Schweiz
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Coop-Chef Hansueli Loosli informiert die Medien am Mittwoch, 3. November 2010 in Dietikon. Der Detailhaendler kauft den Gastronomie-Grosshaendler Transgourmet und expandiert in Osteuropa. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella)

Coop-Verwaltungsratspräsident Hansueli Loosli.
Bild: KEYSTONE

Coop-Chef: «Der Einkaufstourismus wird zur Gewohnheit werden» 



Der Einkaufstourismus der Schweizer beläuft sich nach Ansicht von Coop-Verwaltungsratspräsident Hansueli Loosli auf 12 Mrd. Fr. im Jahre 2015. Für so viel Geld hätten Herr und Frau Schweizer alleine im Detailhandel, also ohne Onlinegeschäfte und Ferienausgaben, Waren im grenznahen Ausland eingekauft.

«Klar ist, der Einkaufstourismus wird den Detailhandel in der Schweiz nachhaltig verändern, weil er nicht ein Einmaleffekt ist, sondern zur Gewohnheit wird.»

«Dies entspricht etwa 13 Prozent des schweizweiten Detailhandelumsatzes von rund 90 Mrd. Franken», sagte Loosli am Donnerstag in einem Interview mit dem Magazin des Lebensversicherers Elipselife, die eine Tochter des Rückversicherers Swiss Re ist. «Klar ist, der Einkaufstourismus wird den Detailhandel in der Schweiz nachhaltig verändern, weil er nicht ein Einmaleffekt ist, sondern zur Gewohnheit wird.»

Schweizer würden relativ weit fahren, um jenseits des Rheins einzukaufen. «Ich habe mich vor Ort umgeschaut und Autos nicht nur aus Zürich und dem Aargau, sondern auch aus der Innerschweiz oder Bern gesehen», erklärte Loosli.

Es gebe begründete und unbegründete Preisdifferenzen. «Teilweise begründet sind sie bei in der Schweiz hergestellten Produkten, insbesondere landwirtschaftlichen Erzeugnissen», sagte Loosli.

«Ich habe mich vor Ort umgeschaut und Autos nicht nur aus Zürich und dem Aargau, sondern auch aus der Innerschweiz oder Bern gesehen»

Auf der anderen Seite würden die unbegründeten Preisdifferenzen stehen, verursacht vor allem durch die internationalen Lieferanten. «Bei diesen haben wir als Schweizer Firma für Waren höhere Einkaufspreise zu zahlen. Diese liegen teilweise sogar höher als die deutschen Detailhändler Verkaufspreise haben.»

Da könne doch etwas nicht stimmen. «Dieser Unterschied lässt sich nicht via höhere Produktivität wettmachen, hier sind wir gefordert. Aber wir werden das packen, indem wir mit den betroffenen Lieferanten Gespräche führen und diesen Missstand klar aufzeigen. Und wenn notwendig uns auch gezwungen sehen, Schritte einzuleiten, wie wir es mit den internationalen Zeitschriften gemacht haben», sagte Loosli. (whr/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • sentir 17.12.2015 23:04
    Highlight Highlight Ich kaufe nie physisch im Ausland ein.
    Mich würde mal interessieren wieviel die schweizer Geschäfte entlang der Grenze gespart haben, mit ausländischem Personal?
    Bin ab und zu in Basel und da wird man ja nur von Elsässer (Migros und COOP) und Deutschen bedient.
    Im Hochrechnen von Zahlen sind diese Herren ja Spitze.
  • g-rd 17.12.2015 21:19
    Highlight Highlight Sehr reaktionsschnell, der Herr. Nachdem man seit Jahren (und insbesondere in den letzten 12 Monaten) Mond-Einkaufspreise zahlt, überlegt man sich tatsächlich, vielleicht irgendwann dann einmal ein ganz ganz klein wenig Druck zu machen. Aber nu es bitzli, gäll. Eventuell. Vielleicht sind sie ja lieb und gehen ein halbes Prozent runter...
  • Angelo C. 17.12.2015 18:16
    Highlight Highlight Immer diese gewundenen Erklärungen, fehlten argumentativ nur noch die hohen Gestehungskosten und die Löhne in der Schweiz. Und die Glosse mit der sog. Solidarität 😬!

    Tatsache ist zwar, dass Schweizer Detailhändler von ausländischen Zulieferern gnadenlos abgezockt werden (wie Loosli zutreffend sagte), schuld ist aber auch die grenzenlose Gier hierzulande, mit den seit Jahren klar überrissenen Margen und den Mond-Preisen der CH-Verkaufsgeschäfte.

    Da müssen COOP, MIGROS und DENNER unbedingt mit Abnahmeboykotten drohen, sie gegebenenfalls aber auch umsetzen! Bis dann kaufe ich u.a. in 🇩🇪!



  • Taiyou 17.12.2015 17:31
    Highlight Highlight Kurzsichtig wie der Mensch ist, fragt er sich warum die Wurtschaft bachab geht, wenn man alles im Ausland kauft und produziert. Siehe zB. Limattower.

    Wir haben es selbst in der Hand. Sparen aber lieber beim Essen um ja das neuste Smartphone zu kaufen...

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