Schweiz
Bern

Wolf reisst Schafe in Meiringen und Grindelwald

Mehrere Wolfsrisse im Berner Oberland – Alpwirtschaft besorgt

07.05.2026, 11:4407.05.2026, 13:44

Zwei Wolfsrisse im Berner Oberland innert weniger Tage haben Besorgnis bei der Alpwirtschaft ausgelöst. Die Berner Vereinigung zum Schutz von Wild- und Nutztieren vor Grossraubtieren forderte am Donnerstag «den sofortigen Abschuss des verantwortlichen Wolfs».

Das kantonale Jagdinspektorat bestätigte die Wolfsrisse auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. In Meiringen wurden demnach am 29. April vier durch einen Herdenschutzzaun geschützte Schafe gerissen. Aufgrund des Rissbildes werde von einem Wolf ausgegangen.

Am 4. Mai seien in Grindelwald acht weitere Schafe getötet worden. Auch hier deute das Rissbild auf einen Wolf hin. Im Unterschied zu Meiringen seien die Tiere jedoch nicht geschützt gewesen.

Abschuss noch nicht möglich

Derzeit sei unklar, ob beide Vorfälle auf denselben Wolf zurückzuführen seien. Entsprechende DNA-Analysen seien im Gang. «Unabhängig davon sind die Voraussetzungen für einen Abschuss gemäss Jagdgesetz aktuell nicht erfüllt», schrieb das Jagdinspektorat.

Der Schweizerische Alpwirtschaftliche Verband (SAV) bekräftigte seine Forderung nach einer Regulierung der Wolfsbestände. Eine rasche Umsetzung der entsprechenden Motionen sei entscheidend, schrieb der SAV, dessen Präsident der Berner SVP-Nationalrat Ernst Wandfluh ist.

Für diesen Sommer werde es mit der Umsetzung allerdings nicht reichen. Der SAV rufe die Kantone deshalb auf, den bestehenden gesetzlichen Spielraum zu nutzen und schnell zu handeln. (sda)

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Forscher bringen den Ur-Wolf zurück
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Forscher bringen den Ur-Wolf zurück
quelle: colossal biosciences
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«Ich bin total gegen Wolfsabschüsse » – Jäger hat klare Meinung
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30 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Phuphi
07.05.2026 14:10registriert Juni 2020
Es scheint als würden die Schutzmassnahmen der Bergbauern nicht ausreichen. Vielleicht sollten wir einen Teil der immensen landwirtschaftlichen Subventionen ausschliesslich für Herdenschutzmassnahmen verwenden (zum Beispiel anstatt für Pestizidbetriebe oder Weinbauern). Dann hätte der Wolf nämlich auch wieder platz. Aktuell sind die Herden offensichtlich einfach nichg gut genug geschützt. Ich sehe vorallem da das Problem und nicht beim Wolf.
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Yolanda Hecht
07.05.2026 14:00registriert Juni 2022
"Berner Vereinigung zum Schutz von Wild- und Nutztieren vor Grossraubtieren". Was ist das für ein Verein? Er will Wildtiere vor Wölfen und Luchsen schützen. Das ist wirklich schräg. Wahrscheinlich will sie für sich mehr Beute haben
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Hakuna!Matata
07.05.2026 15:55registriert Juni 2019
Bitte immer den Kontext sehen:
98% der Schafe verenden nicht wegen dem Wolf! Die sterben wegen Krankheiten, Seuchen, Vernachlässigung, Abstürzen, etc.

Bezieht man Schlachtungen mit ein, sind es sogar 99,5%!

Umgekehrt: Weniger als 0,5% der toten Schafe sterben wegen dem Wolf!

Ist der Wolf also wirklich der richtige Fokus?
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