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Postauto: Rentnerin reicht Initiative ein um Billett mit Bargeld zu kaufen

Rentnerin sammelt 8000 Unterschriften gegen bargeldlose Postautos

20.01.2026, 13:3820.01.2026, 13:38

Mitte Dezember wurde bei Postauto Graubünden ein Fahrplanwechsel vorgenommen, mit diesem wurde auch der Ticketverkauf beim Fahrpersonal eingestellt. Man kann somit keine Tickets mehr beim Bus- oder Postautofahrer kaufen.

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In den Postautos im Kanton Graubünden kann seit Mitte Dezember nicht mehr beim Chauffeur ein Ticket gelöst werden.Bild: KEYSTONE

Die 77-jährige Rentnerin, Berta Caminada, findet die neue Regelung «ungeheuerlich», wie sie gegenüber dem «Tages Anzeiger» sagt. Durch die Änderungen würden alle Menschen, die nicht mit digitalen Zahlungsmitteln umgehen können, vom öffentlichen Verkehr ausgeschlossen.

In einem Bergkanton wie Graubünden würde dies dazu führen, dass die Betroffenen einige Orte gar nicht mehr erreichen können. Sie sorge sich nicht nur um Rentner, sondern auch um Menschen mit einer Beeinträchtigung oder Kinder.

Um sich zu wehren, hat die Rentnerin eine Petition online gestellt. In dieser fordert sie, dass man wieder beim Postautofahrer, mit Bargeld, ein Ticket für den öffentlichen Verkehr im Kanton Graubünden lösen kann. Das Lösen von Tickets ist in den Bündner Postautos zurzeit an den «Venda-Automaten» möglich. An diesen kann man mit Kreditkarte, Twint, mit dem Swiss Pass oder einer Wertkarte ein Ticket lösen.

Caminada sammelte bis anhin 8000 Unterschriften und hat die Petition, die sie startete, beim Kanton eingereicht.

Roman Hug, Nationalrat SVP-GR, spricht neben Martin Haab, Nationalrat SVP-ZH, und Benjamin Giezendanner, Nationalrat SVP-AG, waehrend einer Medienkonferenz der SVP ueber die Vernehmlassung der SVP zum ...
Bündner-SVP-Nationalrat Roman Hug.Bild: keystone

Nun hat sich die SVP Graubünden hinter das Anliegen der Rentnerin gestellt. Parteipräsident und Nationalrat Roman Hug sagt gegenüber dem «Tages Anzeiger», dass die SVP Graubünden das Anliegen unterstütze. Ein Vorstoss für das kantonale Parlament sei noch nicht formuliert worden.

Die Mediensprecherin von Postauto Schweiz, Katharina Merkle, sagt, dass es auch künftig Lösungen geben werde, in den Verkehrsmitteln mit Bargeld zu bezahlen. Der Zugang zu den öffentlichen Verkehrsmitteln bleibe für alle gewährleistet. Sie verweist dabei auf die Wertkarte, die mit Bargeld aufgeladen wird und mit der man ein Billett lösen kann.

Die Bündner Regierungsrätin Carmelia Maissen schreibt auf Anfrage des «Tages Anzeiger», dass der Kanton die von Berta Caminada eingereichte Petition prüfen werde. (nib)

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95 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Küsel64
20.01.2026 15:13registriert Juli 2015
Ticketsverkauf in Bussen ist eine Zumutung für alle Passagiere. Der Fahrer muss den Fahrplan einhalten, das kann er nicht, wenn er Tickets verkaufen muss. Zum Glück ist das im ZVV vorbei.
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insert_brain_here
20.01.2026 15:12registriert Oktober 2019
Ich habe mir die Terminals im Postauto mal aus Neugier angesehen und muss dazu sagen die Dinger sind wirklich super einfach zu bedienen und der Fahrer ist ja immer noch da und kann unterstützen.

Die Postauto AG bemüht sich wirklich goldene Brücken zu bauen, aber wer sich so lange geweigert hat mit der Zeit zu gehen bis es die Demenz nicht mehr zulässt für den ist der Zug - oder das Postauto - halt irgendwann mal abgefahren.
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fidget
20.01.2026 13:57registriert Dezember 2018
Ich finde es ungeheuerlich, wenn das Postauto mal wieder zusätzliche Verspätung hat, weil zig Leute beim Chauffeur noch ein Billett lösen und er deshalb nicht losfahren kann.
Ausserdem erhöht das Bargeld auch das Risiko von Überfällen und gefährdet das Fahrpersonal. Und es wird ja mit der bar aufladbaren Wertkarte eine Möglichkeit geboten, wie auch Kartenzahlverweigerer weiterhin bedient werden können. Manche Leute stellen sich auch einfach an, statt sich mit neuen Gegebenheiten vertraut zu machen.
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