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Psychische Krankheiten in der Schweiz: Diese Zahlen musst du kennen

Die Depression ist der wichtigste Einzelfaktor für psychische Gesundheitsprobleme in Europa.
Die Depression ist der wichtigste Einzelfaktor für psychische Gesundheitsprobleme in Europa.bild: shutterstock

5 Punkte, die zeigen, wie es um die psychische Gesundheit in der Schweiz steht

Knapp ein Fünftel der Schweizer Bevölkerung leidet an einer oder mehreren psychischen Erkrankungen. Das kann von Ess- über Angststörungen bis zu Depression reichen. Ein Überblick.
29.08.2019, 10:5929.08.2019, 14:15
Reto Fehr
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Letzte Woche teilte das Bundesamt für Statistik Daten der Schweizerischen Gesundheitsbefragung 2017 mit. Stress und psychosoziale Risiken am Arbeitsplatz haben demnach 2017 zugenommen. 21 Prozent der Erwerbstätigen litten bei der Arbeit sehr oft unter Stress. 2012 waren es noch 18 Prozent.

Zugenommen haben die psychosozialen Risiken generell. Fast die Hälfte (49%) der gestressten Personen fühlen sich emotional erschöpft, was das Burn-out-Risiko erhöht.

Dies sind Vorboten von psychischen Krankheiten wie Depressionen. Wir haben dies zum Anlass genommen, um die «Psychische Gesundheit» in der Schweiz in fünf Punkten aufzuzeigen:

Hospitalisierungsrate

Das Schweizerische Gesundheitsobservatorium (Obsan) hat Zahlen zur Häufigkeit von Hospitalisierungen bei einer psychiatrischen Diagnose veröffentlicht. Schweizweit gesehen waren es 2017 pro 1000 Einwohnern 13,8 Fälle. Die Zunahme seit 2002 ist gering, aber stetig. Damals waren es noch 11,1 Fälle.

Grösste Abnahmen seit 2002 (Fälle pro 1000 Einwohner)

  1. Genf: −1,9 Fälle pro 1000 Einwohner
  2. Tessin: −1,6 Fälle pro 1000 Einwohner
  3. Waadt: −0,7 Fälle pro 1000 Einwohner

Grösste Zunahmen seit 2002 (Fälle pro 1000 Einwohner)

  1. Appenzell Ausserrhoden: +8,2 Fälle pro 1000 Einwohner
  2. Basel-Landschaft: +6,4 Fälle pro 1000 Einwohner
  3. Thurgau: +6,1 Fälle pro 1000 Einwohner

Symptome für Depression

Eine häufige psychische Krankheit ist die Depression. Eine von fünf Personen erkrankt im Verlaufe ihres Lebens daran, wie das Obsan berichtet. In der Schweiz sind die Bewohner des Kantons Jura am häufigsten betroffen. Sie haben seit 2012 auch den grössten Zuwachs verzeichnen müssen.

Daten eines Kantons wurden nur berücksichtigt, wenn dieser für das entsprechende Erhebungsjahr der Schweizerischen Gesundheitsbefragung eine erweiterte Stichprobe finanziert hat.

Kleinste Zunahmen seit 2012 (Anteil der Bevölkerung)

  1. Schwyz: −0,7 Prozentpunkte
  2. Graubünden: +0,6 Prozentpunkte
  3. Wallis: +0,9 Prozentpunkte

Grösste Zunahmen seit 2012 (Anteil der Bevölkerung)

  1. Jura: +7,5 Prozentpunkte
  2. Appenzell Ausserrhoden: +5,4 Prozentpunkte
  3. Neuenburg: +4,8 Prozentpunkte

Woran Männer und Frauen am häufigsten leiden

Wie das Obsan in seinem Bulletin 5/2018 schreibt, sind die Hauptdiagnosen im Bereich der stationären Psychiatrie 2016 bei Männern und Frauen unterschiedlich. Während bei Frauen affektive Störungen (vor allem Depressionen) klar der häufigste Grund waren, war es bei den Männern am meisten eine Störung durch psychotrope Substanzen (vor allem Alkohol).

Hauptdiagnosen im Bereich der stationären Psychiatrie 2016.
Hauptdiagnosen im Bereich der stationären Psychiatrie 2016.bild: watson / Quelle: Obsan

Kinder und Jugendliche

Zu Kindern psychisch erkrankter Eltern gibt es in der Schweiz keine aussagekräftigen, aktuell erhobenen Zahlen, wie das Institut Kinderseele Schweiz (IKS) mitteilt. Gemäss der «Winterthurer Studie» wurde 2006 in der Versorgungsregion Winterthur eine repräsentative Querschnittsbefragung durchgeführt. Diese diente als Basis für die Hochrechnung auf die Situation im ganzen Kanton Zürich. Das Resultat der Hochrechnung: 4000 Kinder hatten am Stichtag einen Elternteil mit psychischer Erkrankung.

Dr. med. Kurt Albermann, ärztlicher Leiter beim IKS und Chefarzt am Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ) des Kantonsspitals Winterthur, der damals bei der Studie mitwirkte, geht heute davon aus, dass rund 20 Prozent aller minderjährigen Kinder und Jugendlichen in der Schweiz betroffen sind.

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bild: shutterstock

Die psychische Erkrankung der Eltern stellt einen erheblichen Risikofaktor für die kindliche Entwicklung dar. Albermann sagt: «30 Prozent der Kinder von Eltern mit psychischer Erkrankung zeigen dauerhafte Störungen im emotionalen beziehungsweise im Verhaltensbereich. Das Risiko, selbst eine psychische Erkrankung zu entwickeln, ist bei ihnen drei- bis siebenmal erhöht.»

Wir haben hier noch drei Grafiken aus dem Dossier «Psychische Gesundheit und Krankheit von Kindern und Jugendlichen in der Schweiz: Versorgung und Epidemiologie» von 2017 vom Schweizerischen Gesundheitsobservatorium (Obsan), die zeigen, wie sich 11-, 13- und 15-Jährige in verschiedenen europäischen Ländern fühlen:

Lebenszufriedenheit

Der allergrösste Anteil der Kinder und Jugendlichen schätzt seine Lebenszufriedenheit als «hoch» ein (mindestens eine 6 auf der Skala 1–10). Auffallend ist, dass sich Schweizer Jugendliche hier praktisch überall am oberen Ende befinden.

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Anteile der 11-, 13- und 15-Jährigen mit hoher Lebenszufriedenheit. Beim Schieber sind die Daten für die Mädchen links, die Jungen rechts.quelle: obsan

Gestresst durch Arbeit für die Schule

Im Jugendalter ist die Schule ein wichtiger Bereich für das psychische Wohlbefinden. Hier zeigt sich, dass mit dem Alter der Anteil Jugendlicher mit einem Stresslevel von einigermassen bis sehr gestresst steigt. Besonders in Italien scheint die Arbeit für die Schule die Heranwachsenden negativ zu beschäftigen.

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Anteile der 11-, 13- und 15-Jährigen, die sich «einigermassen» oder «sehr gestresst» fühlen. Beim Schieber sind die Daten für die Mädchen links, die Jungen rechts.quelle: obsan

Traurig oder bedrückt

Mehr als einmal in der letzten Woche traurig oder bedrückt fühlen sich die Jugendlichen ebenfalls in Italien am meisten. In der Schweiz fällt auf, dass es bei den Mädchen fast jedes vierte ist, bei den Jungen nur rund jeder zehnte.

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Anteile der 11-, 13- und 15-Jährigen, die sich mehr als einmal pro Woche traurig oder bedrückt fühlen. Beim Schieber sind die Daten für die Mädchen links, die Jungen rechts.quelle: obsan

Kosten

Die Kosten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung im Psychiatriebereich 2016 betrugen 2,06 Milliarden Franken. Gegenüber 2006 ist das eine Zunahme von 57 Prozent.

Der grösste Kostenanteil geht auf ambulante psychiatrische Praxen zurück:

quelle: bulletin 5/2018 Psychische Gesundheit, obsan
Lass dir helfen
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Die Dargebotene Hand: Tel.: 143, www.143.ch
Beratung + Hilfe 147 für Jugendliche: Tel.: 147, www.147.ch
Reden kann retten: www.reden-kann-retten.ch
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28 Kommentare
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Incendium
29.08.2019 20:20registriert Februar 2016
All die vielen Kommentare von Leuten die einen schlechten Tag mit einer klinischen Depression verwechseln...

Eine Depression ist ein Monster dass in deinem Kopf, Herz und Magen lebt. Ein Wurzelsystem das all deine Energie, Freude und Zukunft absaugt und nur leere hinterlässt. sich schlecht fühlen ist eine sache... sich leer zu fühlen eine ganz andere.
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Rainer.Zufall
29.08.2019 12:35registriert Oktober 2017
Das tragische daran ist, dass oftmals die meisten sich nicht hineinversetzen können oder es keine „beweise“ gibt. Bsp. gebrochener Knochen (Röntgen)
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