Schweiz
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epa08297917 Employees close their restaurant 'A La Pomme d'Or' located at the Old City of Geneve, after the Geneva's authorities proclaims Monday the state of necessity to fight against the spread of the coronavirus COVID-19, in Geneva, Switzerland, 16 March 2020. Several European countries have closed borders, schools as well as public facilities, and have cancelled most major sports and entertainment events in order to prevent the spread of the SARS-CoV-2 Coronavirus causing the Covid-19 disease.  EPA/SALVATORE DI NOLFI

Die Coronakrise trifft vor allem die KMU und damit das Mark der Schweizer Wirtschaft hart. Bild: EPA

Was Selbstständige, Coiffeursalons oder Kunstschaffende jetzt tun können

Geschlossene Restaurants, Läden, Hotels, Coiffeursalons oder Kulturlokale leiden. Wie sie das Hilfspaket des Bundes jetzt nutzen können und zu welchen Schritten der Experte rät.



Zahlreiche Unternehmen, Selbstständige und Freischaffende Personen in der Schweiz sind von den Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus beeinträchtigt. Sie verlieren zahlreiche Aufträge oder mussten ihren Betrieb ganz schliessen. Betroffene haben nun drei verschiedene Möglichkeiten, um die wirtschaftlichen Folgen möglichst klein zu halten.

Wer Anspruch auf einen Kredit hat und wo man Erwerbsersatzentschädigung beantragen kann, beantwortet die folgende Auflistung. Zudem gibt Comparis-Experte Felix Schneuwly Tipps, welche finanzielle Unterstützung sich für wen am besten eignet.

Kurzarbeit

In einigen Kantonen sind wegen des Coronavirus erste Gesuche um Kurzarbeit eingegangen, was sich aber erst später in der Statistik des Bundes niederschlagen wird. (Symbolbild)

Bild: DPA-Zentralbild

Die Kurzarbeit ist die vorübergehende oder vollständige Einstellung der Arbeit in einem Betrieb. Mit dieser Möglichkeit können Arbeitsplätze erhalten bleiben und Arbeitgeber müssen ihre Mitarbeitenden nicht entlassen, wenn sie deren Löhne nicht mehr zahlen können. Die Kurzarbeit deckt jedoch nicht den Umsatzausfall, sondern 80 Prozent des wegfallenden Lohnes ab.

Wer kann Kurzarbeit beantragen?

Aufgrund der Corona-Pandemie hat der Bund die Bedingungen für die Kurzarbeit ausgeweitet und vereinfacht. Neu können Kurzarbeitsentschädigungen auch für Angestellte in befristeten Arbeitsverhältnissen beantragt werden.

Bespiele:

Wo kann die Kurzarbeit beantragt werden?

Je nachdem wo ein Unternehmen seinen Sitz hat, ist das jeweilige kantonale Amt für Wirtschaft und Arbeit für die Bearbeitung des Kurzarbeitgesuchs verantwortlich.

Das sagt der Experte:

«Grundsätzlich ist der Arbeitgeber zur Lohnfortzahlung verpflichtet. Unternehmen, die von den Corona-Massnahmen betroffen sind, sollten deshalb für ihre Mitarbeitenden so schnell wie möglich bei der Arbeitslosenversicherung Kurzarbeitsentschädigungen beantragen. Selbstständig Erwerbende bekommen keine Entschädigung für Kurzarbeit. Im Zuge der Coronakrise hat der Bund jedoch diese Gruppe Hilfe in Form einer Corona-Erwerbsersatzentschädigung zugesagt.»

Felix Schneuwyl

Erwerbsersatzentschädigung

ARCHIVBILD - ZUM THEMA DES SOZIALVERSICHERUNGSABKOMMENS MIT KOSOVO AN DER SOMMERSESSION DER EIDGENOESSISCHEN RAETE AM MITTWOCH, 5. JUNI 2019, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - AHV-Ausweise werden aus einem Aktenschrank hervorgeholt, am 31. Oktober 2006 in Zuerich. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Bild: KEYSTONE

Der Bundesrat hat per Notrecht ein Hilfspaket mit dem Gesamtbetrag von 42 Milliarden Franken geschnürt. So will er den betroffenen Personen und Unternehmen wirtschaftlich unter die Arme greifen. Sofern keine weiteren Entschädigungen oder Versicherungsleistungen ausgezahlt werden, haben beispielsweise freischaffende Personen Anspruch auf die Corona-Erwerbsersatzentschädigung.

Die Entschädigung beträgt 80 Prozent des durchschnittlichen Bruttoerwerbseinkommens, das vor Beginn der Corona-Massnahmen erzielt wurde. Der Kostendeckel liegt aber bei höchstens 196 Franken pro Tag.

Wer kann die Entschädigung beantragen?

Selbstständigerwerbende, die einen Erwerbsausfall erleiden, weil sie wegen den Massnahmen des Bundes nicht mehr arbeiten können.

Beispiele:

Wo kann die Entschädigung beantragt werden?

Diese Entschädigung erhält man nicht automatisch, sondern sie muss beantragt werden. Wer betroffen ist, muss die Entschädigung bei der AHV-Ausgleichskasse beantragen. Weitere Informationen dazu finden sich hier.

Das sagt der Experte:

«Folgende Personen erhalten eine Entschädigung: Eltern mit Kindern unter 12 Jahren, die ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen müssen, weil die Fremdbetreuung der Kinder nicht mehr gewährleistet ist; Personen, die wegen einer Quarantänemassnahme ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen müssen oder Selbständigerwerbende, die aufgrund einer bundesrechtlich angeordneten Betriebsschliessung oder des Veranstaltungsverbotes einen Erwerbsausfall erleiden. Dazu gehören unter anderem freischaffende Künstlerinnen und Künstler. Sofern keine weiteren Entschädigungen oder Versicherungsleistungen ausgezahlt werden, können sie bei der AHV-Ausgleichskasse eine Erwerbsersatzentschädigung beantragen.»

Felix Schneuwly

Kredit

ARCHIVBILD --- ZUR HEUTIGEN MELDUNG, DASS DER BUNDESRAT KUENFTIG DER POSTFINANCE ERLAUBEN WILL HYPOTHEKEN UND KREDITE ZU VERGEBEN, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG --- Eine Mitarbeiterin im Gespraech mit einem Kunden am Schalter der Postfinance Filiale in Zug (KEYSTONE/EQ IMAGES/Andy Mueller)

Bild: EQ IMAGES

Es werden zwischen zwei Arten von Krediten unterschieden: Bei Krediten bis zu 500'000 ist der Zinssatz null Prozent. Hier bürgt der Bund, wenn ein Unternehmen den Kredit in den nächsten fünf bis sieben Jahren nicht zurückzahlen kann.

Kredite die höher sind als 500'000 Franken werden vom Bund zu 85 Prozent abgesichert. Der Zins beträgt 0.5 Prozent.

Wer kann einen Kredit beantragen?

Alle Unternehmen, die wegen der Corona-Krise «wirtschaftlich erheblich beeinträchtigt sind», dürfen einen Kredit beantragen. Sie können Überbrückungskredite im Umfang von maximal 10 Prozent ihres Jahresumsatzes bei ihrer Hausbank beantragen. Das Formular ist hier verfügbar.

Wo kann ein Kredit beantragt werden?

Der Überbrückungskredit kann mit diesem Formular bei der persönlichen Hausbank beantragt werden. Der Kredit beträgt maximal 10 Prozent des Jahresumsatzes.

Das sagt der Experte:

«Es ist aktuell sehr einfach und unbürokratisch, einen Kredit zu erhalten, weil der Bund bürgt. Doch Unternehmen sollten sich nicht der Illusion hingeben, dass damit alle Probleme gelöst sind. Sie werden lediglich verschoben. Eine Firma, die schon immer etwas knapp bei Kasse war und kaum Reserven hat, muss sich einfach bewusst sein, dass es schwierig werden wird, den Kredit zurückzuzahlen. Gerade die Gastro- oder Hotelleriebranche, die auch schon vorher mit strukturellen Problemen zu kämpfen hatte, ist davon stark betroffen. Bleibt ein Unternehmen auf hohen Fixkosten sitzen, empfehle ich eher individuelle Lösungen. Zum Beispiel das Gespräch mit dem Vermieter zu suchen, um die Lokalmiete* zu senken oder in Raten zahlen zu können.»

Felix Schneuwly

*Um Privatpersonen und Mieter von Geschäftsräumen zu unterstützen, hat der Bundesrat heute Freitag zudem die Nachfrist bei Zahlungsverzug von 30 auf 90 Tage verlängert. Gerät ein Mieter mit der Miete in Verzug, kann ihm der Vermieter nach Ablauf der Nachfrist kündigen. Die Kündigungsfrist beträgt nur 30 Tage.

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34Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Quacksalber 28.03.2020 10:17
    Highlight Highlight Gibt es auch Informationen für Einzelpersonen die in ihrer eigenen GmbH arbeiten? Sind nicht wenige und werden ständig nicht erwähnt.
    • Hierundjetzt 28.03.2020 13:00
      Highlight Highlight Lies die Verordnung. S gibt EO für diese. 3000.- glaubs 🤔
    • g-rd 28.03.2020 17:27
      Highlight Highlight Können Kurzarbeit beantragen.
  • OrbiterDicta! 28.03.2020 01:17
    Highlight Highlight Ich habe vor kurzem mein Studium beendet, sollte eigentlich Anfang April mein Praktikum beginnen. Dies wurde nun aber wegem dem Virus verschoben. Davor habe ich über Coople (meist Tageseinsätze, zu Stundenlohn) ein wenig Geld verdient. Dies geht nun aber auch nicht mehr (keine Jobs für welch ich qualifiziert bin). Nun stehe ich ziemlich blöd da. Anyone eine Idee wie ich zu etwas Geld kommen könnte?
    • Trafalgar 28.03.2020 04:40
      Highlight Highlight Melde dich mal beim nächstgelegenen Spital ob sie eine Aushilfe für Nachschub o.Ä. Gebrauchen könnten.
    • Trafalgar 28.03.2020 04:48
      Highlight Highlight Oder auch beim nächstgelegenen Logistikzentrum anfragen. Es gibt Bereiche, die momentan eher Überlastet sind. Dort würde ich mit suchen anfangen.
    • Carl Gustav 28.03.2020 05:25
      Highlight Highlight In der Landwirtschaft wird Hilspersonal gesucht...
      Ist zwar streng, aber sinnvoll.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Stargoli 27.03.2020 21:06
    Highlight Highlight Die Entschädigung beträgt 80 Prozent des durchschnittlichen Bruttoerwerbseinkommens, das vor Beginn der Corona-Massnahmen erzielt wurde.
    Was passiert wenn man sich erst Anfang Februar selbstständig gemacht hat und noch kein durchschnittliches Einkommen hat?
    Meine Frau und ich sind leider in dieser verzwickten Lage. Angemeldet haben wir uns mal.
    • G. Samsa 27.03.2020 22:12
      Highlight Highlight Ich hoffe für euch dass es eine gute Lösung für euch gibt!!!
    • Haderlump 28.03.2020 00:16
      Highlight Highlight Ich denke, dass in diesem Fall das geschätzte Einkommen der Beitragsverfügung 2020 zur Bemessung der Corona-Entschädigung verwendet wird. Frag mal bei deiner Ausgleichskasse an.
    • Hierundjetzt 28.03.2020 06:19
      Highlight Highlight Kommt auf die Branche an.

      RAV Anmeldung?

      Oder hast Du bereits einen HR Eintrag erstellt 😕
    Weitere Antworten anzeigen
  • derAres 27.03.2020 21:00
    Highlight Highlight Hier ist das Antragsform für alle Interessierten:
    https://covid19.easygov.swiss/wp-content/uploads/2020/03/COVID-19-KREDIT_Art3_v13i_de.pdf

    Dann wähle ich als Selbstständiger ohne UID (ohne Eintrag im Handelsregister) einfach als Rechtsform "Andere" aus und lasse UID leer?
    • ingmarbergman 27.03.2020 21:40
      Highlight Highlight Für eine UID musst du nicht im Handelsregister eingetragen sein. Die bekommst du, wenn du als Selbständiger anerkannt bist und AHV-Beiträge abrechnen darfst.
  • Tom Holwerda 27.03.2020 20:42
    Highlight Highlight Das Massnahmenpaket ist umfassend, leider werden nicht oder noch nicht alle Selbständigerwerbenden berücksichtigt.
    Bis jetzt gehen EinzelunternehmerInnen wie Taxifahrer, Osteopathen, Fotografen, Physiotherapeuten, Reinigungskräfte leer aus. Sie können oder müssen ihr Geschaft nicht total schliessen, haben aber so gut wie keinen Umsatz.
    • Raphael Stein 27.03.2020 22:25
      Highlight Highlight Meinst du diese Berufe werden auch endlich anerkannt?

      Ein Mieter von uns ist genau in dieser Situation.
    • wustasoos 27.03.2020 22:55
      Highlight Highlight Ja, das ist ein Fehler unter Punkt 2 im Text. Ein/e freischaffende/r Grafiker/in wie auch die von dir genannten werden keine Erwerbsersatzentschädigung erhalten. Dazu steht auf dem Link, der unter Punkt 2 gesetzt wurde, in den FAQ: «Selbstständigerwerbende, die von den Massnahmen des Bundesrates nicht betroffen sind, aber infolge rückläufiger oder ausbleibender Kundschaft einen Einkommensverlust erleiden, sowie Selbstständigerwerbende, die sich für eine Schliessung des Betriebs entschieden haben, haben keinen Anspruch auf die Entschädigung.»

      Oder versteh ich was falsch?

      @ Helene Obrist
    • Hierundjetzt 28.03.2020 06:24
      Highlight Highlight Nein, gemäss Direktor SAV Zürich, können die ja ohne weiteres Arbeiten.

      Ansprüche können nur geschlossene Branchen machen

      Auch Grafiker oder Putzfrauen können ja weiterhin arbeiten

      Es ist eben verzwickt 😕

      Am besten sofort anrufen, mail schreiben.
    Weitere Antworten anzeigen
  • _Lucky Luke_ 27.03.2020 20:37
    Highlight Highlight Die ganze Wirtschaft leidet, bedrohte Unternehmem benötigen Kredite, die Spitäler sind überlastet..

    ..aber hey chum Sepp morn isch schön wetter, ab go wandere! 9i zug richtig appezell mit 500 andere lüt

    https://www.google.ch/amp/s/www.nzz.ch/amp/zuerich/viele-wanderer-und-bergsteiger-widersetzen-sich-den-corona-empfehlungen-der-verbaende-und-behoerden-ld.1548894
    • WatDaughter (aka häxxebäse) 27.03.2020 21:31
      Highlight Highlight Wow das sind ja super vollpföschte 🤦‍♀️
  • Erklärbart. 27.03.2020 20:26
    Highlight Highlight Angenommen eine Coiffeuse macht CHF 300'000 Umsatz pro Jahr. Sie hat 2 Angestellte, zu einem Monatslohn (Brutto) von je CHF 4500. Macht CHF 9000.00/Monat. Ihr Lohn, Miete, sonstigen Fixkosten noch nicht drin... reichen da 10%, also CHF 30'000? Vielleicht bis Ende Mai, aber was wenn es länger dauert?


    • Datenschutzbeauftragter 27.03.2020 20:44
      Highlight Highlight Die beiden Angestellten darfst Du nicht mit einrechnen, da die Coiffeuse diese auf 100% Kurzarbeit setzen kann und somit die 9000.-/Monat spart. Mit bereits vorhandenen Reserven, ev. Goodwill des Vermieters und Kredit über 30'000.-, sollte sie schon einige Monate überleben können. Was mir aber zu denken gibt, ist die hohe Verschuldung der KMUs welche jetzt entsteht und dann während der kommenden Wirtschaftskrise (Rezession oder gar Depression) zurückbezahlt werden muss...
    • lilie 27.03.2020 20:46
      Highlight Highlight @Erklärbart: Ein Überbrückungskredit bis Ende Mai ist eine massive Erleichterung in einer solchen Situation.

      Dazu kann sie die Miete mit 90 Tage Verspätung zahlen, also 6 Wochen später als vereinbart.

      Wenn sie ausserdem auf den Vermieter zugeht, wird sie sicher eine Mietreduktion aushandeln können für die Zeit der Restriltionen.

      Für die Angestellten kann sie Kurzarbeit beantragen.

      Also insgesamt würde ich sagen, dass sie damit die Krise meistern kann.
    • Danilowski 27.03.2020 21:06
      Highlight Highlight Ich denke, das wird sogar bis Ende Mai schwierig. Und dazu ist der Coiffeursalon danach auch noch verschuldet.
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