DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Alter, Bildung und Einkommen – diese Faktoren beeinflussen die Impfbereitschaft

Welche Menschen haben sich impfen lassen – und welche nicht? Eine neue Studie liefert einige Erkenntnis darüber, welchen Einfluss verschiedene Faktoren wie Alter, Bildung und Einkommen auf die Impfbereitschaft hatten.
28.04.2022, 21:06

Haben Faktoren wie Bildung, Einkommen und Geschlecht einen Einfluss auf die Impfbereitschaft? Darüber wurde viel spekuliert, viele von uns hatten ihre Vorurteile. Nun hat eine Studie eine Antwort darauf.

Die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) hat im März 2022 untersucht, welchen Einfluss Faktoren wie der Wohnsitz, Bildung, Einkommen oder das Alter auf die Bereitschaft hatten, sich im letzten Jahr impfen zu lassen.

Die Rahmen des COVID-19 Social Monitors wurden 2'000 Leute unter anderem danach befragt, ob sie sich in den ersten 12 Monaten, in denen eine Impfung verfügbar war, impfen liessen. Der COVID-19 Social Monitor wird regelmässig von der ZHAW in Zusammenarbeit mit den Universitäten Zürich und Bern durchgeführt. Das Ziel des Monitors ist es, die Auswirkungen der Coronakrise auf die Bevölkerung erfassen zu können. Die Studie wurde im «Swiss Medical Weekly» veröffentlicht.

Diese Faktoren erhöhen die Impfbereitschaft

Alter

Am tiefsten ist die Impfbereitschaft unter den 30- bis 39-Jährigen (79 %), am höchsten unter den 60- bis 79-Jährigen (94 %). Die restlichen Altersgruppen gleichen sich in der Höhe ihrer Impfbereitschaft.

Geschlecht

Unter den Befragten der Studie liessen sich Männer öfter impfen als Frauen. Bei den Männern lag die Impfquote über alle Altersgruppen bei 90 Prozent, bei den Frauen bei 86 Prozent.

Bildung und Einkommen

Die grössten Unterschiede in Sachen Impfbereitschaft zeigen sich bei der Bildung und beim Einkommen: Befragte mit einem tertiären Schulabschluss sind zu 93 Prozent geimpft, solche mit einem obligatorischen hingegen nur zu 81 Prozent. Bei Befragten mit einem Sekundärabschluss liegt die Impfquote bei 86 Prozent.

Ähnliches zeigt sich beim Einkommen:

Verbreitung der Impfung nach Haushaltseinkommen im Zeitverlauf

Angaben in Prozent der Befragten.
Angaben in Prozent der Befragten.Grafik: Covid-19 Social Monitor

Unter den Teilnehmenden mit einem Haushaltseinkommen von über 10'000 Franken liegt die Impfquote bei 94 Prozent. Beträgt das Haushaltseinkommen unter 5'000, liessen sich 81 Prozent impfen.

Wohnort

Menschen, die auf dem Land wohnen, liessen sich zu 83 Prozent impfen. Höher ist die Impfquote bei Stadtbewohnerinnen und -bewohnern, sie liegt bei 89 Prozent.

Deshalb liessen sich Ungeimpfte nicht impfen

Bei den Teilnehmenden, die angaben, sich nicht impfen zu lassen, wurde nach den Gründen gefragt. Folgende sind die häufigsten:

  • Zweifel an der Wirksamkeit oder Angst vor Nebenwirkungen (je 57 %)
  • Bevorziehen natürliche oder traditionelle Heilmittel (36 %)
  • «Covid ist nicht gefährlich für mich» (26 %)
  • Schon Covid-19 gehabt (21 %)
  • Andere Gründe (20 %)
  • Medizinische Gründe (5 %)

Diese Faktoren haben sich während der Pandemie verändert

Die Studienteilnehmenden geben seit Anfang der Pandemie Auskunft im Rahmen des Covid-19 Social Monitors. Deshalb können auch Veränderungen zum Beispiel im Befinden über die letzten zwei Jahre festgestellt werden.

So zeigt sich im neusten Bericht, dass die jüngste Altersgruppe am stärksten unter psychischer Belastung während der Pandemie gelitten habe. Dieser Anteil hat zwar wieder abgenommen. Auffällig aber ist, dass er im Vergleich zu den anderen Altersgruppen immer noch höher ist als am Anfang der Pandemie.

Psychische Belastung* während der Pandemie, nach Altersgruppe

* Anteil mittlere bis starke psychische Belastung
* Anteil mittlere bis starke psychische Belastunggrafik: Covid-19 Social Monitor

Dagegen haben Einsamkeitsgefühle in der jüngsten Altersgruppe abgenommen, von 12 Prozent im Dezember 2021 auf 8 Prozent im März 2022.

Im Vergleich zur letzten Befragung hat das Vertrauen der Befragten in Behörden und Medien wieder etwas zugenommen: 69 Prozent gaben an, den Behörden stark zu vertrauen. In Bezug auf die Medien sagten das 61 Prozent. Diese beiden Anteile liegen allerdings tiefer als zu Pandemiebeginn (April 2020: 82 % und 69 %). Im Gegensatz dazu hat der längere Verlauf der Pandemie das Vertrauen in die Wissenschaft wieder gestärkt: 70 Prozent der Befragten haben hohes Vertrauen. Das ist der höchste Wert seit zwei Jahren.

Zur Studie

Die 2'000 Teilnehmenden wurden so gewählt, dass die Stichprobe in den relevanten Variablen repräsentativ für die Schweiz ist. Die Studienteilnehmenden waren zwischen 18 und 79 Jahre alt, und insgesamt haben sich bis Dezember 2021 88 Prozent mindestens einmal impfen lassen. Diese Zahl ist weit höher als die offizielle des BAG bezüglich der Gesamtbevölkerung.

Unterschiede zwischen der Stichprobe und der Gesamtbevölkerung

tabelle: Covid-19 Social Monitor

Die Autoren geben deshalb eine gewisse Einschränkung zu, die der Selektivität der Stichprobe geschuldet ist. Diese beschränkt sich auf Personen mit Online-Zugang, guten Kenntnissen des Italienischen, Französischen oder Deutschen und den Fähigkeiten sowie der Bereitschaft zur Teilnahme an einer Online-Umfrage zur Gesundheit und anderen Themen im Zusammenhang mit der Pandemie. Allerdings: Die relativen Zahlen dürften trotzdem repräsentativ sein. (lak)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

23 Gründe, wieso watsons sich impfen lassen haben

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

25 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Hamudi Dudi
28.04.2022 23:02registriert September 2019
Ah das Thema gibts ja auch noch :P

Denkt ihr, im Herbst gehen wir uns deswegen wieder an die Gurgel?

Ja = Herz
Nein = Blitz
12820
Melden
Zum Kommentar
avatar
Jonaman
28.04.2022 21:29registriert Oktober 2017
Ich lese daraus, "Dumme lassen sich weniger impfen". Und "Zweifel an der Wirksamkeit oder Angst vor Nebenwirkungen (je 57 %)" zeigt das ziemlich gut, die vertrauen lieber auf irgendwas als auf Wissenschaft.
11525
Melden
Zum Kommentar
avatar
glointhegreat
28.04.2022 22:39registriert Dezember 2014
Ich lese daraus: .... Meine langjährige Freundin ( Studium, stadtbewohnerin, ungeimpft) und ich (hfp Abschluss, landei, geimpft) ... Tragen/trugen "scheisse" viel zur Verständigung bei. Es sollte mehr von uns geben 😅😅😂
3511
Melden
Zum Kommentar
25
Überlebender des Dramas von Montreux ist ausser Lebensgefahr – und ohne Erinnerung

Der 15-jährige Überlebende des kollektiven Suizids in Montreux ist ausser Lebensgefahr. Er hat mehrere Brüche erlitten und befindet sich noch im Spital. Er habe derzeit keine Erinnerung an den Tag der Tragödie und keine Angaben zum Hergang machen können.

Zur Story