Schweiz
Wissen

Steuererklärung 2023: Kann man die Teuerung abziehen?

Ha! Ich Fuchs kann doch sicher die Teuerung mit Steuerabzügen ausgleichen

25.01.2024, 19:1126.01.2024, 10:08
Mehr «Schweiz»

2023 war kein gutes Jahr für Rappenspalter. Das Leben wurde von A wie Apéro-Getränke (8,7 Prozent) bis Z wie Zucker (17 Prozent) einfach nur teurer. Und jetzt wollen auch die Gemeinde, der Kanton und der Bund Geld sehen.

Wäre ja gelacht, wenn die diversen Preiserhöhungen des letzten Jahres nicht in irgendeiner Form als Abzüge in der Steuererklärung geltend gemacht werden könnten. Wir melden uns beim Treuhänder.

Herr Treuhänder, das Leben wird immer teurer. Da wird sich in der Steuererklärung sicher der eine oder andere Preisaufschlag als Abzug deklarieren lassen.
Nein.

Nein? Was ist mit meiner Wohnungsmiete?
Wohnen Sie im Kanton Zug oder im Waadtland?

In Zürich.
Dann können Sie die Wohnungsmiete sowieso nicht abziehen.

Was ist mit der Krankenkasse? Auch die wurde teurer.
Bei den Krankenkassenabzügen besteht ein Maximalbetrag. Sie leben in Zürich? Dann beträgt dieser 2600 Franken.

Aber dieser Maximalbetrag wurde aufgrund der Teuerung doch sicher angehoben?
Nein.

Was ist mit meinem Zug-Abo? Auch dafür gibt es eine Pauschale. Ist wenigstens die jetzt höher als vorher?
Auch hier hat sich am Maximalbetrag (5'000) nichts geändert.

Was ist, wenn ich ein Abo habe, den Maximalbetrag von 5'000 Franken aber nicht erreiche?
Dann kann man natürlich den gesamten Betrag des nun teureren Abos abziehen.

Puh! Wenigstens das! Was ist mit dem Velo? Velos und E-Bikes werden auch nicht günstiger!
Der Veloabzug bleibt bei 700 Franken.

Ich habe es befürchtet. Was ist mit dem Strom?
Den Stromverbrauch kann man als Privatperson nicht abziehen.

Mein nun teureres Mittagessen fällt unter die Bezeichnung «Mehrkosten auswärtige Verpflegung». Auch das ist pauschal geregelt. Hat sich wenigstens dieser Betrag nach oben bewegt?
Nein.

Gibt es überhaupt irgend einen relevanten Abzug in der Steuererklärung, der aufgrund der Teuerung nun höher ausfällt?
Nein.

Schön, dass wir das geklärt haben.

Selbstverständlich hat sich das Gespräch mit unserem Experten (Herr Imboden von Imboden und Partner) nicht wortwörtlich genau so zugetragen. Um der Tragik wenigstens eine unterhaltsame Komponente abzugewinnen, hat Herr Imboden uns aber erlaubt, das Gespräch derart zuzuspitzen.

Diese 10 Steuererklärungs-Typen kommen dir sicher bekannt vor

Video: watson/Knackeboul, Madeleine Sigrist, Emily Engkent
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das Ausfüllen der Steuererklärung in leider-ehrlichen Memes
1 / 20
Das Ausfüllen der Steuererklärung in leider-ehrlichen Memes
quelle: watson
Auf Facebook teilenAuf X teilen
13 Sätze, die man beim Sex UND bei der Steuererklärung sagt
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
127 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Ziasper
25.01.2024 20:32registriert September 2017
Immerhin muss ich nicht auch noch mehr Lohn versteuern🤦‍♂️
1434
Melden
Zum Kommentar
avatar
Sani-Bär
25.01.2024 19:43registriert April 2021
Stellt Euch vor, dass die Steuerbehörden den normalen Steuerzahlern entgegrnkäme?

Das geht gar nicht, da die Kantone bei Milliardären und Millionären speziell hohe Steuergeschenke machen.

Wer soll denn sonst für die Steuereinnahmen aufkommen als die normalen Steuerzahler?
Ganz nach dem Motto:
auch Kleinvieh macht Mist.

Und wenn die Reichen schon keine Steuern bezahlen müssen, dann sollen halt die Milchkühe der Nation auch für die Reichen Steuern zahlen!

Könnte Wahrheiten enthalten - dank unserer bürgerlichen Mehrheit.
15033
Melden
Zum Kommentar
avatar
Guguseli 4.
25.01.2024 19:59registriert November 2020
Abzüge sind nicht für die Normalbürgerinnen gedacht, sondern schenken vor allem bei hohem Einkommen richtig ein.
10519
Melden
Zum Kommentar
127
Diese (relativ) einfache Geografie-Frage hätte 125'000 Euro eingebracht, aber ...

Alina Schotts Auftritt bei «Wer wird Millionär?» beginnt mit denkbar viel Glück: Die Auswahlfrage, um es auf den Stuhl zu Günther Jauch zu schaffen, dreht sich um Fussball. Und die Kandidatin hat keine Ahnung davon. Also tippt sie wild drauflos und löst mit der korrekten Reihenfolge und mit etwas über zwei Sekunden das Ticket nach vorne.

Zur Story