Schweiz
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Recycling mit einem Haken: Das Flaschenproblem von Valser und Rivella

Getränkehersteller sind daran, für Plastikflaschen recyceltes PET einzusetzen. Bei Valser sind es bereits 100 Prozent – doch die PR-Botschaft der Coca-Cola-Tochter hat einen grossen Haken. Nun übt ein bekannter Konkurrent Kritik.

Benjamin Weinmann / ch media



Der Stolz war gross: «Valser baut seine Rolle als Nachhaltigkeitspionier weiter aus» – so verkündete die US-Mutterfirma Coca-Cola die Innovation beim Schweizer Mineralwasserproduzenten vergangenen Sommer. Neu verwende Valser ausschliesslich PET-Flaschen aus 100 Prozent recyceltem Material, so genanntem R-PET.

Eine gross angelegte Kampagne begleitete den Wechsel auf das nachhaltigere Plastik. Die traditionelle grüne Farbe der Valser-PET-Flaschen passte perfekt zur grünen Botschaft.

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Bei der Nestlé-Tochter Henniez bestehen die Flaschen neu zu 75 Prozent aus recyceltem PET. bild: ch media/zvg

Tatsächlich ist die gesamte Branche daran, auf R-PET umzusatteln. Die Klimadebatte und Bilder von herumliegenden Plastikmüll haben die Getränkehersteller in Erklärungsnote gebracht.

Auch die Nestlé-Tochter Henniez zieht mit. Alessandro Rigoni, Chef der Schweizer Sparte von Nestlé Waters, sagt gegenüber CH Media, dass ab sofort alle Henniez-PET-Flaschen zu 75 Prozent aus Schweizer R-PET bestehen, statt wie bisher zu 30 Prozent.

Als Konsument stellt sich allerdings die Frage: Wieso nur 75 Prozent, wenn Konkurrenten wie Valser bereits 100 Prozent davon einsetzen? Natürlich habe auch Henniez das Ziel, 100 Prozent zu erreichen. Man wolle aber schrittweise vorgehen, um sicherzustellen, dass langfristig genügend R-PET verfügbar sei. Denn heute übersteige die Nachfrage nach recyceltem PET das Angebot. Und Rigoni nennt einen weiteren Grund: «Gefärbte PET-Flaschen können noch nicht zu neuen PET-Flaschen recycelt werden, um die Gesamtmenge an R-PET zu steigern.»

Nestlé-Manager: «Das hätte weniger mit Nachhaltigkeit zu tun, sondern mehr mit PR»

Ohne Namen zu nennen, ist klar, welche grossen Schweizer Konkurrenten der Nestlé-Manager damit meint: Rivella mit seinen braunen Flaschen und Valser mit seinen grünen. «Heute recyceln wir in der Schweiz 82 Prozent aller PET-Flaschen, was schon sehr gut ist, aber logischerweise können damit nicht alle Hersteller 100 Prozent R-PET verwenden.» Um das Kreislauf-Prinzip «Flasche zu Flasche» zu respektieren, verwende Nestlé nur so viel R-PET, wie aus den verkauften Henniez-Flaschen hergestellt werden könne.

Plastik-Premiere vor 35 Jahren

Der Mineralwasser-Hersteller Henniez lancierte vor rund 35 Jahren erstmals Plastikflaschen in der Schweiz. Als erste Kundin konnte Henniez die Swissair gewinnen. Sie liess sich von den Vorteilen der PET- gegenüber den zuvor verwendeten Glasflaschen überzeugen: Sie waren unzerbrechlich und deutlich leichter. Und weniger Gewicht bedeutet in der Aviatik weniger Kerosinverbrauch. Rasch revolutionierten die PET-Flaschen auch den Getränkeverkauf im Detailhandel, wo Glasflaschen bis heute mehrheitlich verschwunden sind. (bwe)

«Es wäre unfair, unverhältnismässig viel R-PET einzukaufen, das der Markt an sich noch gar nicht hergibt und so anderen Herstellern ihre R-PET-Menge wegzunehmen. Das hätte weniger mit Nachhaltigkeit zu tun, sondern mehr mit PR.» Henniez selber verwendet zwar ebenfalls ein helles Blau für seine Flaschen, dieses ist laut Rigoni aber recycelbar, genauso wie transparentes PET.

Rigoni legt den Finger damit auf einen wunden Punkt, über den man in der Branche bisher nicht gerne gesprochen hat. Und was sagen die betroffenen Hersteller selbst? Bei der Aargauer Familienfirma Rivella heisst es, dass man heute 30 Prozent R-PET verwende und man daran arbeite, den Anteil zu erhöhen. Bei den Michel-Fruchtsäften seien es bereits 100 Prozent. Aber eben: Rivella trägt mit seinen braunen Flaschen selber nicht zu einem funktionierenden Recycling-Kreislauf bei.

Jetzt kümmert sich eine Arbeitsgruppe um das Thema

Die Sprecherin sagt dazu nur, dass eine Projektgruppe «mit Hochdruck an diesem Thema» arbeite und man in Zukunft alle Rivella-Flaschen in den Kreislauf zurückbringen wolle. Die Rivella Flaschen sind seit ihren Anfängen braun. Ursprünglich diente die Farbe als Lichtschutz für das auf Milch basierte Getränk. Heute ist es laut der Sprecherin «ein wichtiger Teil des Markenbildes.» Erst auf Nachfrage bestätigt sie, dass das Braun zwar immer noch besser, aber nicht mehr zwingend sei. Heisst: Würde Rivella auf die Farbe verzichten, wäre das Problem gelöst.

HANDOUT - Moderner, frischer, dynamischer: zum 55 Jahre-Jubilaeum prasentiert sich Rivella in einem neuen Look. Ueberarbeitet wurde neben dem Logo auch Form und Farbe der Flaschen. Rivella gruen kommt neu mit 50 Prozent weniger Zucker aus. (PHOTOPRESS/Rivella)

Die Rivella-Klassiker. Bild: PHOTOPRESS

Ein Coca-Cola-Sprecher verweist ebenfalls auf eine Arbeitsgruppe, die sich mit der Farbthematik beschäftige. Der US-Getränkeriese verwendet nebst Valser auch bei Sprite gefärbtes PET. Den Vorwurf, dass die Valser-Nachhaltigkeits-Kampagne widersprüchlich erscheine, da man weiterhin grüne Flaschen in den Umlauf bringe – die Firma bezeichnet sich selbst als «Nachhaltigkeitspionier» – kann der Sprecher nicht entkräften. Das grüne PET werde zwar bereits heute recycelt, könne aber nicht zu neuen Getränkeflaschen wiederverwertet werden.

Der Verband Pet Recycling Schweiz bestätigt die neue Arbeitsgruppe, in der auch Vertreter von Rivella und Valser sitzen. Ziel sei die Entwicklung von neuen Recycling-Verfahren für grüne und braune PET-Flaschen. Denn heute ist es aus chemischen Grünen noch nicht möglich, aus den verschiedenen Farbstoffen ein neues, homogenes R-PET herzustellen bei gleichbleibender Qualität.

«Erste Ergebnisse sehen positiv aus, und wir hoffen, dass wir noch dieses Jahr den Durchbruch kommunizieren können», sagt eine Sprecherin. Das neue Verfahren käme in Bilten, Glarus, zur Anwendung. Dort wurde vergangenen April die laut dem Verband modernste PET-Verwertungsanlage Europas eröffnet.

4000 zusätzliche Sammelstellen geplant

Laut der Sprecherin dürfte die R-PET-Quote in der Schweiz in diesem Jahr von 40 Prozent 2019 auf 50 Prozent steigen. Eine 100 Prozent R-PET-Quote sei aber leider utopisch. Denn dafür müssten alle Flaschen 100 prozentig rein sein und keine Fremdstoffe beinhalten. Und vor allem müsste die Sammelquote von über 90 Prozent auf 100 Prozent steigen.

Aus alt wird neu - so funktioniert das neue R-PET

PET (Polyethylentherephthalat) ist ein aus Erdöl oder Erdgas hergestellter Kunststoff. Bei R-PET wird kein neues Erdöl benötigt. In der Schweiz sammelt der Verband PET-Recycling Schweiz an mehr als 53‘000 Sammelstellen über 94 Prozent aller verkauften PET-Flaschen. Wiederum 83 Prozent können zu R-PET recycelt werden. Zuerst werden die Flaschen nach Farben getrennt, dann gewaschen und in so genannte Flakes zerkleinert, bei 250 Grad eingeschmolzen und schliesslich zu R-PET verarbeitet. Die Wiederverwertung von PET-Flaschen gilt als umweltfreundlicher als das Recycling von Aluminium oder Einwegglas. (bwe)

Das Problem: Vor allem unterwegs landen noch immer viele PET-Flaschen in herkömmlichen Abfallbehältern. Um dies zu ändern, plant der Verband in den nächsten Jahren bis zu 4000 zusätzliche Sammelstellen an Bus- und Tramstationen (CH Media berichtete). Erst kürzlich entschied die Stadt Bern, das Sammelsystem stark auszuweiten. Der Gemeinderat genehmigte dafür 50 zusätzliche Kehrichtbehälter mit Trennsystem und ein elektrisches Kleinmüllfahrzeug, das es zur Leerung benötigt.

Den Recycling-Bemühungen zum Trotz, bleibt die generelle Kritik an Einweg-Material bestehen – egal, ob sie nun aus PET oder R-PET bestehen. Bei der Umweltorganisation Greenpeace Schweiz heisst es, dass das Schweizer Bewusstsein für die Abfalltrennung im internationalen Vergleich zwar gross sei. In Bezug auf die Abfallvermeidung schneidet die Schweiz hingegen schlecht ab: Hiesige Haushalte produzieren mit 720 Kilogramm pro Person und Jahr hinter den USA und Dänemark weltweit am drittmeisten Abfälle.

Deshalb brauche es ein generelles Umdenken in Richtung «Zero Waste». Konsumgüterkonzerne wie Nestlé seien gefordert, auf alternative Mehrweg-Liefersysteme zu fokussieren.

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PET

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    Alle Leser-Kommentare
  • Rethinking 07.02.2020 13:05
    Highlight Highlight Es passt zwar nicht zum Artikel, doch das Kreislauf-Prinzip «Flasche zu Flasche» hat es mir angetan...

    Könnte es doch gut auch in einem Artikel über die Arbeitswelt verwendet werden...
    • fools garden 07.02.2020 18:06
      Highlight Highlight 👍
    • Zwiebeln haben Schichten 07.02.2020 21:00
      Highlight Highlight Genauso wie der Spruch Luft raus Deckel drauf.
  • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 07.02.2020 12:47
    Highlight Highlight Aludosen sind aus verschiedenen Gründen am umweltschonendsten. So kann aufgrund ihrer Form mehr Flüssigkeit pro "Container" transportiert werden. Bei Flaschen gibt es viel ungenutzten Hohlraum. Das Recycling von Alu ist einfacher und höher. Und auch im Laden sind Aludosen effizienter, da sie, wenn sie gekühlt werden, eine bessere Performance haben (länger von selbst kühl bleiben) und stapelbar sind, was weniger Platz beansprucht. Alu ist nicht immer besser als Glas, in der Schweiz bei den gegebenen Distanzen aber praktisch immer. PET hat die schlechteste Ökobilanz der drei Verpackungen.
    • Miicha 07.02.2020 14:09
      Highlight Highlight Lässt sich aber nicht wiederverschliessen. Das ist ein grosses plus von PET.
    • maylander 07.02.2020 14:24
      Highlight Highlight Aludosen sind auch lichtundurchlässig was die Getränke länger haltbar macht.
      Innen sind die Dosen übrigens Kunststoffbeschichtet. Das Getränk kommt also nie mit dem Alu in Kontakt.
      Grundsätzlich sind grosse Behälter immer Umweltfreundlicher als kleine. Eine 2l Petflasche wird besser sein als 4 Stück 0.5l Aludosen.
      Wasser könnte man auch im Karton verkaufen.
      Bier wird nur selten in PET verkauft was seine Gründe hat.
    • loquito 07.02.2020 17:05
      Highlight Highlight Die Produktion von Alluminium braucht extrem viel Energie. Ideal wären Abfüllstellen. 1 Flasche und immer wieder mit dem Inhalt auffüllen, welches man braucht... Dann spielt es kaum mehr eine Rolle ob Glas oder Plastik...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Zeitgenosse0815 07.02.2020 12:12
    Highlight Highlight Polyethylenterephthalat
    Einfach als nice to know was PET eigentlich heisst ;-)
  • firekillerolten . 07.02.2020 12:05
    Highlight Highlight Ich produziere keine 720 kg Abfall…


    Er wird mir von der Industrie Aufgezwungen und ich muss teuer für die Entsorgung bezahlen.

    Grrrr…
  • THEOne 07.02.2020 11:37
    Highlight Highlight hmm...
    Benutzer Bild
  • THEOne 07.02.2020 11:29
    Highlight Highlight nestle und nachhaltigkeit ist wie trumps rede zur nation. er ist der auserwählte und überhaupt und sowieso, aber in der realität ist genau das gegenteil der fall
    • michiOW 07.02.2020 15:57
      Highlight Highlight Der Autrag von Nestle ist es, Geld zu scheffeln. Das machen sie ohne Skrupel.

      Ob Trump seinen Auftrag auch ausführt?
  • Spellbinder 07.02.2020 10:33
    Highlight Highlight Obligatorische petsammelstellen an tankstellen (shops) wäre etwas!
    Ich finde es störend wenn man petflaschen verkauft aber keine recycling möglichkeiten bietet!
    • Else 07.02.2020 10:54
      Highlight Highlight Verkäufer von PET-Getränkeflaschen sind verpflichtet, diese zurückzunehmen.

      https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/20001238/index.html
    • Chrigu91 07.02.2020 11:20
      Highlight Highlight In den allermeisten Verkaufsstellen gibts Recyclingmöglichkeiten soviel ich weiss.
    • Spellbinder 07.02.2020 16:30
      Highlight Highlight Ich hab schon öfters vergeben nach einem pet container im aussenbereich gesucht.
      Wenn ich mich richtig erinnere bei landi und bp.
    Weitere Antworten anzeigen
  • paule 07.02.2020 10:03
    Highlight Highlight Leider ist PR wichtiger als wirkliches wiederverwenden.
    Eigentlich müsste die Politik die Materialien bestimmen, das heisst Farben verbieten die sich nicht wiederverwenden lassen.
    Valser und Rivella lässt sich auch aus transparenten Flaschen trinken.
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 07.02.2020 12:52
      Highlight Highlight Transparent sind die grünen und braunen Flaschen auch... 😉
  • DLOU 07.02.2020 09:59
    Highlight Highlight Bi der Box "Plastik-Premiere vor 35 Jahren" haben sich mehrere Glassflaschen eingeschlichen, die ggf eher Glasflaschen sein sollten. (:
    • Lea Senn 07.02.2020 10:33
      Highlight Highlight @DLOU Merci! :)
  • amore 07.02.2020 09:57
    Highlight Highlight Zurück zum Glas!
    • cheeky Badger 07.02.2020 10:39
      Highlight Highlight Auf keinen Fall!

      Glas ist viel zu schwer im vergleich zu PET. Das enorme Gewicht wird dann gleich zweimal transportiert. Das ist umweltschutztechnisch kontraproduktiv.


      Zudem brauch die Herstellung und das Recycling von Glas viel mehr Energie als die von PET.
    • MarGo 07.02.2020 11:56
      Highlight Highlight eigentlich ist doch die Frage ob Mehrweg oder Einweg...
      Mehrweg-Plastik > Mehrweg-Glas > Einweg-Plastik > Einweg-Glas

      Grundsätzlich also absolut richtig, cheeky... auch wenn natürlich für Plastik (was ja, wie wir auch hier wieder gelesen haben in den seltensten Fällen zu 100% Mehrweg sind) immer noch erdölbasierte Rohstoffe verwendet werden müssen...
      Glas ist wiederum aus Sand - zwar nicht jeder x-beliebige Sand (also auch nicht endlos verfügbar) aber doch unter dem Strich natürlich und somit sicher ökologischer... wenn da eben nicht der energiefressende Herstellungsprozess wäre...
    • John Henry Eden 07.02.2020 16:51
      Highlight Highlight Nach der ersten warmen Sommernacht wäre jedes Seeufer und jede Liegewiese mit Glasscherben übersät.

      Glas ist für den Aussengebrauch untauglich.
  • Loe 07.02.2020 09:45
    Highlight Highlight Gilt im übrigen auch für PET mit Plastiksleeves! Diese sind nämlich aus minderwertigerem Material, was die automatisierten Recyclingprozesse überfordert. Öffentlich publizierte Recyclingquoten stimmen nicht Annäherungsweise, unter anderem eben wegen Mischplastik und gefärbtem Plastik...
  • dä dingsbums 07.02.2020 09:37
    Highlight Highlight Hallo Watson

    Hat sich da ein Fehler eingeschlichen?

    "Denn heute ist es chemischen Grünen noch nicht möglich"

    Ich vermute, dass sollte heissen:
    "Denn heute ist es aus chemischen Gründen noch nicht möglich"

    • Patrick Toggweiler 07.02.2020 09:48
      Highlight Highlight @dä dingsbums: Danke! Ist korrigiert!
  • Vecchia 07.02.2020 09:33
    Highlight Highlight Mikroplastik, Littering durch Einwegflaschen.....

    Die R-Pet werden genauso in die Natur geworfen, wie die Pet- und Alubehälter. In meinen Augen ist das nur Kosmetik, die uns langfristig nicht vom Mikroplastik befreit.

    Wieso nicht wieder mehr Glas mit Depot?
    Die Qualität des Getränks bleibt nach dem Öffnen der Flasche im Glas erst noch länger erhalten. Und wenn einer zu faul ist, um eine Glas-Flasche abzugeben, liest sie dann vielleicht jemand auf, der sie gerne zu Geld macht...





    • h-max 07.02.2020 09:54
      Highlight Highlight Energieverbrauch bei Herstellung und Recycling von Glas ist ein vielfaches höher als bei PET. Glas ist viel schwerer als PET, bedeutet höhere Transportaufwand und CO2 Verbrauch bei Transport. Glasbruch in Lebensmittelproduktionen ist nicht so gerne gesehen. Oder möchtest du Scherben in deinem Getränk oder Essen? PET ist hier viel besser geeignet.
    • Vecchia 07.02.2020 11:16
      Highlight Highlight h-max

      ich habe zu Hause nur Valser in Glasflaschen, bisher funktioniert das wunderbar.

      Das R-Pet wird irgendwann nicht mehr funktionieren und dann muss wieder neues Pet mit Erdöl hergestellt werden.

      In erster Linie müssen wir den aktuellen Überkonsum überdenken.
      Mikroplastik und andere Umweltschädigungen mit der Reduktion von CO2 zu rechtfertigen wird uns kein bisschen weiterhelfen.
    • Miicha 07.02.2020 14:11
      Highlight Highlight Wunderbar funktioniert das Wasser das aus dem Hahn kommt. Kostet auch einiges weniger...
    Weitere Antworten anzeigen
  • sonico 07.02.2020 09:31
    Highlight Highlight Was ich bis heute nicht verstehe: Offiziell darf ich in den PET-Container nur PET-Flaschen einwerfen, nicht jedoch andere Verpackungen aus PET.
    Wenn doch schon Rohstoffmangel herrscht, sollte man doch gleich alles rezyklieren!
    • h-max 07.02.2020 09:56
      Highlight Highlight Weil wohl zu viele Konsumenten den Unterschied zwischen PE, PET, PP, PC, etc. nicht verstehen ;)
    • Jeremy Liquidpsy 07.02.2020 13:47
      Highlight Highlight @h-max und woran liegt das wohl ? Eine ausklärungskampagne wäre bitter nötig.

      Übrigens wer sich für die Kunststoff sammlung interessiert sollte mal bei Sammelsack.ch reinschauen :)
  • El Vals del Obrero 07.02.2020 09:14
    Highlight Highlight Als ob die Farbe den Inhalt verändern würde (Ausnahme: lichtempfindlicher Inhalt). All diese Probleme nur wegen Marketing und Design.
    • DLOU 07.02.2020 10:06
      Highlight Highlight Es ist oftmals erstaunlich, wie viel Einfluss der Wiedererkennungswert auf den Kaufentscheid des Kundens und somit auf den Absatz hat, von daher finde ich die Bedenken schon nachvollziehbar..Allerdings bin ich klar für Form follows function und für mich sollte function heute auch mit u.a. Rezyklierbarkeit definiert werden, dann wäre das ein priorisiertes Produktziel und der Fokus würde verstärkt aufs Lösen des Problemes gelegt werden (zB. bei Rivella nur die Etikette braun o.Ä.)
    • El Vals del Obrero 07.02.2020 10:40
      Highlight Highlight Ja stimmt schon. Wenn man von allem eine Riesenauswahl hat und da im Laden nur die Optik entscheidet (Geschmack kann man ja erst nach dem Kauf testen) bleiben halt nur Äusserlichkeiten um sich abzuheben.

      Wenn irgendeine neue hippe Limonade auf den Markt kommt, ist es ja oft am wichtigsten, dass die Flaschenform möglichst speziell ist.

      Auch die ganzen Produkte "extra für Männer/Frauen/Kinder" gehen wohl in die ähnliche Richtung.
  • bokl 07.02.2020 08:51
    Highlight Highlight "Man wolle aber schrittweise vorgehen, um sicherzustellen, dass langfristig genügend R-PET verfügbar sei. Denn heute übersteige die Nachfrage nach recyceltem PET das Angebot."

    Hmmm. Nach dem "Markt regelt alles"-Prinzip müsste dann ja der Preis für R-Pet steigen, womit sich Investitionen in verbessertes Recycling lohnen würden. Wenn es also nicht nur PR ist, wäre eine schnelle Erhöhung der R-Pet-Quote besser.
  • bokl 07.02.2020 08:37
    Highlight Highlight "Denn heute ist es chemischen Grünen noch nicht möglich, aus den verschiedenen Farbstoffen ein neues, homogenes R-PET herzustellen bei gleichbleibender Qualität."


    Vielleicht mal die Veganer unter den Grünen fragen, ob sie eine bessere Idee haben :).
  • Herr Ole 07.02.2020 08:10
    Highlight Highlight Das ist nicht unfair, die haben einfach schneller nachhaltig gehandelt. Allerdings sollte Valser nun auch die grünen Flaschen abschaffen, wenn sie schon wissen, dass diese nicht recycelt werden können. Könnte man wohl auch gut vermarkten.
  • chandler 07.02.2020 08:07
    Highlight Highlight Nestlé ist ja in vielen Bereichen DIE Vorzeigefirma schlechthin... Wischt doch zuerst vor der eigenen Tür, da gibt es nämlich viel zu tun.
    • Elephant Soup slow cooker recipes 07.02.2020 08:15
      Highlight Highlight Als Konsument in einer globalisierten Welt, darf man sich schon kundig machen, wo der ganze Dreck landet, den Nestlé vor der eigenen Tür wegwischt.
    • h-max 07.02.2020 09:46
      Highlight Highlight Immer wieder interessant wie sich die halbe Schweiz durch einen "Dokumentar"-Film verblenden lässt. Nestlé ist eine grossartige Schweizer Firma und was alles positives geleistet wird geht durch die Behauptungen in diesem Film unter. Ganz abgesehen davon das der Film schon fast 10 Jahre alt ist und sich seit dem auch einiges getan hat. Ich kenne keine Firma die soviel in den Produktionsstandort Schweiz und Forschung und Entwicklung in der Schweiz investiert. Und noch nie habe ich eine Firma gesehen, die so viel für Arbeitssicherheit und Umweltschutz unternimmt wie Nestlé.
    • MarGo 07.02.2020 12:01
      Highlight Highlight da bin ich wiederum ganz anderer Meinung als du, h-max... Nestle geht über Leichen, seit Jahrzehnten und es wird eher schlimmer als besser... aber greenwash und PR können sie, das steht fest... selbst vielleicht auch eine Sonnenbrille anziehen ;)
      schöns Weekend...
    Weitere Antworten anzeigen
  • one0one 07.02.2020 08:02
    Highlight Highlight Danke fuer die Info. Falls es PET sein muss kann ich jetzt darauf achten dass es nicht gefaerbt ist.
    Valser und Rivella sind sehr unsympathisch und der Effort kommt wohl wirklich nur dem PR Willen :/
  • Caturix 07.02.2020 07:42
    Highlight Highlight Wenn es so ist kann man die von Gesetz aus verbieten. Keine gefärbten Flaschen mehr, auch keinen Import.
    + 50 Rappen pro Flasche Depot.
  • Elephant Soup slow cooker recipes 07.02.2020 07:40
    Highlight Highlight hmm, vielleicht sollte Nestlé sich nebst einer Umweltstrategie überlegen, ob sie nicht auch die "Wasser ist kein Menschenrecht"-Police überdenken wollen.
    • Blitz Gordon 07.02.2020 07:57
      Highlight Highlight Sorry, das hat mit diesem Thema hier überhaupt nichts zu tun. Ist doch schön macht sich Nestlé zum PET Thema etwas mehr Gedanken als nur für die PR. Dafür dürfte man Nestlé auch mal loben.
    • h-max 07.02.2020 10:09
      Highlight Highlight Nestlé betreibt in Lausanne übrigens ein eigenes Institut (>50 MA) welches sich nur mit Projekten betreffend reduktion von Verpackungen, Recycling und Umweltschutz und R-Verpackungsmaterialien für ihre Produkte auf der ganzen Welt beschäftigt. Google mal "Nestlé Institute of Packaging Sciences".
    • TJ Müller 07.02.2020 11:38
      Highlight Highlight H-max, sind Sie der Pressesprecher von Nestlé? Verpackungsmterial wird vermieden um bei diesen unglaublichen Mengen Geld zu sparen, bez mehr Gewinn zu erwirtschafte nicht weil ihnen die Umwelt am Herzen liegt. Denn dann würden Sie das Abpumpen von Quellen unterlassen, wie zB in Vitel, wo der Grundwasserspiegel so weit gesunnken ist, dass jetzt für die Einwohner eine Pipeline zur Nachbarstadt gebaut wird um Wasser von dort zu beziehen. Ich f*cking Vitel, einer uralten Quelle, welche auf einmal am versiegen ist. Such dir einen anderen Arbeitgeber falls du ein Gewissen hast.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Henzo 07.02.2020 07:39
    Highlight Highlight Jaja, Nestle... Das hat natürlich nichts damit zu tun, das R-PET zur Verarbeitung deutlich teurer ist als PET.... (R-PET muss intensiv gereinigt werden).
    • DLOU 07.02.2020 10:09
      Highlight Highlight Wäre jetzt interessant aufzeigen zu können wie viel Energie bei der intensiveren Reinigung draufgeht und woher diese Energie kommt..Hat eigentlich sonst noch jemand oft Probleme mit der Vergleichbarkeit von Energiebilanzen inkl. Grauenergie etc.? Ich kann mir da oft keine Meinung bilden weil ich die Fakten nicht wirklich kenne und das macht mich wahnsinnig. :)
    • What’s Up, Doc? 07.02.2020 10:42
      Highlight Highlight @Henzo
      Ob du in einer Flasche jetzt 40% oder 100% R-PET verwendest hat auf den Preis einen vernachlässigbaren Einfluss. Zudem muss jedes Recyclingmaterial im Lebensmittelbereich intensivst gereinigt werden.
    • Henzo 07.02.2020 13:58
      Highlight Highlight Ehm... ich verstehe nicht ganz warum ich geblitzt werde und denn Kommentar con Bugs Bunny cvrsteh ich noch deutlich weniger.
      Klar spielt das eine Rolle. Man erhält x Tonnen PET und Y Tonnen R-PET jeweils als Granulat welches dann im Extruder prozessiert wird. x kann man direkt einsetzen, y muss man erst aufwändig reinigen und evtl. auf Verschmutzungen testen. Je mehr man von Y Einsetzt, desto mehr Zeit und Geld wird für die Reinigung verwendet. Also je mehr Y gebraucht wird, desto höher die Kosten.
      Ich war letztes Jahr geschäftlich bei einem PET Granulat Hersteller aus Italien...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Dark Circle 07.02.2020 07:34
    Highlight Highlight In Italien gibts ein Mineralwasser in einer Bio-Flasche. Diese besteht aus 100% organischem Material und zersetzt sich selber. Frage mich schon, wieso es dieses Material noch nicht über die Grenze geschafft hat. Aber das kanadische Eisschollenwasser schaffts dann wieder in den Manor.....
    • cheeky Badger 07.02.2020 10:47
      Highlight Highlight Wie ist die Umweltbilanz dieses Materials im Gegensatz zu PET?

    • What’s Up, Doc? 07.02.2020 10:48
      Highlight Highlight Wer einen Kompost hat und schon einmal die 100% zersetzbaren Säckli verwendet hat kennt das Problem es funktioniert einfach nicht recht. «Bioplastik». Der irreführende Begriff bezeichnet Plastik aus ursprünglich natürlichen Ausgangsmaterial. Nach der Verarbeitung unterscheidet es sich jedoch kaum vom herkömmlichen, auf Erdöl basierenden Plastik. Auch «biologisch abbaubares» oder «kompostierbares» Plastik hält nicht, was es verspricht. Unter natürlichen Bedingungen zersetzt es sich viel zu langsam oder überhaupt nicht. Die Gefahr ist gross, dass es daher am Ende in den Ozean gelangt.

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