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Bachelorette 2022: Wer keine Aura verstrahlt, geht gnadenlos unter

Yuri: «Totali Eskalation do ufam Partyboot, äs isch aifach geil!»
Yuri: «Totali Eskalation do ufam Partyboot, äs isch aifach geil!»bild: 3plus
Bachelorette

Über die Sinnlosigkeit von Bojen oder: Wer keine Aura verstrahlt, geht unter

Nachdem die Männer aus der Limo ausgestiegen sind, steigen sie leider neun Folgen lang nicht wieder ein.
02.05.2022, 22:2403.05.2022, 18:37

Wenn er spricht, neigt sich sein Kopf leicht nach hinten und vorne raus kommt etwas, das die Menschheit nicht zwingend braucht. Wenn jemand anderes spricht, bleibt sein Mund offen, fast als versuche er, die Worte seines Gegenübers durch eben jene Körperöffnung aufzunehmen.

Und ständig bewegt sich sein Körper hin und her. Ein bisschen so wie eine Kobra, wenn sie mit einer Flöte aus ihrem Körbchen gelockt wird.

Und natürlich vernimmt er auch deren Klänge mit offenstehendem Mund.

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Das Phänomen Marcel.gif: 3plus/watson

Stillstand gibt's jedenfalls nicht bei Marcel, der vielleicht darum die Knopftrainerhosen aus den modeversierten Nullerjahren brutal in die Gegenwart zurückgezerrt hat, um, wenn sonst nichts läuft, einfach mal ein zwei von diesen seitlichen Druckbabys zu lösen und so ein bisschen seine stählernen Fitnesstrainer-Beine herzuzeigen. Oder gegebenenfalls auch zu lüften.

Schwer zu sagen, welche Absichten dieser Mann hegt. Ein Mann, der hinter jeden Satz «Verstehst du, was ich meine?» hängt. Vielleicht tut er das, weil er selbst schon allzu oft die zermürbende Erfahrung gemacht hat, die Aussagen anderer nicht so richtig erfassen zu können. Vielleicht ist die Welt für ihn ganz grundsätzlich ein grosses Fragezeichen. Und vielleicht ist er es auch für die Welt. Kein Wunder also, geht einem bei so viel Rätselhaftigkeit der Mund nicht mehr zu.

Druckknopf-Trainerhose-Bauchtäschchen-Marcel schliesst Frieden mit Dschungelhemd-Stoffschuh-Andrei. Doch was erstrahlt da in deren Mitte Feines?
Druckknopf-Trainerhose-Bauchtäschchen-Marcel schliesst Frieden mit Dschungelhemd-Stoffschuh-Andrei. Doch was erstrahlt da in deren Mitte Feines?bild: 3plus

Das Phänomen Marcel aber erblasst schon fast etwas neben dem Phänomen Salvatore. Modetechnisch gesehen jetzt. Betrachten wir das ganze Spektakel etwas genauer ...

Salvatore – welch Musterknabe!
Salvatore – welch Musterknabe!bild: 3plus

... Die Hacky-Sack-artige – da hat aber jemand noch hinter die Nullerjahre gegriffen! – Kopfbedeckung, jener traute Hauch Hippie, traut sich, sein malerisches Müsterchen ins Gesicht dieses Mannsbildes zu werfen, damit sein illustres Schattenspiel zu treiben, das sich auf der Brust dank verwegen weit ausgeschnittenem Tanktop in ewig schwarzer Tinte zu wiederholen weiss. Alles gehört hier zusammen, ist Teil des anderen, verschmilzt inniglich. Der Schatten wird zum Tattoo und das Tattoo zu Louis Vuitton. Wir werden Zeugen eines einzigartigen Zusammengehens, das Stil-, Marken- und Epochengrenzen leichtfüssig überwindet und alle daran hängenden Vorurteile in Grund und Boden stampft. Ein Festschmaus modischer Diversity, der durch seine fröhliche Verspieltheit nichts als Eintracht und Verbundenheit schafft.

Die einzige Enttäuschung ist, dass Salvatore trotz all seiner Grossartigkeit nicht den ganzen Bildschirm auszufüllen vermag. Dabei fehlt so wenig ...

Der Urmensch in seiner natürlichen Umgebung: Ein kleiner Eindruck aus dem Neandertaler-Museum, links im Hintergrund primitive Waffen und ein grosses Steinwerkzeug.
Der Urmensch in seiner natürlichen Umgebung: Ein kleiner Eindruck aus dem Neandertaler-Museum, links im Hintergrund primitive Waffen und ein grosses Steinwerkzeug.bild: 3plus

Und, nun ja, die Sache mit dem Schwimmen war auch wenig erfreulich. Überhaupt ist die Schwimmleistung der «Bachelorette»-Kandidaten bei jeder Staffel desaströs und wird mit steigender Personal-Trainer-Quote nur immer noch desaströser.

So viele aufgeblähte Muskeln und kein einziger davon schafft es, seinen Träger ein paar Meter durchs Meer zu tragen.

«Schon 'ne harte Nummer, dieses Wasser jetzt», sagt Salvatore, noch bevor seine Zehe das kühle Nass berührt.

«Krasse Ereignisse» haben ihn wasserscheu gemacht. Etwas mit einer hohen Welle und Wasserschlucken. Er nimmt sich vor, seine Angst umzuwandeln, aber er scheitert wie ein Alchemist an der Goldsynthese.
«Krasse Ereignisse» haben ihn wasserscheu gemacht. Etwas mit einer hohen Welle und Wasserschlucken. Er nimmt sich vor, seine Angst umzuwandeln, aber er scheitert wie ein Alchemist an der Goldsynthese.bild: 3plus

Den ganzen Tag verblödete Burpees machen, aber im Wasser dann absaufen wie ein Sack Steine. Und die, die sich ein paar Meter lang an der Oberfläche halten können, sehen dabei aus wie plumpe, vierschrötige Fleischberge, die sich in Zeitlupe und unerhört ungraziös an ihren Bojen hängend mit den bizarrsten Verrenkungen vorwärtszuschleppen versuchen. Vergeblich sucht man nach einem Kraul, nach einem winzigen Stück Würde. Alles, was man findet, sind «gfickti Körper».

Das steht sie, die herzige Yuliya, mit ihren Bojen, noch voller Hoffnung auf Kommendes.
Das steht sie, die herzige Yuliya, mit ihren Bojen, noch voller Hoffnung auf Kommendes.bild: 3plus

Und während man diesem Trauerspiel beiwohnt, wird einem klar, dass die Sexyness von rettungsschwimmenden Menschen niemand mehr zurückholt, dass sie für immer in den 90ern bleiben wird. Wo die Bojen noch grösser waren als die Muskeln. Und Brusthaare sich ungehemmt im Meerwasser kräuselten ...

Doch Moment! Da haben wir die Rechnung aber ohne Phänomen Marcel gemacht! Denn das entpuppt sich als das, was David Hasselhoff noch am Nächsten kommt. Als zweitletzter Schwimmer wartet der selbsternannte «Poseidon, Gott des Meeres» nämlich einfach auf Schlusslicht Heinz, der durchaus auch ohne ihn ans Ziel gelangt wäre. Aber nur so konnte Phänomen Marcel seine beschämende Niederlage als heldenhafte Rettungsaktion verkaufen.

«Ich würd dem Heinz immer wieder helfen, ich bereu' meine Entscheidung auch nicht, weil es geht um Menschenleben.»
Das Phänomen Marcel

Yuri gewinnt. Yuri, den kein Zuviel an Bizeps am Schwimmen gehindert hat. Und als er von der strahlenden Yuliya empfangen wird, sagt der Bündner: «I bin aifach gschwumma.»

Und wie er das ist! Gar direkt ins Herz der Bachelorette! Denn nachdem er sie auf der nachfolgenden Yachtparty obendrauf noch ordentlich mit Sekt versorgt hat, will sie ihn sofort allein und hochromantisch daten.

Yuyu daten sich: Yuri ist uh nervös und Yuliya strahlt. Sie reden und es ist schön und unschuldig und herzig.
Yuyu daten sich: Yuri ist uh nervös und Yuliya strahlt. Sie reden und es ist schön und unschuldig und herzig.bild: 3plus

Im Grunde ist es ziemlich einfach. Du kannst noch so um Yuliya herumtänzeln, sie massieren und anknabbern, ihr eine Herzchen-Kette schenken oder sie zur Titanic-(mit Betonung auf der ersten Silbe)Szene auf dem Bug des Schiffes nötigen; die Gewinner-Devise lautet: Gib ihr erstmal einen Drink.

Andrei und Yuliya: Hätte Jack diese Kiwi-Badehosen getragen, wäre Rose wohl auf der Stelle gesprungen.
Andrei und Yuliya: Hätte Jack diese Kiwi-Badehosen getragen, wäre Rose wohl auf der Stelle gesprungen.bild: 3plus

Denn nur so erträgst du als Bachelorette diese überbordende Testosteron-Tunke, jene klebrige Männersauce, das kompromisslose Gemisch aus Hormonen und Säften, aus Axe-Deodorant, exorbitant stinkendem Parfum und eingetrockneten Badehoseninhalten, die sich loslösen und als winzige Bröcklein zwischen den tobenden Kandidatenbeinen herumwirbeln, während sich oben drüber allmählich ein Film aus Kokosnuss-Sonnenöl legt, der als Topping seine regenbogenfarbigen Schlieren hinausschickt in die vorgetäuschte Unendlichkeit des Pools.

Das Gesicht, das du eben machst, wenn du weisst, worin du gerade schwimmst.
Das Gesicht, das du eben machst, wenn du weisst, worin du gerade schwimmst. bild: 3plus

Bevor du da als Yuliya auch nur eine Zehe reindippst, muss erstmal ein Wodka her.

Das muss vor Yuri auch schon Angelo gewusst haben – der Mann, der mit seinem stracksen Getränkeangebot das allererste Einzeldate bekommt.

Und auch das ist sehr gelungen und zuckersüss, beide sind mit dem riesenhaften Sushi überfordert, kleckern und lachen und haben Freude aneinander. Dann wird es kurz ernst, denn wie immer in dieser Sendung muss nun ein gewisser Charakterzug auf eine bestimmte Erfahrung zurückgeführt werden.

Ham, ham: Yuliya und Angelo beim Habern .
Ham, ham: Yuliya und Angelo beim Habern .bild: 3plus

Im vorliegenden Fall haben wir also das Kinderheim plus eine gemobbte Trichterbrust in der Vergangenheit, was einen zurückhaltenden Angelo in der Gegenwart ergibt.

Und der gefällt Yuliya und uns. Was aber im Umkehrschluss nicht heissen soll, dass jedes Mobbingopfer automatisch zu einem sympathischen Menschen heranreift. Und auch nicht, dass Gemobbtwerden gut ist für den Charakter. Das würde ja geradezu den Mobbern in die Hände spielen! Eine gefährliche Argumentationslinie also, man darf es mit der kausalitäts-freudigen Bachelorette-Psychologie wirklich nicht zu weit treiben.

Jedenfalls ist da eine Menge Charakter im Angelo drin, ganz im Gegensatz, so schätzt das jedenfalls das Phänomen Marcel ein, zu Kevin – dem Kandidaten, der erst jetzt auftaucht und damit alle anderen nervt.

«Der Kevin, der passt hier nicht rein, der hat keine Aura.»
Das Phänomen Marcel oder gar bald The next Uri Geller?
«Wenn du keine Aura verstrahlst, gehst du unter», meint Marcel und wirft den Ostschweizer Chauffeur Kevin in den Pool. Ob da eine Aura ist oder nicht, wird sich erst noch herausstellen müssen. Eine ge ...
«Wenn du keine Aura verstrahlst, gehst du unter», meint Marcel und wirft den Ostschweizer Chauffeur Kevin in den Pool. Ob da eine Aura ist oder nicht, wird sich erst noch herausstellen müssen. Eine gewisse Steifheit durften wir jedenfalls schon mal beobachten.bild: 3plus

Der Gewinner der Auralosen aber ist in dieser Rosennacht der Urs. Der unglückselige Typ, der quasi aus der Limo raus direkt in irgendwelche gesundheitlichen Probleme hinein geraten ist, um danach sofort wieder heimzufliegen.

Tschau Urs.
Tschau Urs.bild: 3plus
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Lara & Anna schauen «Die Bachelorette» Folge 2

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28 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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C#
02.05.2022 23:13registriert Dezember 2020
Jedes Mal, wenn ich die Batchelorette-Stories von Anna lese, bekomme ich unheimlich Lust, mir das irgendwann anzusehen. Ich lasse es aber, weil der Film niemals so gut wie das Buch ist.
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SusScrofa
02.05.2022 23:06registriert April 2022
Ich-kann-nicht-mehr! Gacker, wieher, brüll! Einfach super lustig geschrieben, vielen Dank. Auch für dass ich mir das nicht selber reinziehen muss.
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Säuberdänke
02.05.2022 23:58registriert Mai 2020
Dieses stumpfsinnige Fernsehformat gibt es letzlich nur, damit dieser herrlich witzige Text verfasst werden konnte!
Köstlich die Beschreibung der Schwimmszenen 😂
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