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Physik-Nobelpreis geht an Schweizer Forscher

08.10.2019, 11:5508.10.2019, 18:31

Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr zu einer Hälfte an Michel Mayor und Didier Queloz von der Universität Genf für die Entdeckung des ersten Exoplaneten. Zur anderen Hälfte geht der Preis an James Peebles für Entdeckungen zur physikalischen Kosmologie.

«Diese Entdeckung ist die aufregendste unserer gesamten Karriere, und einen Nobelpreis zu erhalten, ist einfach aussergewöhnlich», werden Michel Mayor und Didier Queloz auf der Internetseite der Universität Genf zitiert. Beide Forscher befinden sich momentan im Ausland.

Mayor und Queloz von der Universität Genf entdeckten 1995 den ersten Planeten ausserhalb des Sonnensystems, der um einen sonnenähnlichen Stern kreist, 51 Pegasi. Sie revolutionierten damit die Astronomie und begründeten das Feld der Exoplanetenforschung. Für ihre Leistung hat die Nobelversammlung ihnen am Dienstag den Physik-Nobelpreis 2019 zuerkannt. Sie teilen sich die Auszeichnung mit dem Kanadier James Peebles, der wichtige Grundlagen der physikalischen Kosmologie gelegt hat.

Die diesjährigen Preisträger haben unser Verständnis der Struktur und Geschichte des Universums und unseres Platzes im Weltall revolutioniert, wie die Schwedische Akademie am Dienstag in Stockholm verkündete.

Tausende Exoplaneten entdeckt

Seit der Entdeckung von 51 Pegasi b, dem von Mayor und Queloz beschriebenen ersten Exoplaneten, sind über 4000 weitere Planeten bei fernen Sternen entdeckt worden. Einige davon sind Gasriesen, wie 51 Pegasi b, andere Gesteinsplaneten wie die Erde. In Kürze soll auch eine ESA-Mission unter Schweizer Leitung starten: Mit dem Cheops-Weltraumteleskop will ein internationales Team um Forschende der Unversität Bern bekannte Exoplaneten genauer untersuchen.

Hinter der Suche nach und der Erforschung von Exoplaneten steht auch die Frage, ob es Leben dort draussen gebe, hielt die Schwedische Akademie in der Medienmitteilung zum Preis fest.

Dunkle Energie und Dunkle Materie

Der Physik-Nobelpreis geht zur anderen Hälfte an den kanadischen Kosmologen James Peebles von der Princeton University, USA. Er habe mit seinen Arbeiten zur physikalischen Kosmologie das theoretische Rahmengerüst gebaut, auf dem sich unsere heutigen Vorstellungen über das Universum, seine Struktur und seine Geschichte vom Urknall bis heute abstützen, hiess es.

Das Urknall-Modell beschreibt, wie das Universum vor fast 14 Milliarden Jahren begann sich auszudehnen. Mit theoretischen Berechnungen habe er der uralten Strahlung aus der Jugend des Universums nachgespürt und neue physikalische Prozesse aufgedeckt, schrieb die Nobelversammlung. Daraus ergab sich auch die Erkenntnis, dass nur fünf Prozent des Universums aus sichtbarer Materie besteht, die anderen 95 Prozent aus Dunkler Materie und Dunkler Energie. Die Beschaffenheit dieser beiden gehört zu den grossen Rätseln der heutigen Physik.

Die Nobelpreise sind pro Kategorie mit neun Millionen schwedischen Kronen (rund 908'000 Franken) dotiert. Offiziell geehrt werden die Preisträgerinnen und Preisträger am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters und Dynamit-Erfinders Alfred Nobel. Sie erhalten dann neben dem Preisgeld die berühmte Medaille sowie eine Nobelurkunde.

Langes Warten

Mit dem Physik-Nobelpreis sind insgesamt acht Schweizer oder schweizerisch-ausländische Doppelbürger geehrt worden.

  • 2019: Michel Mayor und Didier Queloz für die Entdeckung des ersten Planeten ausserhalb des Sonnensystems, der um einen sonnenähnlichen Stern kreist.
  • 1987: Karl Alexander Müller für die Entdeckung der Supraleitung in keramischen Materialien
  • 1986: Heinrich Rohrer für die Entwicklung des Raster-Tunnel-Mikroskops
  • 1952: Felix Bloch (CH/USA) für die Entdeckung der Kerninduktion
  • 1945: Wolfgang Pauli (A/CH/USA) für die Entdeckung des Ausschliessungsprinzips
  • 1921: Albert Einstein (D/CH/USA) für die Entdeckung des Gesetzes des photoelektrischen Lichts
  • 1920: Charles Edouard Guillaume für die Entdeckung der Anomalien bei Nickelstahllegierungen und Präzisionsmessungen in der Physik

(aeg/sda)

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13 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Joe Smith
08.10.2019 13:06registriert November 2017
Wolfgang Pauli als «Schweizer Nobelpreisträger» aufzuführen, ist doch etwas gewagt. Pauli wurde in Wien geboren. 1928 kam er an die ETH. Zwei Einbürgerungsgesuche (das erste nach dem Anschluss Österreichs, das zweite nach Kriegsausbruch) wurden abgelehnt, offiziell weil er «zu wenig assimiliert» sei, vermutlich aber, weil er «Dreiviertel-Jude» war. Danach ging er in die USA. Als er nach dem Krieg an die ETH zurück wollte, gab es dagegen Widerstand. Erst nachdem er den Nobelpreis erhalten hatte, durfte er 1946 an die ETH zurück. 1949 wurde er dann eingebürgert. Ein «Schweizer Nobelpreisträger»?
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E.P.McR'lyeh
08.10.2019 12:39registriert Juni 2018
Sowas von verdient! Und wer eine 20er-Note und sehr gute Augen hat: 51 Peg b ist aufgelistet.
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Joe Smith
08.10.2019 12:28registriert November 2017
Fun Fact 1: 51 Pegasi heisst seit 2015 offiziell «Helvetios».
Fun Fact 2: 51 Pegasi ist eines der im Sicherheitsstreifen der neuen 20er-Note aufgeführten astronomischen Objekte.
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