Schweiz
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epa03105175 A cyclist transports heart shaped balloons for sale to those marking Valentines Day in Beijing, China 14 February 2012. Although China has its own traditional festival celebrating lovers the commercial drive behind the western style of celebrating St Valentine's Day has found many willing followers especially in the larger cities.  EPA/ADRIAN BRADSHAW

Wenn man Liebe in Ballonen ausdrücken kann, hat dieser Mann ganz viel davon. Bild: EPA

Wie der Valentinstag in die Schweiz kam und was er mit schwarzen Nudeln zu tun hat

Wer hat den Valentinstag erfunden? Und wer hat ihn in die Schweiz gebracht? Eins vorneweg: Die Floristen waren es nicht.



Heute ist er, der Valentinstag. Allerspätestens jetzt gibt es keine Ausreden mehr: Das enttäuschte Gesicht deiner Liebsten geht auf deine «Chappä», wenn du heute Abend ohne rote Röschen, Schokopralinen oder einer sonstigen Kleinigkeit auftauchst. «Reine Geldmacherei, dieser erfundene Tag», magst du nun entgegnen. Doch, dass der Valentinstag von den Floristen erfunden wurde, ist ein gemeines Gerücht. Der Valentinstag geht nämlich bis auf die alten Römer zurück.

Die Kirche als Namensgeber

Wer den Valentinstag erfunden hat, lässt sich nicht mit absoluter Sicherheit sagen. Die Schweizer waren es aber nicht, so viel sei gesagt. Wie bei vielen wichtigen Feiertagen möchte die katholische Kirche als Urheber des Valentinstags gelten und hatte zu diesem Zweck den Tag dem heiligen Valentin gewidmet. Höchstwahrscheinlich hat die Kirche aber vor allem eines zum Tag der Verliebten beigesteuert: Seinen Namen.

«Ist’s am Valentin noch weiss, blüht zu Ostern schon das Reis.»

Alte Bauernregel Kalenderinfos

In der Presse wird gerne die Geschichte des christlichen Märtyrers Valentin von Terni erzählt. Valentin von Terni soll zu seinen Lebzeiten mehrere Liebespaare gesegnet, getraut und ihnen frische Blumen aus seinem Garten geschenkt haben – auch Paaren, die nach dem kaiserlichen Ermessen nicht zusammengehörten. Deshalb wurde Valentin am 14. Februar 269 hingerichtet. Heute findet man den Tag des heiligen Valentins nicht mehr im Kirchenkalender, nachdem der Feiertag 1969 offiziell gestrichen wurde.

Fest der Göttin Juno

Der Valentinstag wurde von der Kirche von einem römischen Fest übernommen. So sollen die Menschen im antiken Rom der Göttin Juno, der Beschützerin von Ehe und Familie, Mitte Februar gedacht haben, weil dann die Paarungszeit der Vögel beginnt. Die römischen Frauen wurden zu diesem Fest symbolisch mit Blumen beschenkt.

«Am Tag von Sankt Valentin, gehen Eis und Schnee dahin.»

Alte Bauernregel Kalenderinfos

Kuppel-Fest

Auch das römische Fest der Wölfin fand um den 14. Februar herum statt. Hier feierten die Römer die erste Menstruation der Mädchen und auch Ehen wurden – auf etwas unromantische Art und Weise – geschlossen. Dazu schrieben die jungen Frauen ihre Namen auf Zettelchen und die Männer zogen dann ihre zukünftige Gemahlin.

Wildfremde und dazu noch sehr junge Leute miteinander zu vermählen, entsprach der kirchlichen Moral nicht und so änderte diese den Brauch: Statt Namen wurden Namen von Schutzheiligen oder kurze Gebete auf die Zettelchen geschrieben und so der Schutzheilige Valentin etabliert.

«Hat's zu St.Valentin gefroren, ist das Wetter lang verloren.»

Alte Bauernregel kalenderinfos

Verständlicherweise machte diese christliche Version des Brauchs den jungen Menschen im Mittelalter nicht den gleichen Spass. So wurde der 14. Februar zum «Lostag» umdeklariert. Vor allem in England wurden so am Vorabend des 14. Februars sogenannte Valentins-Paare ausgelost. Wer es romantischer haben wollte, verliess am frühen Morgen des Valentinstages das Haus und bildete mit dem ersten Mensch des gegenteiligen Geschlechts, der einem über den Weg lief, ein Paar. Die Paare beschenkten sich daraufhin gegenseitig mit Kleinigkeiten oder Gedichten.

Der Valentinstag erreicht die Schweiz

Englische Auswanderer brachten den Brauch dann in die USA. «Seit Ende des zweiten Weltkriegs. 1950 schwappte der Brauch des Valentinstags von den USA wieder zurück nach Europa und wurde auch in der Schweiz bekannt», erzählt Gabi Hophan, Marketing-Mitarbeiterin vom Blumenlieferanten Fleurop. Während in Deutschland schon in den 50er Jahren vermehrt Blumen verschenkt wurden, machte sich der Brauch in der Schweiz ab den 60er Jahren immer mehr bemerkbar.

Migros Werbung, Valentinstag, 1987

Migros-Werbung aus den 80ern Bild: Migros Archiv

«Regnet es an Valentin, ist die halbe Ernte hin.»

Alte Bauernregel kalenderinfos

Den grossen Hype um den Valentinstag, der offensichtlich kommerziell bedingt ist, gibt es aber noch nicht so lange: Die Migros warb zum ersten Mal im Jahr 1987 für den Valentinstag, Lindt und Sprüngli erst im Jahr 2002.

Für den Coop ist der Valentinstag – gefolgt vom Muttertag – der wichtigste Blumen-Verkaufstag des Jahres. 70% der am Valentinstag verkauften Blumen, seien Rosen. Die Kuppel-Seite Parship spürt den Valentinstag nicht spezifisch: «Unsere Erfahrung ist, dass sich im Januar und Februar grundsätzlich mehr Neukunden anmelden. Doch das hat wohl allgemein eher mit den guten Vorsätzen fürs neue Jahr zu tun als mit dem Valentinstag», sagt Parship-Sprecherin Stella Zeco. 

Wer den Valentinstag als erstes an die grosse Schweizer Glocke gehängt hat, weiss keiner so genau. Unübersehbar  ist aber, dass die Kommerzialisierung der Romantik längst stattgefunden hat: Nicht mehr nur die Blumen- und Schokoladenindustrie mit dem Tag der Liebe, sondern jeder, der sein Produkt verkaufen will: Mymuesli zum Beispiel meint, dass man «es» – und damit meint sie die Müsli-Marke «I love you» – am besten mit Müesli sagt. Zürich Tourismus wirbt mit einer eTuktuk-Fondue-Fahrt. Und pünktlich zum Valentinstag macht Zweifel ihrer Lieblings-Geschmacksrichtung eine Liebeserklärung und bringt die limitierte I-love-Paprika-Kollektion auf den Markt.

Migros Werbung, Valentinstag, 1987

So warb die Migros in den 80ern für den Tag der Liebe. migros archiv

«Liegt an Valentin die Katz in der Sonne, kriecht sie im März hintern Ofen voll Wonne».

Alte Bauernregel kalenderinfos

Schwarze Nudeln für einsame Herzen

Der verrückteste Valentinsbrauch kommt aber aus Südkorea. Hier schenken die Frauen ihren Liebsten am 14. Februar eine Kleinigkeit. Die Männer revanchieren sich dann am 14. März, am «White Day», mit weisser Schokolade. Der Anti-Valentinstag folgt einen Monat später: Wer an beiden Tagen leer ausgegangen ist, betrauert dies am «Black Day», dem 14. April. Mit dem zeremoniellen Essen von Nudeln mit schwarzer Sauce.

Jajangmyeon, Nudeln mit schwarzer Sauce, Koreanische Spezialität, Black Day

Diese Nudeln mit schwarzer Bohnensauce sollen Singles aufmuntern. screenshot The green-wallet tower

«Jajangmyeon» heissen die dunklen Nudeln, die in Südkorea als Wohlfühl-Essen gelten und Singles aufmuntern sollen. Traditionell wird dieses Gericht zusammen mit anderen Singles gegessen – sodass man dabei vielleicht seinen Seelenverwandten trifft.

Und wenn ihr an Valentinstag alles richtig macht, endet ihr mal so: True Love of old people

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    Alle Leser-Kommentare
  • Ellerbaum 14.02.2017 16:24
    Highlight Highlight Mag die Erklärung von Arte Dea lieber als die kirchlich christlich verbrämte von wegen Schutz der Ehe und Familie http://www.artedea.net/februata/ :-)
  • filmorakel 14.02.2017 16:23
    Highlight Highlight Ich werde gleich nach Hause fahren, meiner Frau ein Blumengesteck schenken und mich ob ihrer Reaktion freuen. Ist doch was Schönes!
    • Der müde Joe 14.02.2017 18:11
      Highlight Highlight Da kommt mir eine Szene von the big bang in den Sinn 🤔
      Benutzer Bild
  • Homes8 14.02.2017 14:18
    Highlight Highlight Bleibe alleine, weil
    Play Icon
    • pamayer 15.02.2017 22:44
      Highlight Highlight Ja gut, der ist ja hammerstark!
    • Homes8 18.02.2017 14:22
      Highlight Highlight So suss, aber Bohlen der A.. hat ihn damit nicht weiter kommen lassen.
  • Kii 14.02.2017 13:52
    Highlight Highlight Öpe so
    Benutzer Bild
  • SVARTGARD 14.02.2017 12:24
    Highlight Highlight Das ist einfach nur ein kommerzieller Tag,da verdienen sich verschiedenste Händler ne goldene Nase.
  • Der müde Joe 14.02.2017 11:34
    Highlight Highlight Ich bin froh hat meine Frau die gleiche Einstellung zu Valentinstag wie ich. Lieber dann deiner Herzensdame eine Freude machen, wenn sie nicht damit rechnet. Diese Freude ist viel größer!😍
    • Der müde Joe 14.02.2017 15:50
      Highlight Highlight Tja, kochen mach ich schon ca. 5x pro woche.😁 und dumm nur ist heute meine Liebste mit einer Freundin unterwegs :)

      Was für mich heute Abend bedeutet...😊
      Benutzer Bild
    • susanski 14.02.2017 16:53
      Highlight Highlight Haha deine Frau tut mir ja leid.. gamen am Valentinstag!
      Naja, immerhin kannst du kochen ;)
    • Der müde Joe 14.02.2017 17:04
      Highlight Highlight Tja wenn sie halt lieber mit ihrer Freundin unterwegs ist ...mir solls recht sein!😜
      Was machst denn du heute für deinen Schatz?😉
  • Corahund 14.02.2017 11:27
    Highlight Highlight In der Papeterie:
    "Haben Sie Karten zum Valentinstag? Ich brauche eine mit
    dem Text: Du bist die Einzige für mich, mein Schatz!"
    "Ja das haben wir" sagt die Verkäuferin.
    "Dann hätte ich gerne 8 Stück davon"😅
    Benutzer Bild
    • who cares? 14.02.2017 13:20
      Highlight Highlight Ein schönes Beispiel eines Bildes, das manche meiner Facebook-Freunde teilen würden und ich mir dann überlege ob ich sie von meiner Freundeliste streichen soll...
  • Joseph Dredd 14.02.2017 10:27
    Highlight Highlight Von der Göttin Juno zum heiligen Valentin - nach Weihnachten und Ostern ein weiteres Heidenfest, das von der Kirche für ihre Zwecke zurechtgebogen wurde. Und heute freut's Floristen und Confiseure.
    • HunterCH 14.02.2017 11:24
      Highlight Highlight Auch wenn manche Leute blitzen: Ist so. Genau wie Ostern (Heidnisches Fest der Göttin Ostara) und Weihnachren (heidnisches Sonnwendfest) wurde auch der Valentinstag von der Kirche übernommen und angepasst. :-) Wer das nicht glaubt: Könnt ihr den Osterhasen und die Ostereier mit der Kirche in Verbindung bringen? Oder Tannenbäume mit dem nahen Osten, wo Jesus ja gelebt hat? ;-)

      (Die Eier und die Hasen waren ein Fruchtbarkeitssymbol zu Ehren der Göttin Ostara, welche die Göttin der Fruchtbarkeit war.)
    • Christian Mueller (1) 14.02.2017 12:05
      Highlight Highlight Der Weihnachtsbaum eine aus dem deutschen Raum importierter Brauch. Aber erst ein paar hundert Jahre alt... Zuerst war die Kirche dagegen, dann hat sies adaptiert...

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