Schweiz
Zürich

Nach 1. Mai: Erneut Krawalle und Angriffe auf Polizei in Zürich

Video: ch media/Video Unit / Ramona Dosch - De Cesaris

Nach 1. Mai: Erneut Krawalle und Angriffe auf Polizei in Zürich in Nacht auf Sonntag

In Zürich gab es in der Nacht auf Sonntag erneut Krawalle. Es kam zu massiven Ausschreitungen und Angriffen auf Beamte von vermummten Teilnehmenden.
03.05.2026, 04:2903.05.2026, 10:21

Mehrere Dutzend vermummte Personen bewegten sich am Samstagabend parolenskandierend durch die Zürcher Innenstadt. Nach Mitternacht eskalierte die Situation, wie BRK News berichtet.

Demzufolge wurden Rauchpetarden, Fackeln und Böller gezündet, die Stimmung wird als «zeitweise äusserst aufgeheizt» beschrieben. Die Vermummten zündeten Kehrrichtsäcke und Abfalltonnen an und attackierten auch Beamte der Stadtpolizei, die mit einem Grossaufgebot vor Ort ist, mit Flaschenwürfen, Steinen und anderen Gegenständen.

Auch Böller wurden mehrfach in Richtung der Einsatzkräfte geworfen. Bei einem Polizeibus wurden zudem die Seitenscheiben eingeschlagen und auf einem Vordach eines Restaurants kam es kurzzeitig zu einem durch eine Fackel verusachtem Feuer.

facke krawalle zürich 2. mai
Eine Fackel wurde auf das Vordach eines Restaurants geworfen.Bild: brk news

An teils Orten versuchten die Militanten Strassen zu blockieren, unter der Verwendung von Velos und E-Trottinets, die auf die Fahrbahn geworfen wurden. Auf Fotos war zu sehen, wie eine Gruppe nahe der Bäckeranlage/Hohlstrasse im Zürcher Kreis 4 eine Barrikade errichtet hatte, unter anderem aus zweckentfremdeten Metallzäunen, Holzlatten und Mülltonnen.

krawalle zürich 2. und 3. mai
Kurz nach Mitternacht errichteten die Militanten bei der Bäckeranlage eine Barrikade.Bild: watson

Die Polizei reagierte mit dem Einsatz von Gummischrot und einem Wasserwerfer. Ob es zu Verletzten kam und ob Personen festgenommen wurden, kann die Polizei noch nicht sagen. Gezeigte Transparente deuteten daraufhin, dass der Ursprung der Krawalle wie bereits am 1. Mai im linksextremem Umfeld liegt. Auf einem grossen Transparent war zu lesen:

«Nach dem 1. Mai ist vor dem 1. Mai.»
polizei zürich krawalle 2. mai
Die Stadtpolizei reagierte mit Gummischrot und einem Wasserwerfer auf die Angriffe.Bild: brk news

Bereits am vergangenen Freitag, dem 1. Mai, kam es nach der bewilligten und friedlichen Kundgebung mit 15'000 Teilnehmenden in Zürich zu einer unbewilligten Nachdemonstration, welche die Polizei zunächst gewähren liess. Auch dort kam es zu Ausschreitungen und Auseinandersetzungen mit den Sicherheitskräften.

Aktuell (4 Uhr am Sonntagmorgen) hat sich die Lage in Zürich laut der Stadtpolizei «etwas beruhigt». Die Lage werde aber weiterhin beobachtet. (con)

Video: ch media/Video Unit / Ramona Dosch - De Cesaris
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114 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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frereau
03.05.2026 06:57registriert Januar 2019
Als linksdenkende Person geht mir die Nachdemo seit jeher auf den Sack.
Auch wenn ich einen Teil der Anliegen im Grundsatz teile, schäme ich mich für das Verhalten dieser Chaotentruppe.
Ebenfalls zum Fremdschämen ist das apologetische Verhalten eines Teils der Linken Community.
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kerZHakov
03.05.2026 06:11registriert Dezember 2015
Ich habe durchaus Verständnis für die Anliegen der 1. Mai Demo Teilnehmer. Der neoliberale Kapitalismus gerät immer mehr aus den Fugen. Die Zeche bezahlt/trägt der (NOCH existierende) Mittelstand.

Mein Verständnis für die Teilnehmer der Nachdemo hält sich hingegen in engen Grenzen! Gewalt und blinde Zerstörungswut sind keine Lösungen und ändern am aktuellen politischen und wirtschaftlichen System genau gar nichts!

Den Kommunismus, welchen diese Krawallanten anstreben, lässt sich nur in totalitären Staaten umsetzen und ist nur schon darum kein erstrebenswerter Ersatz für das jetzige System.
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Schabernackpirat
03.05.2026 07:24registriert Februar 2026
Sie kämpfen gegen ein System das ihnen die Möglichkeit bietet, für ihre Anliegen zu Demonstrieren. Ein System, das Benachteiligte nicht einfach hängen lässt. Wo man im Falle von Arbeitslosigkeit unterstützt wird. In Alter eine Rente bekommt. Wir haben in der Familie alles schon erlebt, und sind dankbar in diesen nicht perfekten System zu leben. Aber dass was die Kravallerie möchte, sind Strukturen die alles andere als Gerecht sind, geschweige denn Freiheit und Individualismus Platz finden. Ihre Parolen und Flaggen, zeigen ja dass sie keine Verbesserungen möchten, sondern einen Umsturz!
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