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Schweiz
Wirtschaft

Corona: Das historische Verlustjahr der Swiss in sechs Grafiken

Ein seltener Anblick im Jahr 2020: Ein Swiss-Flieger in der Luft.
Ein seltener Anblick im Jahr 2020: Ein Swiss-Flieger in der Luft.

«Wir sind um 50 Jahre zurückgeworfen worden» – das Verlustjahr der Swiss in 6 Grafiken

Für die Swiss war das Pandemiejahr 2020 das schlechteste seit ihrer Gründung. Und auch die Aussichten für 2021 sind alles andere als rosig. Der Verlust in 6 Grafiken.
04.03.2021, 14:2005.03.2021, 09:18
Dennis Frasch
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Die Luftfahrtbranche hat ein miserables Jahr hinter sich. Kaum eine andere Branche wurde so hart von der Pandemie getroffen. Weltweit ging der Luftverkehr um zwei Drittel zurück im Vergleich zu 2019.

Auch die Swiss erwischte es hart. Bei der Präsentation des Jahresergebnisses für 2020 sagte Chief Financial Officer Markus Binkert: «Wir sind um 50 Jahre zurückgeworfen worden». Die Passagierzahlen seien vergleichbar mit jenen aus dem Jahr 1973.

Wie schlecht das Jahr für die Swiss wirklich war, illustrieren die folgenden Grafiken.

Schlechtestes Betriebsergebnis seit 2002

Zum ersten Mal seit 15 Jahren ist die Swiss tief in die roten Zahlen gestürzt. Operativ resultierte bei der Lufthansa-Tochter ein Verlust von 654 Millionen Franken. Der Umsatz ging um 65,2 Prozent auf 1,85 Milliarden Franken zurück.

2019, im Jahr vor der Pandemie, hatte die Fluggesellschaft noch einen operativen Gewinn von 578 Millionen Franken erzielt und 2018 mit 636 Millionen sogar das bisherige Rekordergebnis.

Betriebsergebnisse der Swiss seit Gründung, in Millionen CHF

grafik: watson.ch Quelle: swiss

Der Luftverkehr kam fast zum Stillstand

Als die erste Viruswelle letzten März mit voller Wucht zuschlug, musste die Swiss ihren Flugplan kontinuierlich reduzieren. Dies führte dazu, dass im April über 90 Prozent der Swiss-Flotte am Boden bleiben musste.

Im Sommer entspannte sich die Situation mit den Lockerungen wieder ein wenig, doch die zweite Welle und die damit verbundenen Restriktionen machten der Swiss einen erneuten Strich durch die Rechnung. Über das Jahr gerechnet hoben 48'069 Flieger der Swiss ab, 68 Prozent weniger als 2019.

Schaut man sich den gesamten Flugverkehr am Flughafen Zürich an, so sieht man, dass dieser Mitte März fast komplett zum Erliegen gekommen ist.

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Bild: watson

Passagierzahlen brechen zusammen

Wo keine Flüge, da auch keine Passagiere. 74 Prozent weniger Gäste verzeichnete die Swiss 2020 gegenüber dem Vorjahr.

Insgesamt begrüsste die Airline 2020 nur noch 4,8 Millionen Passagiere an Bord, im Vorjahr waren es noch über 18,8 Millionen gewesen. Die durchschnittliche Auslastung der Maschinen sank von 84 Prozent auf 57,9 Prozent, wie die Swiss am Donnerstag bekannt gab.

Passagierzahlen in Millionen

grafi: watson.ch quelle: swiss

Analog dazu die Passagierzahlen am Flughafen Zürich:

Bild

Was bringt die Zukunft?

Um die hohen Verluste, die aufgrund der Reiserestriktionen im vergangenen Jahr anfielen, abzuschwächen, ist die Swiss 2020 stark auf die Kostenbremse getreten. «Es war wichtig, dass wir schnell drastische Kostensparmassnahmen eingeleitet haben», sagte Finanzchef Markus Binkert an der Medienkonferenz der Airline am Donnerstag.

Man habe die Fixkosten um ein Drittel senken können, sagte er. Die Airline habe allerdings viele Fixkosten, die sich nicht so einfach reduzieren liessen wie in anderen Branchen.

Von den 1,5 Milliarden Kreditsumme, die der Bund der Swiss zugesprochen hat, sei aktuell noch etwa eine Milliarde übrig, sagte Finanzchef Binkert. «Ohne diesen Kredit hätte die Swiss das Jahr nicht überstehen können», sagte er und bedankte sich beim Bund für diese Hilfe.

Die Gerüchte, dass der Swiss bis im Sommer das Geld ausgehen könnte, wies Binkert ab. «Wir werden das aktuelle Jahr bezüglich Liquidität gut überstehen», sagte er. Es hänge allerdings auch stark davon ab, wie sich die Buchungslage entwickle. «Wenn wir 50 Prozent der Kapazität in der Luft haben, können wir den Mittelabfluss stoppen».

Für 2021 dürfte die Fluggesellschaft nach ihren eigenen Schätzungen diese Zahl nur knapp erreichen. Es wird mit 40 bis 50 Prozent der Kapazitäten gerechnet, die man vor der Krise hatte. Im Hochsommer dürfte die Nachfrage aber steigen und eine Kapazität von 65 Prozent erreicht werden. Mittlerweile ist die Swiss vorsichtiger geworden. In früheren Prognosen erwartete man für den jetzigen März eine Kapazitätsauslastung von über 50 Prozent. Tatsächlich ist sie bei nicht einmal 30.

Wie schnell sich der Luftverkehr komplett erholt, hängt sehr stark von der epidemiologischen Situation und den daraus resultierenden Reisebeschränkungen ab. Eine genaue Prognose, wann die Normalität zurückkehrt, wagen derzeit auch nur wenige. «Frühestens 2023, aber eher 2024», so der Tenor aus Expertenkreisen.

(Mit Material der SDA)

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71 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Gurkensalat23
04.03.2021 14:38registriert Februar 2016
Sorry, aber da gibts kein Mitleid von mir...
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P_hr
04.03.2021 14:33registriert August 2015
ich hätte die firma pleite gehen lassen und nacher die flugzeuge aus dem insolventsguthaben ausgekauft und ne neue airline gegründet..
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Hunter Stockton
04.03.2021 15:39registriert September 2015
Boohoo heult doch leise! Wenn so ein grosses Unternehmen anfängt, wegen Geld rumzuheulen, kann ich echt nur lachen. Die bekommen doch eh alles quer in den Allerwertesten subventioniert. Mein Schwager hat eine Pizzeria und bis heute vom Staat keinen Rappen gesehen. Er musste sich einen Zweitjob suchen um seine Familie ernähren zu können und die Angestelltenlöhne zu bezahlen. Aber der arme arme CEO von der Swiss, der bräuchte den diesjährigen Boni doch dringend, um sich noch eine Yacht kaufen zu können. Echt erbärmlich, auf wem hier der Fokus liegt. Die Grossunternehmen tun mir kein bisschen lei
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