DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
FILE -- In this file photo taken in Rome on May 21, 2014, former Italian Premier and Forza Italia (Go Italy) party leader Silvio Berlusconi talks during the recording of a tv-talk show. An Italian court on Friday was considering its decision on former Premier Silvio Berlusconi's appeal against a sex-for-hire case that revealed details of raunchy, sex-fueled bunga-bunga parties at his private villa attended by a bevy of aspiring showgirls. Berlusconi was sentenced to seven years in jail and handed a lifetime political ban after being convicted last year of paying for sex with an underage prostitute and then using his influence to cover it up. He denies the charges. (AP Photo/Andrew Medichini)

Silvio Berlusconi in zweiter Instanz freigesprochen. Bild: Andrew Medichini/AP/KEYSTONE

Italien

Berlusconi im «Ruby»-Prozess in zweiter Instanz freigesprochen – seine Anhänger und Anwälte feiern den Entscheid



Silvio Berlusconi ist im «Ruby»-Prozess um Sex mit minderjährigen Prostituierten und Amtsmissbrauch in zweiter Instanz freigesprochen worden. Ein Berufungsgericht in Mailand erklärte den früheren Regierungschef am Freitag überraschend für unschuldig.

Dem 77-Jährigen war vorgeworfen worden, bei den angeblich wilden «Bunga-Bunga-Partys» in seiner Villa Sex mit minderjährigen Prostituierten gehabt zu haben. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, eine weitere Berufung vor dem Kassationsgericht ist möglich. 

(FILES) - This file picture taken on November 13, 2010 in Milan shows Moroccan girl Karima El Mahroug, nicknamed

Karima El Mahroug. Bild: AFP

In erster Instanz war der dreimalige Regierungschef im Juni vergangenen Jahres zu sieben Jahren Haft und einem lebenslangen Verbot öffentlicher Ämter verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte in dem Berufungsprozess eine Bestätigung des Urteils gefordert, die Verteidigung einen Freispruch. 

Im Mittelpunkt des Verfahrens stand die heute 21 Jahre alte Marokkanerin Karima El Mahroug, genannt Ruby. Mit ihr soll Berlusconi Sex gegen Geld gehabt haben, der 77-Jährige bezeichnete sich jedoch mehrmals als unschuldig. 

Falschaussagen gegen Geld?

«Dieser Freispruch hat meine rosigsten Erwartungen übertroffen», kommentierte Berlusconis Verteidiger Franco Coppi am Freitag. Der Freispruch sei unter anderem darauf zurückzuführen, dass Berlusconi das wahre Alter der minderjährigen Marokkanerin «Ruby» nicht kannte, die in seiner Luxusresidenz in Arcore verkehrte.

Die Staatsanwälte sehen die Lage anders. Berlusconi habe Ruby zur Prostitution «gezwungen». Ausserdem hätten mehrere Verteidigungszeugen vor Gericht gelogen, um Berlusconi zu entlasten. Der Verdacht lautet ihrer Ansicht nach, dass sie für ihre Falschaussagen von Berlusconi Geld erhalten haben.

«Endlich die Wahrheit. Schade, dass all die Lügen um Berlusconi die politische Geschichte unseres Landes geändert haben», kommentierte eine Parlamentarierin von Berlusconis konservativer Oppositionspartei Forza Italia, Daniela Santanche.

Während das Urteil gefällt wurde, befand sich Berlusconi im Seniorenheim in Cesano Boscone bei Mailand, wo er seit zwei Monaten für seine Verurteilung wegen Steuerbetrugs Sozialdienst leistet. Er verliess das Seniorenheim, ohne seinen Freispruch gegenüber den auf ihn wartenden Journalisten zu kommentieren. (viw/sda/dpa) 

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Analyse

Super-Mario muss zuerst Italien retten – und dann die EU

Der ehemalige Präsident der Europäischen Zentralbank ist als italienischer Premierminister zum Hoffnungsträger für Europa geworden.

Im Jahr 2013 lähmte ein unendliches Gerangel um griechische Staatsschulden die EU und führte den Euro an den Rand eines Kollaps. Dann wurde Mario Draghi neuer Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB). Er trat vor die Medien und versprach, er werde alles unternehmen, was nötig sei, um die Einheitswährung zu retten.

Draghis «Whatever it takes» wurde zum Zauberspruch. Die Finanzmärkte beruhigten sich schlagartig. Der Euro war gerettet, in Brüssel konnte man sich neuen Krisen zuwenden, etwa …

Artikel lesen
Link zum Artikel