Schweiz
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ARCHIVBILD - SCHWEIZER NATIONALBANK (SNB) MACHT 6,68 MILLIARDEN VERLUST IM ZWEITEN QUARTAL 2017 - The Logo of the the Swiss National Bank, SNB, photographed  Thursday, 15 January 2015, in Bern, Switzerland. The Swiss National Bank (SNB) ended the day by abandoning its exchange rate control and cut interest rates to -0.75 to send the franc soaring against the single currency.  The Swiss franc rose by almost 30 per cent against the europe after the move shocked global markets. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Bild: KEYSTONE

Nach Milliardenverlust: So wappnet sich die SNB gegen weitere Krisen



Die Schweizerische Nationalbank (SNB) sieht sich trotz rekordtiefer Negativzinsen und ihrer umfangreichen Bilanz für eine mögliche kommende Krise gerüstet. «Wir haben zwei Instrumente eingesetzt, die gut funktioniert haben und die wir auch in Zukunft einsetzen würden», sagte SNB-Direktor Fritz Zurbrügg in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit den «Schaffhauser Nachrichten».

Fritz Zurbruegg, Vizepraesident des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank SNB, spricht waehrend einer Rede zur

SNB-Direktor Fritz Zurbrügg Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

«Wir könnten die Bilanz noch weiter ausdehnen, wenn es nötig wäre, und auch in der Zinspolitik haben wir noch Handlungsspielraum.»

An beiden Eckpfeilern der Geldpolitik der SNB war zuletzt vereinzelt Kritik laut geworden. Das Devisenportfolio der SNB umfasst gut 760 Milliarden Franken – angesammelt in jahrelangen Interventionen der Notenbank.

Sie hatte den Franken mit Euro- und Dollarkäufen künstlich geschwächt und so die exportorientierte Wirtschaft des Landes gestützt.

«Die Höhe unserer Bilanz beschränkt unsere Handlungsfähigkeit nicht und wir haben gezeigt, dass wir auch weiterhin bereit sind, am Devisenmarkt zu intervenieren, falls der Bedarf gegeben ist», sagte Zurbrügg dem Blatt.

Zudem seien die Negativzinsen von minus 0.75 Prozent weiterhin nötig. «Die braucht es vor allem, damit wir eine Zinsdifferenz zum Euro aufrecht erhalten, um so den Aufwertungsdruck auf den Franken zu mindern», sagte der SNB-Direktor.

Der Leitzins in der Euro-Zone liegt bei null Prozent. Mit den tieferen Zinsen in der Schweiz will die SNB den Franken für Investoren unattraktiv machen. Denn dieser ist besonders in Krisenzeiten als «sicherer Hafen» gefragt.

Das zeige sich immer noch, sagte Zurbrügg. «Deshalb sind wir überzeugt, dass wir unsere aktuelle Geldpolitik weiterführen müssen.» Die nächste reguläre Zinssitzung der SNB ist für Mitte Dezember geplant. (sda/reu)

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3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Schneider Alex 08.11.2018 06:03
    Highlight Highlight Geldpolitik ohne Verluste ist möglich mit einem Staatsfonds

    Was könnte man tun, damit sich Zentralbanken in der Ausübung der Geldpolitik nicht um Verluste und Verärgerung wegen der ausbleibenden Gewinnausschüttungen sorgen müssen? Man könnte die Aktiven aus der Zentralbank lösen und einer anderen Institution übergeben, etwa einem Staatsfonds, der sie verwaltet. Dann müsste sich die Zentralbank nicht mehr um Verluste kümmern. Das ist ein Weg, über den vor allem die Schweizerischen Nationalbank (SNB) nachdenken sollte.
  • Olmabrotwurst vs. Schüblig 07.11.2018 09:33
    Highlight Highlight Wir müssen mehr Arbeiten.
  • Paedu87 07.11.2018 08:01
    Highlight Highlight Ich empfehle das Buch "Es waren einmal Banker" von Leonhard Fischer. Der Inhalt analysiert sehr gut wie es zur aktuellen Situation kam und was sie eigentlich bedeuted. Auch wenn er sich zuweilen etwas in den Details verliert und teilweise eine gewisse Grundkenntniss (zumindest was die Begrifflichkeiten angeht) voraussetzt.
    Auch wenn es niemand hören will muss sich die Schweiz bzw. die SNB überlegen wie sie mit der dauerhaften Niedrig- oder besser Minuszinssituation umgehen will. Die wird sich nämlich nicht ändern und dauerhaft einen Hebel auf die Eurozinsen zu legen hilft uns auch nicht weiter

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