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«Billig!», «Geschmacklos!»: Der Trump-Witz der Migros kommt bei den Amis gar nicht gut an

Die Detailhändlerin hat sich mit einem Social-Media Witz in die Nesseln gesetzt. Ihr Seitenhieb gegenüber dem US-Präsidenten sorgt für Schelte aus ranghohen Kreisen.

Benjamin Weinmann / ch media



Ob die Migros mit solchen Reaktionen gerechnet hatte? Am Dienstag, kurz vor der Ankunft von US-Präsident Donald Trump am WEF in Davos, publizierte die Migros eine Fotomontage. Diese zeigt die originalen US-Helikopter, sowie einen reinmontierten Heissluftballon in Form einer orangen Handy-Abwaschmittel-Flasche. Dazu der Titel: «Gesichtet: Orange Flasche auf dem Weg nach Davos.»

Mehrere User störten sich in der Folge daran, dass die Migros, die sich sonst bei politischen Aussagen zurückhaltend zeigt, nun Donald Trump als orange Flasche bezeichnet (CH Media berichtete). Die Kritik zieht nun aber weitere Kreise. Martin Naville, Chef der Schweizerisch-Amerikanischen Handelskammer, bezeichnet den Post als «Effekthascherei». Zu den Mitgliedern der Organisation gehören namhafte Firmen aus beiden Ländern wie ABB, UBS, Schindler, Vontobel, Swiss RE, Wells Fargo oder Tiffany & Co.

«So eine Aktion ist nicht sehr reif von einem Grosskonzern wie der Migros», sagt Naville. Natürlich gäbe es die Presse- und Redefreiheit. «Und jeder darf eine politische Aussage machen und diese als solche deklarieren, aber das hier ist eine billige Aktion, bloss um Aufmerksamkeit zu generieren.» Weiter frage sich Naville, ob die Migros auch den chinesischen Präsidenten derart verunglimpfen würde. Solche Posts würden zudem nicht zu einem besseren Verhältnis mit den USA beitragen. «Denn in der Schweiz gibt es nun mal einen latenten Antiamerikanismus.»

US-Präsident Donald Trump ist am WEF in Davos gelandet (Beitrag vom 21. Januar 2020)

Video: © sda-Video

Republikaner interveniert bei der Migros

Auch der Sprecher der Organisation «Republicans Overseas Switzerland», also der Partei Trumps, ist über die Bildmontage alles andere als erfreut. «Ich habe mich bei der Migros über Facebook gemeldet und ihr klar gemacht, dass ich das nicht okay finde.» Der Witz sei unangebracht. «Jeder darf sagen und denken über den US-Präsidenten, was er will. Aber dass eine mächtige Firma wie die Migros öffentlich ein Staatsoberhaupt kritisiert, das sich für gute Wirtschaftsbeziehungen mit der Schweiz einsetzt, ist einfach geschmacklos.» Auch der US-Botschafter in Bern, Ed McMullen, engagiere sich sehr für gute Beziehungen zwischen den beiden Ländern, sagt Foley.

Die Organisation Democrats Abroad will den Migros-Witz nicht gross kommentieren. Man konzentriere sich lieber auf die bevorstehenden Vorwahlen in den USA sowie auf das laufende Impeachment-Verfahren in Washington D.C., sagt eine Sprecherin. «Das sind die Themen, die Amerikanern in der Schweiz im Alltag wichtig sind.»

Die Migros stellt sich auf den Standpunkt, dass das Bild offensichtlich eine Fotomontage sei. Und: «Der Post-Text beschreibt die Handy-Flasche, die auf dem Bild zu sehen ist. Die Interpretation davon sei unseren Followerinnen und Followern überlassen.»

In der Schweiz leben rund 20‘000 Amerikaner.

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