Schweiz
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Im Nationalrat beginnt die Sondersession. Themen sind unter anderem der Schutz des Wolfes und der Konsumentenschutz bei Versicherungsverträgen. Beide sollen gelockert werden. (Archivbild)

Die Ränge im Nationalrat füllen sich wieder: Diese Woche beginnt die zweitletzte Session der laufenden Legislatur. Bild: KEYSTONE

Whistleblower, Vaterschaftsurlaub und Trinkwasser: Darüber diskutiert jetzt das Parlament



Heute Montag beginnt in Bern die zweitletzte Session der laufenden Legislatur. National- und Ständerat wollen vor den Wahlen im Herbst noch einige Pflöcke einschlagen.

Whistleblower

Zum Auftakt befasst sich der Nationalrat mit Regeln für Whistleblower. Es handelt sich um den zweiten Versuch, deren Schutz zu verbessern. Den ersten Vorschlag des Bundesrates hatte das Parlament vor vier Jahren abgelehnt. Der Neuauflage droht nun dasselbe Schicksal: Die vorberatende Kommission hat sich deutlich dagegen ausgesprochen.

Ausbau Schienennetz

Am zweiten Tag steht in der grossen Kammer der Ausbau des Schienennetzes zur Debatte. Der Ständerat hat das Budget für die Bahninfrastruktur bereits kräftig aufgestockt. Die Verkehrskommission des Nationalrates will dieses nun um weitere 69 Millionen Franken erhöhen. Daneben widmet sich der Nationalrat in der ersten Woche dem Rüstungsprogramm. Zu diskutieren gibt hier vor allem der Kauf neuer Minenwerfer.

Ärztezulassung und Urheberrecht

Der Ständerat berät am ersten Tag das neue Regime für die Zulassung von Ärztinnen und Ärzten. Seine vorberatende Kommission ist in wichtigen Punkten nicht einverstanden mit den Beschlüssen des Nationalrates. So lehnt sie etwa eine Lockerung des Vertragszwangs ab.

Revision Urheberrechtsgesetz

Am zweiten Tag steht die Revision des Urheberrechtsgesetzes auf der Traktandenliste. In der Frühjahressession hatte der Ständerat die Vorlage wegen des umstrittenen Leistungsschutzrechts für Presseverlage an die Kommission zurückgeschickt. Diese hat nun entschieden, auf eine solche Regelung zu verzichten.

Namenaktien

Weiter wird der Ständerat in der ersten Woche entscheiden, ob Inhaberaktien in Namenaktien umgewandelt werden müssen. Seine Kommission ist mit den Vorschlägen des Bundesrates im Grundsatz einverstanden. Der Nationalrat will für bestehende Inhaberaktien keine Änderung.

Ausbau Nationalstrassen

Beim Ausbau der Nationalstrassen dürfte der Ständerat ebenfalls anders entscheiden als der Nationalrat, der drei wenig ausgereifte Projekte genehmigt hatte. Die Ständeratskommission hat sich nahezu geschlossen dagegen ausgesprochen.

Konzernverantwortungsinitiative

Zu den wichtigen Themen der zweiten Sessionswoche gehört die Konzernverantwortungsinitiative. Der Ständerat hatte in der Frühjahrssession einen indirekten Gegenvorschlag abgelehnt. Nun ist wieder der Nationalrat am Zug. Seine Kommission beantragt ihm, bei seinem Entscheid für einen Gegenvorschlag zu bleiben. Gleichzeitig stellt sie eine Abschwächung in Aussicht.

Die Konzernverantwortungsinitiative will Unternehmen mit Sitz in der Schweiz in die Pflicht nehmen: Diese sollen für Menschenrechtsverletzungen und Umweltschäden von Tochtergesellschaften im Ausland haften.

Trinkwasser

Auch in der dritten Sessionswoche stehen Volksinitiativen im Zentrum. Der Nationalrat befasst sich mit der Trinkwasser-Initiative und der Initiative «Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide». Die erste verlangt, dass nur noch Landwirtschaftsbetriebe Subventionen erhalten, die auf Pestizide und vorbeugend verabreichte Antibiotika verzichten. Die zweite fordert ein Verbot synthetischer Pestizide.

Vaterschaftsurlaub

Im Ständerat geht es um den Vaterschaftsurlaub. Eine Volksinitiative verlangt einen vierwöchigen Urlaub. Die vorberatende Kommission will den Initianten mit einer gesetzlichen Regelung für zwei Wochen Urlaub den Wind aus den Segeln nehmen.

Umstrittene Geschlechterrichtwerte

Daneben beugt sich der Ständerat über die grosse Aktienrechtsreform, die Geschlechterrichtwerte für Geschäftsleitungen und Verwaltungsräte grosser börsenkotierter Unternehmen beinhaltet. Der Nationalrat hatte knapp dafür gestimmt. Die Ständeratskommission will für Geschäftsleitungen keine Richtwerte.

Rahmenabkommen

Das Rahmenabkommen mit der EU wird die Räte in der Sommersession ebenfalls beschäftigen: Beide entscheiden über Kommissionsmotionen dazu. Der Bundesrat soll beauftragt werden, mit der EU Zusatzverhandlungen zu führen.

Die Session dauert bis zum 21. Juni. Am Pfingstmontag findet keine Sitzung statt. Dafür tagen die Räte am Freitag, dem 14. Juni. Am 12. Juni begeben sich die Fraktionen am Nachmittag auf die traditionellen Ausflüge - zum letzten Mal in der aktuellen Zusammensetzung. (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Zwei Fallende Stimmen 03.06.2019 10:21
    Highlight Highlight Ich wäre ja dafür, dass ein paar Eltern mit ihren Kolikbabys die Beratungen aufmischen und mal zeigen, wie wenig Mutterschaftsurlaub mit "Urlaub" zu tun hat. Da gehts teilweise um die geistige und körperliche Gesundheit der Eltern und der Babys. Herrschaftszeiten, könnten wir bitte mal im 21. Jahrhundert ankommen?
  • Scaros_2 03.06.2019 06:49
    Highlight Highlight Whistelblower schützen
    Vaterschaftsurlaub auf EU Niveau einführen
    Trinkwasser schützen vor Privatisierung

    So schwer können die Themen nicht sein........oh wait,.... geht ja alles gegen die Wirtschaft, dann ist das in der Schweiz nahezu unmöglich.

    PS. Anstelle von 3 Wochen WK könnte man ja lieber Elternzeit machen.
    • Aurum 03.06.2019 08:54
      Highlight Highlight Auf EU-Niveau? In vielen Kreisen ist das bereits ein Schimpfwort, schäm dich ;)

      Aber Moment.. die EU hat eine bessere Vaterschaftsregelung?
    • Scaros_2 03.06.2019 11:26
      Highlight Highlight Ich bin mir nicht sicher, ob der 2. Teil von dir Ironisch ist. Aber JA haben sie

      Wikipedia:
      Der Anspruch auf Elternzeit besteht bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes. Pro Kind kann die Dauer der Elternzeit also bis zu 36 Monate betragen.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Elternzeit

      Diese "bis zu 36 Monate" können Mann/Frau sich teilen. Entweder die Frau 100% oder beide 50% oder je nachdem wie es möglich ist durch den arbeitgeber.
    • Aurum 03.06.2019 12:45
      Highlight Highlight Nein war nicht ironisch, sorry :)
      Danke für die Antwort!

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