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Stadt Zürich kritisiert andere Gemeinden wegen Crack-Szene

Stadt Zürich kritisiert andere Gemeinden wegen Crack-Szene

Die Stadt Zürich hat eine Sogwirkung – auch auf Crack-Süchtige. Die Stadt kritisiert nun andere Gemeinden und Kantone, die selber keine oder kaum Angebote für Drogenabhängige haben.
01.02.2026, 08:0601.02.2026, 08:06

Rund die Hälfte der etwa 400 Crack-Süchtigen in der Innenstadt kommt von ausserhalb. Erst vor knapp drei Wochen ortete die Stadtzürcher SVP beim Thema Crack-Szene ein regelrechtes «Staatsversagen». Auch die FDP kam zum Schluss, dass es der Stadtrat «verpennt» habe, rechtzeitig einzugreifen. Beide Parteien forderten, dass auswärtige Süchtige konsequent zurück in ihre Herkunftsgemeinde gebracht werden.

Une personne toxicodependante prepare son melange avant de prendre de la drogue (ici une boulette de cocaine qui sera prise par inhalation) dans l'espace de consommation securise (ECS) de la Ripo ...
Rund die Hälfte der Crack-Süchtigen in Zürich kommt von ausserhalb der Stadt. (Symbolbild)Bild: keystone

Sie kritisierten damit vor allem den neuen Konsumraum für «Auswärtige», der im Herbst in der Nähe des Einkaufszentrums Sihlcity in einer Holzbaracke eröffnet wurde. Kern dieses Angebots ist es eigentlich, die Süchtigen an ihre Herkunftsgemeinden zu vermitteln – dies erweist sich bisher jedoch als schwierig.

«Erste Kontakte zu Herkunftsgemeinden»

In rund zwanzig Fällen habe man erste Kontakte zu den Herkunftsgemeinden hergestellt, hiess es beim Sozialdepartement auf Anfrage von Keystone-SDA. Eine Konzentration auf einzelne Gemeinden werde aktuell nicht festgestellt. Die Süchtigen kommen aus dem ganzen Kanton in die Stadt, viele reisen auch aus anderen Kantonen an, um hier Crack zu kaufen und im Konsumraum zu inhalieren.

Zurückgebracht wurde bisher jedoch niemand. Das Hauptproblem: In ihren Herkunftsgemeinden gibt es bisher keine Angebote für sie. Am nächsten Tag stünden die Abhängigen ohnehin wieder da.

Eine Übersichtskarte der Koordinations- und Fachstelle Sucht des Bundes macht die Sogwirkung der Stadt Zürich deutlich: In Winterthur gibt es zwar eine gut besuchte Anlaufstelle, aber keinen Konsumraum. Die nächstgelegenen Crack-Inhalationsräume sind in Luzern, Basel und Schaffhausen. Östlich von Zürich gibt es bisher keinen einzigen. In Chur ist ein geplanter Konsumraum seit Jahren ein Politikum.

Viele Angebote wurden abgebaut

In den letzten rund zehn Jahren seien viele Angebote für schwerstabhängige Menschen ausserhalb der Stadt Zürich reduziert oder eingestellt worden, stellt das Sozialdepartement fest. Diese fehlen nun. Deshalb wolle die Stadt nun «gemeinsam mit anderen Gemeinden, Städten und Kantonen» tragfährige Lösungen finden.

In den 1990er- und 2010er-Jahren gab es nur schon im Kanton Zürich über ein Dutzend Kontakt- und Anlaufstellen für Süchtige, über alle Regionen verteilt. Auch Angebote wie Notschlafstellen und begleitete Wohneinrichtungen waren häufiger zu finden. In diesen Übernachtungsangeboten war oft auch Drogenkonsum erlaubt.

Generell gebe es heute weniger Einrichtungen, in denen Drogenkonsum akzeptiert sei, heisst es bei der Stadt. Man müsse die Situation der Menschen aber akzeptieren, eine suchtfreie Gesellschaft gebe es nicht, sagte Sozialvorsteher Raphael Golta (SP) einst dazu.

Szene aktuell weniger sichtbar

Aktuell ist das Thema Crack-Konsum in Zürich etwas weniger sichtbar, was aber vor allem an den kalten Temperaturen liegen dürfte. Sobald das Wetter wieder wärmer werde, sei das Problem zurück, prophezeite ein FDP-Gemeinderat bei der jüngsten, aber sicher nicht letzten Crack-Debatte.

Crack wird aus Kokain und Natron hergestellt und in Form von kleinen «Steinen» verkauft. Das gestreckte Kokain wird in Pfeifen geraucht und sorgt nur für einen kurzen Rausch. Es macht aber rasch abhängig und aggressiv. Essen und Schlafen werden bei der Suche nach der nächsten Dosis zweitrangig, weshalb viele Süchtige in schlechter körperlicher Verfassung sind. (sda)

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Labär
01.02.2026 08:53registriert August 2020
Ein weiteres Beispiel für die vielfältigen Zentrumslasten der Städte. Bezeichnend, wie sich die SVP über dieses konkrete Beispiel echauffiert, im Allgemeinen aber die Zentrumslasten der Städte kleinredet und lieber einen Stadt-Land-Graben bewirtschaftet.
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Hitsch
01.02.2026 09:48registriert April 2020
Ich habe Ende der 80'Jahren in der Nähe des Platzspitz gewohnt und musste jeden Abend die Fixer vor meiner Haustüre "weg räumen" und die wenigsten waren aus Zürich. Damals war es Usus, dass die abgewiesenen Fixer von den Wohngemeinden, mit einem Gratisbillett nach Zürich zurückgeschickt wurden.

Die bürgerlichen Kantone/Gemeinden, die damals dieses Spiel gespielt haben spielen es, 30 Jahre später wieder.

ALSO nichts neues in der Schweiz.
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Fred_64
01.02.2026 10:05registriert Dezember 2021
Aha, die Stadtzürcher SVP ortet beim Thema Crack-Szene ein regelrechtes Staatsversagen, aber ihre Kollegen in den SVP-Nester rundherum haben gar nichts zu bieten.
Klare Aussage wieder mal, mit dem Finger auf andere zeigen, selber aber nicht besser sein...
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