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Wirtschaft

Hinterlassene Elternteile erhalten 16 Wochen Urlaub

Parlament hat entschieden: Hinterlassene Elternteile erhalten 16 Wochen Urlaub

Stirbt ein Elternteil kurz nach der Geburt eines Kindes, hat der überlebende Vater oder die überlebende Mutter künftig Anspruch auf 16 Wochen Urlaub. Nach dem Nationalrat hat sich am Donnerstag auch der Ständerat dafür ausgesprochen.
02.03.2023, 09:0202.03.2023, 09:02
Mit der neuen Lösung will das Parlament verhindern, dass der Mutterschafts- respektive der Vaterschaftsurlaub bei einem Todesfall kurz nach der Geburt eines Kindes erlöscht.
Mit der neuen Lösung will das Parlament verhindern, dass der Mutterschafts- respektive der Vaterschaftsurlaub bei einem Todesfall kurz nach der Geburt eines Kindes erlöscht.Bild: Shutterstock

Die kleine Kammer hiess die Vorlage, ausgelöst durch eine parlamentarische Initiative der früheren St. Galler GLP-Nationalrätin Margrit Kessler, mit 38 zu 0 Stimmen bei 2 Enthaltungen gut. Die Vorlage ist bereit für die Schlussabstimmungen.

Einen über die Erwerbsersatzordnung (EO) entschädigten Urlaub von 16 Wochen einzuführen, folge einer simplen Logik, sagte Kommissionssprecher Damian Müller (FDP/LU). Der hinterbliebene Vater erhalte einen Urlaub von 14 Wochen, wenn die Mutter während des 14-wöchigen Mutterschaftsurlaubs stirbt. Die hinterbliebene Mutter erhalte einen Urlaub von zwei Wochen, wenn der Vater während der sechsmonatigen Rahmenfrist des Vaterschaftsurlaubs stirbt. Mit der bereits bestehenden Vater- beziehungsweise Mutterschaftsentschädigung ergebe das insgesamt einen Anspruch auf 16 Wochen Urlaub.

Mit der neuen Lösung will das Parlament verhindern, dass der Mutterschafts- respektive der Vaterschaftsurlaub bei einem Todesfall kurz nach der Geburt eines Kindes erlöscht. Heute ist dieser Fall nicht klar geregelt. Auch der Bundesrat sprach sich für die Vorlage aus. Sie gewährleiste die Gleichbehandlung der hinterlassenen Mutter respektive des hinterlassenen Vaters. Die Folgekosten seien vernachlässigbar, betonte Gesundheitsminister Alain Berset.

Todesfälle aufgrund von Komplikationen nach einer Schwangerschaft oder Geburt sind in der Schweiz sehr selten. Von 2005 bis 2021 waren laut Bundesamt für Statistik (BFS) durchschnittlich fünf von rund 82'000 Geburten betroffen.

Die Kosten für die Erwerbsersatzordnung für 2024 werden auf 120'000 Franken geschätzt. 80'000 Franken entfallen auf den Urlaub für hinterbliebene Väter und 40'000 Franken auf den Urlaub für hinterbliebene Mütter. (sda)

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7 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Mocking Bert
02.03.2023 10:41registriert Februar 2022
Unser Parlament kann also auch vernünftig. Gut zu wissen...!
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45 unglaubliche Bilder, wie in der Schweiz früher Ski gefahren wurde
Die Sportferien sind in vielen Kantonen in vollem Gang (oder teilweise auch schon wieder durch). Der Februar ist sowieso für viele die Zeit, in der so richtig Ski gefahren wird. Das war früher nicht anders. Also doch, es war total anders. Zumindest betreffend Ausrüstung und Anlagen.
Einige Kantone und Gemeinden freuen sich aktuell über die Sportferien. Bis Mitte März sind dann überall die eine oder zwei Wochen Sportferien durch. Diese sollen mit Skitagen natürlich so richtig ausgenutzt werden. Zur Einstimmung schauen wir zurück, wie das früher auf den Pisten so zu- und herging. Du wirst teilweise richtig staunen. Insbesondere Bild 17 (und die Originallegende) ist pures Skigold:
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