Schweiz
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So wollen die Gewerkschaften die SVP-Begrenzungsinitiative stoppen



Unia-Präsidentin Vania Alleva (rechts) und SGB-Präsident Pierre-Yves Maillard (links) wollen sich mit allen Mitteln gegen die

SGB-Chef Maillard und Unia-Präsidentin Vania Alleva. Bild: KEYSTONE

Die Gewerkschaften haben am Montag vor einer Annahme der SVP-Begrenzungsinitiative gewarnt: Denn deren Annahme würde den Lohnschutz aufweichen, die Arbeitsbedingungen verschlechtern und die Schweiz isolieren.

Die «SVP-Kündigungsinitiative» sei ein Angriff auf alle Arbeitnehmenden in der Schweiz, hielt der Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB), Pierre-Yves Maillard, am Montag zum Auftakt der gewerkschaftlichen Gegenkampagne in einer Medienmitteilung fest. Denn anstatt Gesamtarbeitsverträgen und Lohnkontrollen habe diese «gnadenlose Konkurrenz aller gegen alle zum Ziel».

Auch Unia-Präsidentin Vania Alleva warnte vor eine Annahme der Initiative: Denn dann könnten Gesamtarbeitsverträge und Mindestlöhne nicht mehr bis anhin kontrolliert und durchgesetzt werden. «Das Prinzip ‹Schweizer Löhne für Arbeit in der Schweiz› wäre tot.»

Die Einführung der Bilateralen Verträge habe den Arbeitnehmenden in der Schweiz «spürbare Verbesserungen» gebracht, hiess es. Denn dank der Flankierenden Massnahmen würden die Löhne und die Arbeitsbedingungen in Schweizer und ausländischen Firmen systematisch durch die Sozialpartner kontrolliert.

Und es gebe Gesamtarbeitsverträge, was den Schutz vor Dumping und Missbräuchen zusätzlich verbessere. Mit einer Annahme der Kündigungsinitiative würde diese «Errungenschaften der Schweizer Sozialpartnerschaft» aufs Spiel gesetzt und den wirksamsten Lohnschutz in der Schweiz stark gefährden.

Ausserdem würde die Initiative den Bilateralen Verträgen mit der EU, der bedeutendsten Handelspartnerin der Schweiz«, ein Ende setzen. Das würde den Verkauf von Schweizer Qualitätsprodukten in die EU »massiv" erschweren und die Schweiz würde von der internationalen Zusammenarbeit in der Forschung und der Bildung abgekoppelt, hiess es. (aeg/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Tom Scherrer (1) 24.02.2020 23:04
    Highlight Highlight Liebe Gewerkschaften:

    ü45 ist aktuell unter Druck

    ü50 wird ungern und wenn, dannvielfach einiges unter Wert angestellt, Ü55 ist komplett out.

    Generation Praktikum wird auch heute noch komplett verarscht. Nach der Ausbildung oder noch vor der Ausbildung jahrelange Vorpraktikas machen zu müssen ist ein Witz!

    Und nun der Gipfel: beim Rahmenabkommen spiel die EU ein Machtspiel. Die dumpfbacken SVP eröffnet den einzig gangbaren Ausweg und nun verteufelt ihr für "evtl. Rente ab 58" auch diesen?

    Die SVP ist für mich unwählbar. Zuviel hintenrum.

    Aber auch ihr? Wie falsch seid Ihr denn?


  • P. Meier 24.02.2020 22:35
    Highlight Highlight Wie wärs, wenn die Befürworter zuerst mal auf Grenzgänger verzichten würden?
  • Satan Claws 24.02.2020 17:33
    Highlight Highlight Zahlt allen anständige Löhne und wir hätten viele Probleme nicht. Man muss keine Billiglohnarbeiter einstellen oder bendenklich erzeugte Nahrungsmittel importieren.

    Schuld sind nicht die Ausländer, sondern jene die uns vom Ledersessel aus klein halten wollen. Es wird endlich Zeit, dass uns die aufgeblasene Gegenwertslosigkeit um die Ohren fliegt.

    Die Politik will es nicht ändern, schon gar nicht jene die vom jetzigen System profitieren. Schaut man bei Lobbywatch lässt sich kaum eine Vertrauenswürdige Person finden und dazu kommen die Pseudo-Retter der SVP und verarschen uns.

    • Kian.IBenutzMeldeAlsSuperblitzer 25.02.2020 00:15
      Highlight Highlight Es wird Zeit die Demokratie an den Arbeitsplatz zu bringen.
  • qolume 24.02.2020 17:17
    Highlight Highlight Ohhh, 20min Leser leaken wieder in die Kommentarspalte 😅
  • freeLCT 24.02.2020 12:35
    Highlight Highlight Wen das ihr Argument ist, Frau Alleva,
    dann empfehle ich Ihnen heute noch eine Umstrukturierung in der Kontrolle von Arbeitsverträgen in Betracht zu ziehen.
  • Trump ist der Beste! 24.02.2020 11:47
    Highlight Highlight Es ist DIE zentrale Aufgabe der Schweizer Gewerkschaften, die Arbeitsbedingungen für die Schweizer Arbeitnehmer zu verbessern oder zu verhindern, dass sie verschlechtert werden.

    Diese Aufgabe können die Schweizer Gewerkschaften leichter und besser erfüllen, wenn die Schweiz _nicht_ durch das Rahmenabkommen mit der EU kolonialisiert wird. Das ist jedem Büäzer sonnenklar.

    Das Wohl der Büäzer sollte den Gewerkschaften 1000x wichtiger sein als ihr Freudeli, die flankierenden (Schein-)Massnahmen erfunden zu haben oder ihr feuchter Traum von der Internationalen.

    Diese Strategie ist eine Schande.
    • pun 24.02.2020 14:27
      Highlight Highlight Mal wieder dem Nickname alle Ehre gemacht. Egal war die Vorlage ist, Hauptsache die eigenen falschen Informationen raushauen. Es geht um die Initiative ob die Personenfreizügigkeit und damit unsere Freiheit, in Europa uns frei zu bewegen, zu arbeiten und zu reisen gekündigt werden soll. Das Rahmenabkommen kommt früh genug und da leisten die Gewerkschaften erbitterten Widerstand gegen die Verschlechterung der Lebensbedingungen der Büezer.
    • 7immi 24.02.2020 19:48
      Highlight Highlight @pun
      Die Personenfreizügigkeit ermöglicht den einfachen Arbeitskraftaustausch, als Tourist bist du wenig betroffen (siehe GB, die ja nie im Schengenraum waren).
  • Mutbürgerin 24.02.2020 11:31
    Highlight Highlight Die Initiative hat gar nicht das Ziel, die Mindestlöhne, die Gesamtarbeitsverträge oder die flankierenden Massnahmen zu verändern! Wenn das das einzige Argument der Gewerkschaften ist, weil sie Angst um ihre Haupteinnahmequelle haben, dann ist die Abstimmung bereits gewonnen.
    Die richtige Logik ist übrigens. Weniger Zuwanderung durch billige Arbeiter führt zu mehr Lohn für alle inländischen Arbeiter, egal ob Schweizer oder Ausländer.
    • WID 24.02.2020 12:40
      Highlight Highlight @Mutbürgerin: Dein letgzter Satz fasst eine zentrale Aussage der Arbeitsmarkttheorie schon zusammen. Leider wollen das viele nicht wahrhaben.
    • Amboss 24.02.2020 13:41
      Highlight Highlight Natürlich hat die Initiative nicht das Ziel, bei Gesamtarbeitsverträgen oder flankierenden Massnahmen etwas zu verändern.
      Aber es könnte durchaus eine Folge davon sein, je nachdem was nach einer Kündigung der Bilateralen passiert.

      Zudem: Wer sagt, dass die Initiative zu weniger Zuwanderung führt?
      Das kann auch niemand sagen...
    • pun 24.02.2020 14:24
      Highlight Highlight Doch, die SVP will den Lohnschutz angreifen, das hat sie an einer Pressekonferenz am 30. Januar 2018 selbst bekannt gegeben. Macht ja auch Sinn, die Milliardäre an der Parteispitze profitieren am meisten von Tiefstlöhnen. Leider lassen sich viele von ihrer Propaganda übers Ohr hauen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • WID 24.02.2020 10:50
    Highlight Highlight Warum könnten nach einer Annahme der Initiative Gesamtarbeitsverträge und Mindestlöhne nicht mehr kontrolliert und durchgesetzt werden?
  • Kiro Striked 24.02.2020 10:47
    Highlight Highlight Auf der einen Seite wünsche ich mir, dass es Angenommen wird. Einfach weil ich das gejammer der Schweizer hören will, wenn ihnen auf einen Chlapf SEHR viel Freiheit genommen wird, weil die EU ja so bösibös ist und so.

    Auf der anderen Seite hoffe ich natürlich nicht, dass so ein Mist angenommen wird. Ich mag die Freiheit, welche gerade die PFZ mitbringt, ohne diese zerstört die Schweiz meine gesamte Lebensqualität, nämlich dass mein Partner in DE Lebt, und ich in 2-3 Jahren auch dorthin möchte, ohne Ellenlange Einwanderungspapiere ausfüllen zu müssen und auf Willkür der Behörden zu hoffen.
    • WID 24.02.2020 12:12
      Highlight Highlight @Kiro Striked: man könnte ja Vereinbarungen treffen, das das Wanderungssaldo ungefähr ausgeglichen sein müsste. Dann könntest Du problemlos nach Deutschland und die Schweiz würde nicht immer dichter. Und gerecht weil gegenseitig wäre es auch.
    • misohelveticos 25.02.2020 01:58
      Highlight Highlight @WID, EU-Unterbelichtung?
      Bei d. PFZ gibt es für die EU nichts zu vereinbaren, das sollte jedem denkenden Schweizer seit der MEI klar sein. Kommt die Kündigungsinitiative durch, fällt die Guillotine der Bila I zwangsläufig, spätestens wenn die 12 Monate Verhandlungfrist+30 Tage vorbei sind, wie im angedachten Art. 197 Ziff. 121 SV beschrieben
      @Kiro Striked, Dir bleibt das Zeitfenster von 12 Mon., + evtl. 6 Mon. um e. EU-Aufenthaltstitel zu erhalten, da Bestandschutz gilt. Sonst müsstet Ihr 90/180-Tage Regel beachten. Mir wäre ja Visumzwang f- Schweizer lieber, was f. Dich allerdings übel wäre.

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