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Behandlung intersexueller Kinder: Zürcher Kinderspital will eigene Geschichte aufarbeiten



Bub oder Mädchen? Schwierig zu definieren, bei Kindern ohne eindeutigem Geschlecht. Gängige Praxis seit den 50er Jahren in Schweizer Spitälern? Mittels Medikamenten oder Operation dem Kind ein Geschlecht zuweisen. Dieses Vorgehen geriet unter heftige Kritik. Das Kinderspital Zürich will nun mit einem SNF-Projekt die eigene Geschichte dazu aufarbeiten.

Die Behandlung fand in der Regel ohne Einwilligung der betroffenen Kinder statt und bedeutete langfristig teils schwere psychische und körperliche Belastung. Die geplante Untersuchung soll eine Pilotstudie des Kinderspitals aus dem Jahr 2014 vertiefen, die von der Selbsthilfeorganisation zwischengeschlecht.org angestossen worden war, wie der Schweizerische Nationalfonds SNF am Montag mitteilte.

Ein interdisziplinäres Forscherteam des Kinderspitals und des Lehrstuhls für Medizingeschichte der Universität Zürich wird untersuchen, wie das Universitäts-Kinderspital von 1945 bis 1970 mit Fällen von Kindern umgegangen ist, die mit einer Variante der Geschlechtsentwicklung geboren wurden. Dabei soll sowohl die Sichtweise der Betroffenen als auch der behandelnden Mediziner berücksichtigt werden.

Seit den 1950er Jahren galt das Zürcher Kinderspital als eine der führenden Institutionen für die Erforschung und Behandlung des Phänomens, das oft als Intersexualität bezeichnet wird. Das Spital besitzt aus dieser Zeit eine Sammlung an Dokumenten, die vom Staatsarchiv des Kantons übernommen und archiviert wurden und als Grundlage für die medizinhistorische Aufarbeitung dienen können.

Die Studie solle einen Beitrag leisten zu der aktuellen Debatte über den Umgang mit Menschen mit einer Variante der Geschlechtsentwicklung, hiess es in der Mitteilung. Der SNF unterstützt die Forschenden mit 500'000 Franken während zwei Jahren. (gin/sda)

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