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Die Jungfraubahnen wollen in den Skigebieten von Grindelwald und Wengen die Zahl der Ski- und Snowboardfahrenden begrenzen. (Archivbild)

Die Jungfraubahnen wollen in den Skigebieten von Grindelwald und Wengen die Zahl der Ski- und Snowboardfahrer begrenzen. Bild: KEYSTONE

Jungfraubahnen wollen Anzahl der Skifahrer limitieren



Die Jungfraubahnen wollen künftig in einem Teil des Jungfrau-Skigebiets die Zahl der Ski- und Snowboardfahrer limitieren. Auf den Pisten oberhalb von Wengen und Grindelwald sollen künftig maximal 17’800 Menschen pro Tag herumfahren.

Der Direktor der Jungfraubahnen, Urs Kessler, gab die Begrenzung in einem Interview mit dem «Sonntagsblick» bekannt. Diese Absicht gründe nicht nur auf Überlegungen des Umweltschutzes, sondern auch auf solchen des Marketings, sagte er. Je knapper ein Gut sei, desto wertvoller sei es.

Urs Kessler, CEO Jungfraubahnen (JB), praesentiert das Betriebsergebnis der Jungfraubahnen, am Mittwoch, 22. April 2015, in Bern. Die Jungfraubahn-Gruppe hat 2014 einen Rekordgewinn von 30,4 Mio. Franken erwirtschaftet. Fast 870'000 Gaeste, so viele wie noch nie, liessen sich aufs Jungfraujoch bringen. (KEYSTONE/Lukas Lehmann)

Urs Kessler. Bild: KEYSTONE

Schon seit 2009 begrenzen die Jungfraubahnen die Zahl der Gäste auf dem Jungfraujoch. Maximal 5500 Personen können heute pro Tag dieses weltweit bekannte Ausflugsziel besuchen. So soll verhindert werden, dass an Schönwettertagen in den Zügen hinauf aufs Joch und auf dem Jungfraujoch selber das Gedränge zu gross wird.

Das Jungfrau-Skigebiet umfasst die Pisten der Skigebiete Grindelwald-Wengen, Grindelwald-First und Mürren-Schilthorn. Die Begrenzung wird in den Skigebieten Grindelwald-Wengen und Grindelwald-First zur Anwendung kommen. Das sagte Kathrin Naegeli, Mediensprecherin der Jungfraubahnen, am Sonntag auf Anfrage.

Die Beschränkung auf 17'800 Personen soll in einem Jahr eingeführt werden, also zu Beginn der Saison 2020/21. Geplant ist, dass sie bei den Tagesgästen greift. Abonnementsbesitzer werden also nicht betroffen sein. Mit der Limitierung gehe es darum, den Leuten Qualität zu bieten, sagt Naegeli weiter. Die Gäste sollten das Erlebnis geniessen können.

Indirekte Kritik an SBB

Das Interview mit Kessler drehte sich um die Frage, ob sich Investitionen in den Schneesport weiterhin lohnen. Kessler bejahte diese Frage resolut. Er sagte, die Jungfraubahnen investierten viel Geld, damit die Skigebiete besser mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar würden.

Auf die Frage, ob er mit der Qualität der SBB als Zubringerin zufrieden sei, sagt Kessler: «Also ... wenn ich mich als Chef mit Mittelmass zufriedengebe, dann gibt sich auch mein Team mit Mittelmass zufrieden. Wir müssen aber immer besser werden.»

Verbesserungspotenzial beim Zugang zu den Skigebieten des Oberlands sieht Kessler beim Bahnhof Interlaken Ost: Die Wege beim Umsteigen seien zu lang. Am kommenden Freitag weihen die Jungfraubahnen zusammen mit der Männlichenbahn und der Berner Oberland-Bahn (BOB) in Grindelwald Grund einen neuen Bahnterminal ein.

An der neuen Station BOB-Station «Grindelwald Terminal» werden Bahnpassagiere ab diesem Tag direkt auf die Männlichenbahn umsteigen können, welche ins Skigebiet Grindelwald-Wengen führt. Der Bau des Terminals gehört zum V-Bahn-Projekt der Jungfraubahnen, welche dafür zusammen mit der Männlichenbahn 470 Millionen Franken investieren. (sda)

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13Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Schneider Alex 10.12.2019 06:40
    Highlight Highlight Die Tourismusorte und -bahnen könnten auch Überlastungswarnungen publizieren wie die Stauwarnungen für Strassenabschnitte.
  • Schneider Alex 09.12.2019 06:09
    Highlight Highlight Die Bahnen können ja Überlastungswarnungen publizierne, ähnlich wie Staumeldungen!
  • w'ever 08.12.2019 15:45
    Highlight Highlight heisst "die anzahl der skifahrer limitieren" den preis auf die tagskarte erhöhen? weil "Je knapper ein Gut sei, desto wertvoller sei es".
  • Biotop 08.12.2019 15:37
    Highlight Highlight 17'800 Besucher pro Tag entspricht künftig wohl eher Zweckoptimismus und Wunschdenken.
  • fenstersimsli 08.12.2019 14:50
    Highlight Highlight Gute PR Aktion! Gratis Werbung in allen Print-, Online- und sonstigen Medien. Gut gemacht. Eine Meldung, die eigentlich keine ist mit ein bisschen „Schockmoment“ versehen und ab geht es...
  • Erwin71 08.12.2019 14:48
    Highlight Highlight ha ha ha ha. mann kann es auch steuern um zu behaupten und die zahlen zu präsentieren das die v bahn nötig gewesen ist und es die braucht!
    es filzt so schön bei uns im berner oberland.
    • Shlomo 08.12.2019 15:44
      Highlight Highlight Die V-Bahn wird einzig wegen den Besuchern des Jungfraujochs gebaut. Durch die V-Bahn wird mind. 30 Minuten pro Weg gespart.
  • Shlomo 08.12.2019 13:48
    Highlight Highlight So ein Quatsch. Offiziell kommen maximal 5500 Besucher aufs Joch. In Realität sind es aber 7000 - 8000 in der Sommersaison.
    • Dame vom Land 08.12.2019 14:39
      Highlight Highlight Das Jungfraujoch ist kein Skigebiet. Das Jungfraujoch ist ein Ausflugsziel.

      Herr (G)essler spricht über das Skigebiet in der Jungfrauregion.
  • Bio Zitronensaft 08.12.2019 13:43
    Highlight Highlight Die Gemeinden würden gescheiter unten im Tal eine Schranke aufstellen und sagen: Wer in den Naturpark BeO will, muss Eintritt zahlen. Wie zum Beispiel in den Nationalparks in den USA.

    Das reduziert den ungeliebten Verkehr der Tagesausflügler und steigert dafür den Umsatz pro Gast im Dorf weil die Leute länger im Dorf verweilen anstatt mit Bussen am selben Tag noch nach Mailand gekarrt zu werden. Der Aufenthalt im Dorf gewinnt an Wert.

    Aber die Dorfbewohner heulen lieber rum weil die Bahnen Geld auf ihrem Buckel verdienen...
    • ursus3000 08.12.2019 14:41
      Highlight Highlight Hauptsache einen Kommentar geschrieben
    • Pümpernüssler 08.12.2019 17:44
      Highlight Highlight @ursus perfekte ironie 😂👌
    • Bio Zitronensaft 08.12.2019 19:10
      Highlight Highlight @GrumpyDog
      Ich würde jetzt einmal sagen, es gibt diese gesetzlichen Grundlagen nicht. Sonst würdest du sie bestimmt kennen.

      Fakt bleibt: Die Menschen in Bergdörfern wie Grindelwald werden täglich von Blech- und Menschenlawinen überrollt. Da kommen Leute mit dem Car, die waren am Morgen in Luzern und sind abends in Mailand. Das ist weder nachhaltig noch gesund. Die Bahnen kassieren, die Bewohner und die Natur leiden.

      Aber ja, wenn es da keine gesetzlichen Grundlagen gibt, dann kann man nichts machen. Auch nicht einen unkonventionellen Gedanken äussern, ohne das gleich einer losheult.

Offen gesagt

«Lieber Herr Berset, Sie müssen das jetzt regeln ...»

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