Schweiz
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Schweiz und Menschen mit Migrationshintergrund: Die aktuellen Zahlen



Le percement marque la fin des travaux d'excavation dans le tube nord du tunnel de Riedberg sur chantier de l'autoroute A9 ce samedi 26 septembre 2020 a Gampel. Debute en septembre 2004, le chantier du tunnel de Riedberg, d'une longueur de 500 metres, vise a eviter le village de Gampel - Steg sur le trajet de l'autoroute A9 en Valais. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Im Bau sind vor allem Menschen mit Migrationshintergrund tätig. Bild: keystone

2019 hatten 2.722 Millionen Bewohner der Schweiz einen Migrationshintergrund, das sind rund 38 Prozent. Im Jahr davor zählte das Bundesamt für Statistik (BFS) 2.686 Millionen solche Personen, also gerade einmal 36'000 oder 1.34 Prozent weniger.

Über 80 Prozent der Bevölkerung mit Migrationshintergrund wurden im Ausland geboren und gehören zur ersten Generation (2.202 Millionen Personen). Alle anderen wurden in der Schweiz geboren und gehören zur zweiten Generation (520'000 Personen).

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36 Prozent der Menschen mit Migrationshintergrund sind Schweizer. Beim Rest sind die italienische und die deutsche Staatsbürgerschaft mit je 10 Prozent am häufigsten. Von der ersten Generation der Eingewanderten stammen knapp 50 Prozent aus EU- oder EFTA-Staaten, 11 Prozent aus weiteren Europäischen Ländern. Übrige Herkunftsländer machen ebenfalls 11 Prozent aus.

Bei der zweiten Generation sind über zwei Drittel Schweizer, ein Viertel stammt aus der EU oder der EFTA, 8 Prozent aus anderen Europäischen Ländern und nur 1 Prozent von ausserhalb Europas.

Benachteiligung der 1. Einwanderer-Generation

Die Eingewanderten der ersten Generation sind schlechter in den Arbeitsmarkt integriert als solche der zweiten Generation und - ganz deutlich - als solche ohne Migrationshintergrund. Die Erwerbslosenquote beispielsweise beträgt bei Erstgenerations-Migranten 7.3 Prozent, also fast dreimal so viel wie bei Schweizern ohne Migrationshintergrund. Bei der zweiten und höheren Migrations-Generationen sind es «nur» 6.3 Prozent gegenüber 2.5 Prozent der Schweizer ohne Migrationsgeschichte.

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Kinder und Kindeskinder von Eingewanderten sind nur in einigen, aber nicht allen Aspekten in der Arbeit schlechter gestellt als Bewohner mit Schweizer Wurzeln. Generell sollte nicht verallgemeinert werden, warnt das BFS: «Der Migrationsstatus ist keinesfalls der einzige erklärende Faktor für die festgestellten Unterschiede zwischen diesen Bevölkerungsgruppen. Andere Variablen wie das Alter oder das Bildungsniveau können ebenfalls einen Einfluss haben».

Ausländer machen die unbeliebten Schichten

In der Schweiz geborene Nachfahren von Eingewanderten sind nur etwa um 1-2 Prozentpunkte öfter für ihre Stellung überqualifiziert als Schweizer ohne Migrationshintergrund. Von den Erstgenerations-Eingewanderten arbeiten dagegen fast zehn Prozent mehr als genuin Einheimische unter ihrem Ausbildungsniveau.

Ganz ähnlich ist es bei den sogenannt atypischen Arbeitszeiten: Hier machen Angehörige der zweiten Einwanderergeneration zwar weniger häufig Nacht-, Sonntags- oder Pikett-Arbeit als Menschen ohne Migrationshintergrund. Aber ihre Eltern oder Grosseltern, die Einwanderer der ersten Generation, verrichten etwa um ein Fünftel häufiger diese - unbeliebten - Schichten als Menschen ohne Migrationshintergrund.

Auf Kaderstufe kaum Unterschied In-/Ausländer

Bei Arbeitnehmenden mit Führungsfunktion sind die Unterschiede zwischen In- und Ausländern nur noch geringfügig: Berufsleute ohne Migrationshintergrund haben in diesen Stellungen eine Quote von 34,7, Eingewanderte der ersten Generation eine Quote von 32.3 und solche der zweiten oder höheren Generation 32.6.

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Signifikante Unterschiede sind gemäss der neuesten Zahlen des BFS bei den Herkunftsländern zu beobachten. Berufsleute aus Nord- und Westeuropa haben eine Führungsquote von über 40 Prozent, bei Südwesteuropäern sind es 31,6, bei Ost- und Südosteuropäern 25.8 und bei Eingewanderten aus anderen Staaten liegt die Quote bei 24.8 Prozent.

Entwicklung der Bevölkerungsanteile

In den letzten 15 Jahren ist der Anteil von Personen ohne Migrationshintergrund in der Schweiz um zehn Prozentpunkte von 70 auf 60 Prozent zurückgegangen. Der Anteil der Erstgenerations-Eingewanderten stieg im selben Zeitraum von 23 auf 31 Prozent, derjenige der zweiten Generation mit Migrationshintergrund von 5 auf 7 Prozent. Bei 1-2 Prozent der Bevölkerung kann der Migrationsstatus nicht bestimmt werden. (aeg/sda)

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57 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
WindJoe
13.10.2020 13:07registriert July 2020
Der eigentliche Grund ist nicht genannt, dass der Urschweizer einfach reicher ist und somit auch seine Kinder und Enkelkinder höchst wahrscheinlich reicher sein werden.
Heutzutage kann man mit seinen Händen gar nicht so viel Arbeiten um Reichtümer und Besitz anzusammeln, das war früher möglich.
Heute erarbeitet das Geld mehr Geld und das kommt von... den Vererbern letzlich... Und so dreht sich die Spirale immer weiter und wenn man seinen Kindern gut genug eingetrichtert hat das Geld immer mehr Geld ergeben muss, dann haben wir die immer größer werdende Scheere zwischen arm und reich!
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zeroc88l
13.10.2020 13:00registriert January 2015
Leider wird im Artikel nicht erwähnt wie das BFS die "Bevölkerung mit Migrationshintergrund" definiert:
"Zur vom BFS definierten Gruppe der «Bevölkerung mit Migrationshintergrund» gehören Personen ausländischer Staatsangehörigkeit und eingebürgerte Schweizerinnen und Schweizer – mit Ausnahme der in der Schweiz Geborenen mit Eltern, die beide in der Schweiz geboren wurden – sowie die gebürtigen Schweizerinnen und Schweizer mit Eltern, die beide im Ausland geboren wurden."
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Sprachrohr
13.10.2020 22:09registriert July 2020
Der Zwischentitel "Benachteiligung der 1. Einwanderer-Generation" wäre sehr politisch gefärbt, wenn damit eine generelle Ausländer-Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt angedeutet werden sollte.
Wenn die 1. Generation im Schnitt schlechter gebildet ist und weniger Deutsch spricht, ist sie auf dem Arbeitsmarkt nicht in diesem Sinne (diskriminierend) "benachteiligt", sondern schlicht objektiv schlechter qualifiziert, was sich logischerweise negativ auswirkt. Trifft schlecht ausgeb. CH genauso.
Deshalb muss man Integration fördern, aber auch fordern!
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