Schweiz
Zürich

Genfer Schoggi-Firma Favarger kommt nach Zürich an die Bahnhofstrasse

Diese Schoggimarke kommt nach Zürich – und geht auf Konfrontationskurs mit Läderach

Das Traditionsunternehmen Favarger plant eine Filiale an der teuersten Einkaufsmeile im Land, mit einem speziellen Konzept.
08.01.2026, 07:2408.01.2026, 07:24
Benjamin Weinmann / ch media

Für viele Zürich-Touristen dürfte es einer der wichtigsten Stopps sein, wenn sie die Bahnhofstrasse betreten. Denn gleich zu Beginn, vom Bahnhofplatz kommend, steht seit vielen Jahren eine Filiale der Glarner Schokoladenkette Läderach. Hier können die Besucherinnen und Besucher aus aller Welt ihre eigenen süssen Gelüste befriedigen und Schweizer Schoggi für Verwandte und Freunde in der Heimat einkaufen.

In Lausanne und Genf betreibt Favarger bereits eigene Filialen.
Bild: zvg

2018 kam gleich vis-à-vis mit der Luzerner Confiserie Bachmann, inklusive Lindt-Shop-in-Shop, Konkurrenz hinzu. Ein genügend grosses Schokolade-Angebot – würde man meinen. Doch nun gesellt sich ein weiterer Schokoladeverkäufer in unmittelbarer Nähe hinzu, wie dem Zürcher Amtsblatt zu entnehmen ist.

Die Firma Favarger aus Versoix GE plant ihre erste Deutschschweizer Filiale an der teuersten Einkaufsmeile der Schweiz. Sprecher Hugo Bottin bestätigt dies auf Anfrage. Das Unternehmen wurde 1826 in der Calvin-Stadt gegründet und feiert dieses Jahr sein 200-jähriges Bestehen.

Berühmter Schoggi-Topf in Genf

Damit sei Favarger die zweitälteste Chocolaterie der Schweiz sowie die älteste Schokoladenmanufaktur des Landes, die sich noch immer im Besitz und unter der Leitung einer Familie befinde, sagt Bottin.

Seit einigen Jahren betreibt Favarger eigene Choco-Boutiquen in Genf und Lausanne. Zuvor wurden die Kreationen über Partner vertrieben. Besonders beliebt sind in Genf jeweils Anfang Dezember Schoko-Suppentöpfe, gefüllt mit Marzipan-Gemüse, zum lokalen Feiertag, dem «Fête de l'Escalade». In der Deutschschweiz sorgte Favarger zuletzt für Schlagzeilen, als die Firma ihre Schoggi-Marke Avelines an die St. Galler Schokoladeherstellerin Maestrani (Minor, Munz) verkaufte (CH Media berichtete).

Genfer Kreation für Genfer Tradition: Die berühmte «marmite de l'escalade» aus dem Haus Favarger.
Genfer Kreation für Genfer Tradition: Die berühmte «marmite de l'escalade» aus dem Haus Favarger.Bild: Coop.ch

Es sei immer Teil der Strategie gewesen, die Favarger-Kreationen im ganzen Land anzubieten, sagt Bottin. Ob weitere Filialen in der Schweiz oder sogar im Ausland geplant sind, verrät er hingegen nicht. Auch ansonsten gibt sich die Firma verschwiegen. Angaben zur Anzahl Mitarbeitenden oder zum Umsatz nennt Bottin keine. «Was unsere zukünftige Entwicklung betrifft, kommunizieren wir bewusst zurückhaltend und zum richtigen Zeitpunkt.»

Shop mit Schoggi-Atelier

Einen konkreten Eröffnungstermin für das Geschäft an der Bahnhofstrasse kann Bottin noch nicht nennen. Allerdings ist bereits klar, wie das Konzept aussieht. Dieses liegt CH Media vor. Darin bezeichnet die Firma das geplante Geschäft als «hochwertige Boutique mit stilvollem Ambiente und kleinem Erlebnischarakter».

Denn nebst dem Verkauf von Schokoladetafeln, Pralinés und saisonalen Schoggi-Kreationen sei das «Atelier du Chocolat» ein zentraler Bestandteil des Konzepts, bestätigt Bottin. «Dort können sich Gross und Klein selbst als Maître Chocolatiers betätigen und unter fachkundiger Anleitung ihre eigenen Schokoladenkreationen herstellen.»

Doch nicht nur mit diesem Atelier will sich Favarger gegenüber Läderach abheben. Denn wie im Betriebskonzept steht, soll die Filiale der Genfer auch sonntags geöffnet bleiben. Jene von Läderach, direkt auf der anderen Strassenseite, bleibt am siebten Wochentag derweil geschlossen.

Läderach peilt 300 Standorte an

Läderach-Sprecher Matthias Goldbeck gibt sich dennoch gelassen. Man sei mit dem eigenen Geschäft an der Bahnhofstrasse sehr zufrieden. Zudem betreibe man in unmittelbarer Nähe im Hauptbahnhof zwei weitere Filialen, die sonntags geöffnet seien. «Damit können wir die Schoggi-Bedürfnisse unserer Kundschaft gut abdecken.»

FILE - Various chocolate truffles from Laederach, is photographed in the Laederach shop on Friday, Nov. 18, 2022 in Bilten, Glarus. (Gaetan Bally/Keystone via AP)
Switzerland
Truffes von Läderach.Bild: keystone

Tatsächlich ist Läderach in Bezug auf Umsatz und Filialnetz eine deutlich grössere Nummer als Favarger. Hierzulande litt in den vergangenen Jahren zwar das Image des Glarner Unternehmens nach einem Dok-Film des Schweizer Fernsehens über die religiösen Hintergründe der Inhaberfamilie und die skandalösen Praktiken ihrer Kirche. Doch im Ausland befindet sich Läderach weiterhin im Expansionsmodus.

Im November eröffnete die Firma in Toronto, Kanada, an die weltweit 250. Chocolaterie. In den zwölf Monaten zuvor wurden 50 Standorte eröffnet, darunter auch die 100. Chocolaterie in Europa in Hannover. Zudem wagte Läderach den Eintritt in neue Märkte wie Japan, Ägypten, Thailand und die Türkei. Für das laufende Jahr sind nochmals rund 50 Eröffnungen vorgesehen. Mittlerweile beschäftigt Läderach über 2500 Mitarbeitende und ist in 28 Ländern vertreten. (aargauerzeitung.ch)

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125 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Th. Bollinger
08.01.2026 08:03registriert April 2018
Ich kaufe Schokolade da, wo es konfessionell neutral ist. So gesehen ist jede Konkurrenz zu Läderach willkommen.
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Menü 1 mit Suppe
08.01.2026 08:27registriert April 2018
Ich kaufe keine Schokolade bei Läderrach. Als weltoffene und tolerante Person gegenüber gleichgeschlechtlichen und anderen Beziehungsformen kann ich christliche Fundamentalisten einfach nicht unterstützen.
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Chnebeler
08.01.2026 08:06registriert Dezember 2016
Ich kann nicht Nachvollziehen, weshalb man bei der Topauswahl an diversen überall erhältlichen Tafelschokoladen ein Unternehmen wie Läderach unterstützt, dass so unspektakuläre Durchschnittsware vertreibt.

Nun wers mag.

Ich greife lieber zu Frey und Halba sowie Cailler und Camille Bloch.
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