Schweiz
Wolf

Graubünden: Behörden trotz Kritik zufrieden mit Wolfsabschüssen

ZUM ENTSCHEID DES STAENDERATS, DEN SCHUTZ DES WOLFS NICHT AUFZUHEBEN, STELLEN WIR IHNEN AM MITTWOCH 9. MAERZ 2016 FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG --- Un chien loup de Tchequie est photographie c ...
Der Verein Wolfs-Hirten hingegen wirft dem Kanton eine Zurückdrängung der Population vor (Archivbild).Bild: KEYSTONE

Bündner Behörden zufrieden mit Wolfsabschüssen – doch es hagelt Kritik

03.02.2026, 12:3403.02.2026, 12:34

Jäger und Wildhüter des Kantons Graubünden haben während der sogenannten Regulierungsphase von September bis Januar 35 Wölfe getötet. Das sind 13 Wölfe weniger als im Vorjahr. Die Behörden zeigen sich auf Anfrage zufrieden, doch es hagelt Kritik.

Getötet wurden 32 Wölfe aus zehn Rudeln, wie das Amt für Jagd und Fischerei (AJF) des Kantons Graubünden am Dienstagmorgen schrieb. Zudem seien drei Einzelwölfe wegen Verhaltensauffälligkeiten erlegt worden. «Obschon wir den Abschussplan ganz erfüllen wollten, sind wir damit sehr zufrieden», sagte der Co-Leiter des AJF, Adrian Arquint, auf Anfrage von Keystone-SDA. Eigentlich hätten die Behörden mehr Wölfe schiessen dürfen, doch die Rahmenbedingungen mit wenig Schnee und der resultierenden grösseren Verteilung der Beute- und Raubtiere seien etwas schwierig gewesen.

Gezielt Welpen getötet

Das Ziel sei eine Koexistenz zwischen Mensch und Wolf – den Bestand wolle man nicht gefährden, betonte Arquint weiter. Der Verein Wolfs-Hirten hingegen wirft dem Kanton eine Zurückdrängung der Population vor. «Ganze Wolfsfamilien wurden kollektiv bestraft und gezielt Welpen getötet», schrieb der Verein in einer Mitteilung am Dienstagmorgen.

«Es braucht eine Regulierung bei den Wölfen, wie auch bei anderen Tieren», so Arquint weiter. Die Konflikte müssen auf ein tragbares Mass reduziert werden können. Dem pflichtete auch die zuständige Regierungsrätin Carmelia Maissen bei: Die Ausbreitung der Raubtiere habe in der Landwirtschaft für grosse Konflikte gesorgt. Die Regulierung trage zu einem akzeptablen Zustand bei, sagte sie zu Keystone-SDA. Doch das Wolfsmanagement bedürfe in naher Zukunft einer Weiterentwicklung, so Arquint: «Es braucht schnelleres Handeln und weniger administrative Hürden.»

Doch sollen auch langfristige Erfahrungen der Abschüsse bei den Wölfen selbst und Auswirkungen auf andere Wildtiere und ihre Umwelt ins Management einfliessen. Dies sei aber noch zu früh, war es doch erst die zweite Regulierungsphase, in der die Kantone präventive Abschüsse auf Grundlage des revidierten Jagdgesetzes ausführen durften. Die Wolfs-Hirten hingegen kritisieren den Kanton dafür, diese wissenschaftlichen Erkenntnisse zu wenig einfliessen zu lassen. Politische Interessen würden den Diskurs überlagern. (sda)

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