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ETH-Mensa erhöht Menüpreise – Studis toben

ETH-Mensa erhöht Menüpreise – Studis toben

20.02.2024, 17:3220.02.2024, 19:35
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Die Polyterrasse-Mensa der ETH Zürich
Gedämpfte Stimmung in der Polyterrasse-Mensa.Bild: ETH/Alessandro Della Valle

Unschöne Überraschung zum Semesterstart: Studentinnen und Studenten, die sich an der ETH-Mensa Polyterrasse verköstigen möchten, müssen neu mehr für ihre Menus bezahlen. Für ein Vegi-Menu müssen die Studis 50 Rappen mehr auf den Tisch legen, insgesamt sieben Franken. Und das Fleisch-Menu kostet neu 8.50- statt 7.50-.

Die ETH begründet den Entscheid auf ihrer Website mit gestiegenen Einkaufspreisen und Umsatzeinbussen. So arbeiteten seit der Corona-Pandemie deutlich mehr Mitarbeiter im Homeoffice, wodurch diese dann auch nicht mehr in der Mensa konsumieren würden. Zumal die Mitarbeiterpreise markant höher sind als die Studipreise, würde sich das klar im Umsatz zeigen, was auch eine gesteigerte Nachfrage bei den Studenten nicht wettmachen könne.

Und was meinen die Studis? watson-Leser und ETH-Student René ist empört:

«Ich finde es eine Frechheit, dass die ETH den Umsatzeinbruch, den sie wegen der Mitarbeitenden hat, auf uns Studenten abwälzt.»

In einem Gruppenchat, der dem Newsportal «Nau.ch» vorliegt, kündigt die Studentenschaft Widerstand an. Ein Teilnehmer ruft gar zum Hungerstreik auf – und erhält grossen Zuspruch.

Ein weiterer Knackpunkt, der den Studis grossen Ärger bereitet, ist die Änderung, dass es ab jetzt keine zweite Portion mehr zu holen gibt.

ETH zeigt Verständnis

ETH-Sprecherin Franziska Schmid hat gegenüber Nau.ch Stellung genommen. Mit negativen Rückmeldungen habe man bereits vor den Anpassungen gerechnet: «Preiserhöhungen sind nie angenehm.» Allerdings halte sie die Preiserhöhungen bei den Studis für «moderat».

Trotzdem zeige sie Verständnis für die empörten Studentinnen und Studenten. Zum möglichen Streik kommentiert Schmid: «Selbstverständlich haben ETH-Studierende das Recht, sich wegen der Preiserhöhungen Gehör zu verschaffen. Und natürlich steht es allen frei, wann sie wo essen wollen.»

Zur Kritik an der Nachschöpf-Regelung hält sie jedoch dagegen. Es gäbe immer noch genug, man habe bloss den Prozess geändert:

«Studierende und Mitarbeitende können auch heute gleich zu Beginn sagen, wenn sie von den Beilagen gerne eine grössere Portion hätten. Und diese bekommen sie dann ohne Aufpreis.»

Auch Mitarbeiterschaft hässig

Doch auch bei dem Teil der ETH-Mitarbeiterschaft, der nicht im Homeoffice arbeitet und sich weiterhin in der Mensa verpflegt, ist der Unmut über die Preiserhöhung gross. Denn auch ihre Menus sind davon nicht verschont worden – auf alle gibt es neu einen Pauschalzuschlag von 1.60- Franken, im Schnitt also ein Aufschlag von 15.5 Prozent.

Auf einem ETH-Online-Forum beschweren sie sich deutlich: Der Preisanstieg stehe überhaupt nicht im Verhältnis zum gewährten Teuerungsausgleich von einem Prozent.

Was hältst du von der Preiserhöhung?

Die ETH möchte trotzdem an der Preiserhöhung festhalten, so Franziska Schmid. In Anbetracht der Sparmassnahmen des Bundes könne die Eidgenössische Technische Hochschule nicht das ganze Defizit übernehmen.

(cpf)

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242 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Zahnschmerz
20.02.2024 17:48registriert März 2016
«Ich finde es eine Frechheit, dass die ETH den Umsatzeinbruch, den sie wegen der Mitarbeitenden hat, auf uns Studenten abwälzt.»

Eigentlich ist es so, dass die Mitarbeiter die Studentenmenus subventionierten und dies immer noch tun. Die Preise für Studenten sind bei weitem nicht kostendeckend.
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thegreif
20.02.2024 17:47registriert August 2016
So günstig ist man sonst nirgends in Züri.
Verstehe den Aufstand nicht, die Menüs sind auch für 8.50 Chf extrem Preiswert.
Nur zum vergleich: Ich bezahlte vor mehr als 10 Jahren in der Berufsschulmensa min. 15 Chf für ein Mittagsmenü. Heute dürften es wohl einiges mehr sein.
32010
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In vino veritas
20.02.2024 18:05registriert August 2018
Bei allen Respekt für die leeren Portmonees der Studenten, eine Universität kann mit einer Mensa keinen Verlust machen, da das Geld an anderer Stelle fehlen würde. Zudem finde ich 8.5 Fr. für ein ansprechendes und schmackhaftes Menu in Zürich vertretbar. Alternativ gibt es ja genug Bars in denen Studenten angeheuert werden. Einige Stunden pro Woche in der Bar steigern vielleicht auch die Dankbarkeit dafür, dass man zu den 1% der privilegiertesten Menschen der Welt gehört, welche an einer der besten Universitäten studieren dürfen, praktisch gratis!
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