Schweiz
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Die Führungsspitze der Grossbank Credit Suisse um Verwaltungsratspräsident Urs Rohner (rechts) und Konzernchef Tidjane Thiam (links) müssen sich um ihre Aktivitäten in den USA kümmern. (Archivbild)

Jetzt geraten Konzernchef Tidjane Thiam und Präsident Urs Rohner erneut in den Fokus der Behörden. Bild: KEYSTONE

Finma untersucht die Beschattungsaffäre der Credit Suisse



Neue Entwicklungen in der Beschattungsaffäre rund um die Grossbank Credit Suisse rufen die die Bankenaufseher auf den Plan: Die Finanzmarktaufsicht Finma setzt einen unabhängigen Prüfbeauftragten bei der Grossbank ein. Die CS will derweil die Resultate ihrer eigenen Untersuchung am Montag veröffentlichen.

Die Finma wolle mit der Erweiterung ihrer laufenden eigenen Untersuchungen aufsichtsrechtlich relevante Fragen zu den Grundsätzen der Unternehmensführung (Corporate Governance) bei der Bank klären, teilte die Behörde am Freitagabend mit. Diese Fragen stellten sich insbesondere im Zusammenhang mit Beschattungsaktivitäten, mit dem Informationsverhalten in diesem Kontext sowie der Nutzung von elektronischen Kommunikationsmitteln.

Die Finma wird die Öffentlichkeit über den Abschluss ihrer Untersuchung informieren. Sie äussere sich aber nicht weiter zum Inhalt der laufenden Untersuchung oder zum möglichen Zeitpunkt ihres Abschlusses. Erfahrungsgemäss nähmen solche Untersuchungen aber mehrere Monate in Anspruch.

Zuvor hatte sich die Finma noch bedeckt gehalten in dieser Angelegenheit: Auf Anfrage erklärte sie jeweils lediglich, sie stehe mit der Bank im Kontext der Beschattungsaffäre in Kontakt.

CS-Untersuchung kurz vor Abschluss

Weiter bestätigte die Credit Suisse gegenüber der Nachrichtenagentur AWP eine Information der Medien des Tamedia-Verlags, dass die Bank am Montag die Resultate ihrer eigenen Untersuchung veröffentlichen werde. Zudem werde die CS weiterhin vollumfänglich mit der Finma zusammenarbeiten.

Die CS hatte die Untersuchung eingeleitet, nachdem die «Neue Zürcher Zeitung» diese Woche von einem weiteren Beschattungsfall berichtet hatte. Demnach wurde der damalige Personalchef Peter Goerke im Februar 2019 drei Tage lang verdeckt überwacht.

Mit dieser Entwicklung geraten Konzernchef Tidjane Thiam und Präsident Urs Rohner erneut in den Fokus. Rohner hatte die die Überwachung eines anderen CS-Managers Anfang Oktober als «isoliertes Ereignis» bezeichnet. Im September war der Chef des Internationalen Vermögensverwaltungsgeschäfts, Iqbal Khan, vor seinem Wechsel zur Konkurrentin UBS beschattet worden.

Bereits damals leitete die CS eine Untersuchung ein, die schliesslich zum Abgang von zwei Top-Managern führte. So übernahm Thiams Vertrauter, der für das operative Geschäft zuständige Pierre-Olivier Bouee, die Verantwortung für die Ereignisse und trat zurück. Dagegen hiess es, Thiam habe nichts von dem Überwachungsauftrag gewusst.

Verwaltungsratspräsident Rohner sprach damals von einem «schwerwiegenden Reputationsschaden» für die Credit Suisse. Der Auftrag zur Überwachung von Khan, sei «falsch und unverhältnismässig» gewesen, so das Urteil des Aufsichtsgremiums nach der internen Untersuchung.

Wie die «NZZ» vor wenigen Tagen in Erinnerung rief, bezeichnete Thiam Ende Oktober gegenüber dem Westschweizer Fernsehen RTS Überwachungen als «legitimes Mittel», das die Bank manchmal benutze, «leider». Die Überwachung von Khan sei aber «unangemessen» und «nicht verhältnismässig» gewesen.

Die Zürcher Staatsanwaltschaft prüft derzeit, ob sich jemand in Zusammenhang mit der Überwachung von Khan strafrechtlich fehlverhalten hat. Denn dieser erstattete im September Anzeige wegen Nötigung und Drohung. (sda/awp)

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3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • MartinZH 21.12.2019 18:15
    Highlight Highlight Tidjane Thiam und Urs Rohner sollten sich Oswald Grübel zum Vorbild nehmen..! 👍
  • MartinZH 21.12.2019 16:26
    Highlight Highlight Rohner und Thiam sollten wirklich schleunigst abtreten: Zuerst haben sie geschwiegen und danach häppchenweise kommuniziert, immer wenn wieder etwas neues zu Tage gefördert wurde. Damit haben sie das Vertrauen verspielt.

    Als CEO und VRP tragen sie die Verantwortung und mit ihrem Verbleib beschädigen sie nachhaltig die Reputation der Credit Suisse!

    Wie hoch war der Aktienkurs, als sie angetreten sind? Wie hoch ist er jetzt? Leider werden die beiden als die grössten Aktien-Kapital-Vernichter mit einem unverschämten Millionengehalt in die Annalen eingehen. Ihr Verbleib macht es nur schlimmer!
  • MartinZH 21.12.2019 16:07
    Highlight Highlight Bravo Finma! 👏 Ich begrüsse es sehr, dass nun auch die Finma, wie bereits die Zürcher Staatsanwaltschaft, die exakten Umstände unabhängig untersuchen und der Sache wirklich auf den Grund gehen. Da kommt noch einiges heraus!

    Die Untersuchung der CS ist eine reine Feigenblatt-Aktion: Ist ja klar, dass die Homburger-Anwälte zu einem Resultat kommen, welche der CS in den Kram passt.

    VRP Rohner sprach zwar von einem "schwerwiegenden Reputationsschaden", aber er begreift nicht, dass von der CS bezahlte Juristen nichts zur Reputation beitragen können. Genau so geht Reputations-Pflege eben nicht!

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