Schweiz
Wirtschaft

Ex-UBS-Händler im Libor-Prozess verurteilt: 14 Jahre Knast

Ex-UBS-Händler im Libor-Prozess verurteilt: 14 Jahre Knast

03.08.2015, 16:2503.08.2015, 19:33
Bild
Bild: PETER NICHOLLS/REUTERS

Im Prozess um manipulierte Zinsen hat ein Londoner Geschworenengericht den früheren UBS-Händler Tom Hayes zu 14 Jahren Haft verurteilt. Der 35-Jährige wurde verdächtigt, einer der Drahtzieher im weltweiten Skandal um Tricksereien beim Referenzzinssatz Libor zu sein.

Für jeden Anklagepunkt droht dem 35-Jährigen eine zehnjährige Gefängnisstrafe.

Mit Hayes stand im weltweiten Zinsskandal erstmals eine Einzelperson vor einem Geschworenengericht. Der Prozess hatte Ende Mai unter grossem Medienandrang begonnen.

Nach Erkenntnissen der britischen Strafverfolgungsbehörde SFO war Hayes, der früher als Derivatehändler für die Schweizer Grossbank UBS und die US-Grossbank Citigroup arbeitete, einer der Drahtzieher in der Zinsaffäre, die Grossbanken rund um den Globus Milliardenstrafen kostete. Einzelne Händler hatten nachweislich an wichtigen Referenzzinsen wie dem Libor geschraubt, um Gewinne und hohe Boni einzustreichen.

Hayes hatte auf nicht schuldig plädiert. Ein früheres Geständnis nahm er zurück, als er seine Anwälte austauschte. Seine Verteidigung argumentierte, Hayes Vorgesetzte hätten von den Manipulationen gewusst, das gesamte System sei unlauter gewesen. Die Anklage dagegen machte Gier als Tatmotiv aus und erklärte, Hayes sei für seine missliche Lage selbst verantwortlich. (sda/reu)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die SRG muss ihren Arroganz-Modus überwinden
Die Halbierungsinitiative ist klar gescheitert und die SRG noch einmal davongekommen. Sie muss jedoch ihr oft arrogantes Verhalten ändern, sonst ist der nächste Angriff programmiert.
Die Versuchung war gross, die Volksinitiative zur Halbierung der SRG-Empfangsgebühr anzunehmen. Sie forderte keinen Kahlschlag wie die No-Billag-Initiative, sondern «nur» eine Senkung auf 200 Franken pro Jahr. Das sei verkraftbar, behaupteten die Befürworter. Und eine Entlastung im Portemonnaie ist in der heutigen Zeit durchaus willkommen.
Zur Story