer in den genannten Ländern über 38, 40, und 43 Grad geht (und es in Portugal und Spanien am heissesten wird) ist gut möglich. -Gewitterstürme im Balkan sind gut möglich. -Und ein durchschnittlicher Sommer in Skandinavien genauso. Einige Punkte werden also wohl eintreffen, und dieser Wetterdienst kann sich feiern.
  • Flexon 28.05.2019 14:39
    Highlight Highlight Das Wort Accuweather geht fast unter im Artikel. Hättet ihr es nicht wenigstens direkt in die Headline nehmen können?
    Es geht um Accuweather.
    Accuweather.
    • flexodietrich 28.05.2019 15:14
      Highlight Highlight Weather von Accu.

      Accuweather.
  • Pascolo 28.05.2019 14:15
    Highlight Highlight Hoffe auf Sept. und Okt. 9 Wochen zwecks Operation kaltgestellt, Bewegung verordnet, Velo, Laufen, Wandern im Herbst, was willst mehr?
  • Jesses! 28.05.2019 14:09
    Highlight Highlight Solange die Schweizer ununterbrochen über das Wetter reden, scheint es uns (zu) gut zu gehen.
  • Zerpheros {aka Comtesse du Zerph} 28.05.2019 14:09
    Highlight Highlight Accu-Russenkältepeitsche-weather? Kann man vergessen. US-amerkanische Modelle sind eh etwas sprunghaft mit Europa-Voraussagen.
    • Chrigi-B 28.05.2019 15:40
      Highlight Highlight Die sind nicht nur für Europa sprunghaft. Darum wird selbst bei Hurricanes in Florida das europäische Modell eingeblendet 😂.
  • Klaus Trophobie 28.05.2019 14:04
    Highlight Highlight
    Play Icon


    Also der Chaostheorie zufolge kann eine leichte Briese in Südamerika dazu führen, dass das Wetter in Europa extrem umschlägt. Von daher kann eine Prognose über 90 Tage gar nicht exakt sein, höchstens kann sie eine mögliche Entwicklung voraussagen.

    Übrigens eine algemein sehr Spannende Doku über die Chaostherie auf Youtube von Quarks&Co.
  • super_silv 28.05.2019 13:59
    Highlight Highlight Ich kann empfehlen auf dem MeteoSwiss App die Texte zu lesen. Ist viel besser als irgendwelche Symbole mit Zahlen. Wie soll man auch das Wetter eines Tages auf ein Symbol bringen. Dazu gibt es eine langzeit Prognose die mehr im Stiel von normal / eher kalt / eher warm ist.
  • AfterEightUmViertelVorAchtEsser___________________ 28.05.2019 13:59
    Highlight Highlight Dieser Sommer wird kalt und verregnet.

    Der Zürcher Böögg hat gesprochen. 😉
  • 3,2,1... vorbei 28.05.2019 13:44
    Highlight Highlight Da nicht mal Meteo Schweiz und wie die Wetterfroschdienste alle heissen, genau Vorhersagen können, wie das Wetter in 2-4 Tagen wird, glaube ich auch keiner Prognose für 30 Tage oder noch mehr.

    Am besten funktioniert für mich immer noch, am Morgen aufstehen, rausschauen und mich entsprechend anziehen.
    Wenn es "kritisch" ist, kurz die Tagesprognose anschauen und gut ist.

    Wir können zum Mond und Mars fliegen (angeblich), aber wie das Wetter in 5 Tagen aussieht, kann niemand genau sagen.

    Den Sommer werde ich so oder so geniessen und ein paar schöne Tage am Stück hat es noch immer gegeben.
    • Max Dick 28.05.2019 14:48
      Highlight Highlight Die bis zu 5-Tage Prognosen sind sehr gut. Viele verstehen allerdings das Wort "Prognose" nicht, meinen es sei dann 100 prozentig so und regen sich tödlich auf, wenns mal etwas anders ist.
  • dmark 28.05.2019 13:36
    Highlight Highlight Je nach Modell ein anderes Wetter. Und letztendlich macht es doch, was es will. ;)
    • Xiakit 28.05.2019 16:14
      Highlight Highlight Also mein Xiakit Wetter™ hält sich auch an die aktuellen Landesgrenzen der EU.
  • Mira Bond 28.05.2019 13:33
    Highlight Highlight Ferien in England oder Italien..? Kommt anscheinend aufs Gleiche 🤗
    • Max Dick 28.05.2019 15:03
      Highlight Highlight Nein, in Italien können Sie gut essen.
  • Xiakit 28.05.2019 13:32
    Highlight Highlight Gebt mir Paint und ne Europa Karte und ich mache das für euch.
    Benutzer Bild
    • Revan 28.05.2019 13:58
      Highlight Highlight Danke, jetzt hab ich Hunger
    • Jungleböy 28.05.2019 14:59
      Highlight Highlight Ich auch 😂

Die Wetterrekorde der Schweiz auf einer Karte – gibt's bald einen neuen?

Die Hitzewelle hat die Schweiz zurzeit fest im Griff. Dabei könnten sogar einige nationale Wetterrekorde wackeln. Eine Übersicht über die bestehenden.

Der aktuelle Temperaturrekord stammt aus dem Hitzesommer 2003. Am 11. August 2003 zeigt das Thermometer in Grono (GR) 41.5 Grad Celsius an.

Allerdings hält MeteoSchweiz dazu fest, dass die Messstation Grono damals am sonnigen Hang lag, etwas oberhalb des heutigen Standortes. Unter heutigen Bedingungen hätte man wohl «nur» 40.5 Grad Celsius gemessen.

Was sonst noch für Wetterrekorde in der Schweiz gelten und wo sie aufgestellt wurden, zeigt die folgende Karte:

Der Hitzesommer 2003 hat sich nicht …

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