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«Fette Schlampe»-Eklat in ihrem Departement: Stadtrat Dübendorf entmachtet SVP-lerin

18.09.2020, 15:0018.09.2020, 15:34
Jacqueline Hofer.
Jacqueline Hofer.
Bild: svp

Nach erneuten Vorwürfen gegen das Sozialamt Dübendorf ergreift der Stadtrat Massnahmen: Er entzieht der SVP-Sozialvorsteherin Jacqueline Hofer per sofort das Sozial-Dossier. Für die Sozialhilfe ist bis auf Weiteres der Stadtpräsident André Ingold (SVP) zuständig.

Hofer ist so lange nicht mehr für das Sozial-Dossier zuständig, bis die Untersuchungen gegen das Dübendorfer Sozialamt abgeschlossen sind. «Wir haben uns zu diesem Schritt entschieden, um die Untersuchung in Ruhe durchführen zu können», sagte Stadtpräsident Ingold am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Der Stadtrat habe zudem entschieden, sich «in gegenseitigem Einvernehmen per sofort» vom Leiter der Abteilung Soziales zu trennen. Die Stadt Dübendorf sorgte in der Vergangenheit schon mehrfach mit Missständen beim Sozialamt für Schlagzeilen. Zuletzt wurden Anfang September Vorwürfe wegen abfälliger Behandlung von Sozialhilfebezügerinnen und -bezügern publik.

Burka-Trägerin als «Pinguin» bezeichnet

Damals berichtete der «Tages-Anzeiger», Sozialhilfebezüger seien exzessiv überwacht und Gespräche heimlich aufgezeichnet worden. Hinter deren Rücken wurden Bezügerinnen zudem als «fette Schlampe» und – im Falle einer Burka-Trägerin – als «Pinguin» bezeichnet.

Die Stimmung unter den Angestellten soll schlecht gewesen sein, was zu einer überdurchschnittlich hohen Fluktuation geführt habe. Der Stadtrat kündigte deshalb eine externe Untersuchung an. Parallel dazu wurde eine interne Aufarbeitung eingeleitet.

«Hoch problematisch»

Im Zuge dieser internen Klärung fand die Stadt nun ein Problem, das zur sofortigen Trennung vom Abteilungsleiter führte: Es habe sich herausgestellt, dass die internen Unterstützungsrichtlinien nicht mit den öffentlich publizierten Richtlinien übereinstimmen würden.

Auf der Website der Stadt würden unter «Interne Unterstützungsrichtlinien» ganze Abschnitte fehlen. Diese Intransparenz gegenüber der Öffentlichkeit findet der Stadtrat «hoch problematisch», wie er schreibt, vor allem im Zusammenhang mit den Misstrauensbekundungen gegenüber der Arbeit des Sozialamtes.

«Hoch problematisch» sei dies auch, weil es eine mehrere Jahre dauernde, politische Diskussion darüber gegeben habe, ob die Unterstützungsrichtlinien offengelegt werden müssten. Weshalb nun ganze Abschnitte fehlten, werde die externe Untersuchung zeigen.

Rechtsextreme Facebook-Posts

Bereits vor vier Jahren wurden erstmals Missstände bei den Dübendorfer Sozialbehörden publik. Damals postete eine Sozialamts-Mitarbeiterin rechtsextreme Facebook-Einträge. Nachdem Sozialhilfebezügerinnen und -bezüger Kritik an den Dübendorfer Behörden übten, weil sie sich generell wie Schmarotzer behandelt fühlten, richtete die Stadt eine Ombudsstelle ein.

Dübendorf trat bereits 2013 aus der Skos (Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe) aus, hält sich nach eigenen Angaben aber an die Vorgaben. (aeg/sda)

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