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Im Trainingslager haben wir dieses Jahr viel im Ausdauer- und Kraftbereich gearbeitet.
Im Trainingslager haben wir dieses Jahr viel im Ausdauer- und Kraftbereich gearbeitet.
Bild: www.imago-images.de
Akanjis Revier

Mit dem BVB im Trainingslager – ganz anders, und doch vieles ähnlich wie im Amateurbereich

Wir waren mit Borussia Dortmund auch dieses Jahr für das Sommer-Trainingslager in Bad Ragaz. Ich erzähle euch heute, was da abläuft, wie wir uns an den Abenden die Zeit vertreiben und ihr werdet merken, so ganz anders als im Amateurbereich ist es gar nicht.
29.08.2020, 08:1829.08.2020, 16:19
Manuel Akanji
Manuel Akanji
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Wie jedes Jahr waren wir auch im Sommer 2020 für unser Trainigslager in Bad Ragaz. Das ist für mich als Schweizer natürlich umso schöner, wenn ich eine zusätzliche Woche in der Heimat verbringen kann.

Aufgrund des Coronavirus war alles etwas anders in diesem Sommer. Das Trainingslager war kürzer, Zuschauer waren diesmal leider keine erlaubt. In unserem Mannschaftshotel waren gewisse Bereiche speziell für uns abgesperrt, zum Beispiel das Eisbad oder das Wellness.

Weil das Trainingslager nicht wie gewohnt in der zweitletzten Woche vor der Meisterschaft stattfand, sondern viel früher, war der Fokus ein anderer. Statt Spielformen war eher physisches Aufbauprogramm angesagt. Die Woche war dementsprechend anstrengend und wir danach richtig erschöpft. Aber ich bin zufrieden, wir sind auf einem guten Level.

Bei uns geht es im Trainingslager gar nicht so anders zu und her, als du es vielleicht von den Amateuren kennst. Klar gibt es da Unterschiede, so zum Beispiel logieren wir in einem super Resort, haben die ganze Trainingsanlage exklusiv für uns und es sind viel mehr Trainer und Betreuer dabei. Klar gibt es da Unterschiede, zum Beispiel haben wir viel mehr Trainer und Betreuer dabei. Sogar unsere Köche aus Deutschland reisen mit, weil die Ernährung im Profifussball ein so wichtiger Faktor ist.

Im Grunde geht es in unseren Trainingslagern aber ums Gleiche wie in anderen Ligen auch – so zum Beispiel wie ich es von meiner Zeit beim FC Winterthur kenne. Die Grundlage für eine ganze Saison wird gelegt. Im Trainingslager sehen wir uns praktisch durchgehend, sprechen viel miteinander und lernen uns in dieser intensiven Zeit besser kennen. Teambildung ist ein nicht zu unterschätzender Faktor – das Trainingslager war speziell für die Integration der neuen Spieler sehr wichtig.

Eines der Highlights des Trainingslagers hat dann auch gleich mit den neuen Spielern zu tun. Diese mussten nämlich vor der ganzen Mannschaft singen – wir haben uns gekrümmt vor Lachen.

Weil wir das Hotel am Abend wegen den Corona-Regeln nicht verlassen durften, haben wir uns die Zeit vor Ort vertrieben. Da wird uns nicht langweilig – im Gegenteil. Während unser Trainingslager-Woche fanden die Finalturniere der Champions League und Europa League statt, das haben wir uns nicht entgehen lassen. Wenn ich selbst Fussball schaue, kenne ich zwar die meisten Spieler persönlich, vor dem Bildschirm bin ich aber wie jeder andere Zuschauer: Ich fiebere mit und geniesse das Spiel.

Wir haben nicht nur Fussball geschaut, im Trainingslager hatten wir auch selbst zwei Testspiele.
Wir haben nicht nur Fussball geschaut, im Trainingslager hatten wir auch selbst zwei Testspiele.
Bild: www.imago-images.de

Eine Pflicht, die Abende mit der ganzen Mannschaft zu verbringen, gab es bei uns im Trainingslager übrigens nicht. Im Speisesaal wurde für diejenigen, die wollten aber eine Leinwand aufgestellt. Ich habe aber auch oft Spiele zusammen mit Erling Haaland und Jadon Sancho – mit ihnen beiden verstehe ich mich besonders gut – im Zimmer geschaut, weil es einfach gemütlicher war.

Ein Privileg, das wir bei Dortmund haben, sind die Einzelzimmer. So haben wir einen guten Rückzugsort, um auch mal etwas Zeit alleine zu verbringen und zum Beispiel in Ruhe mit der Familie zu telefonieren.

Das klingt jetzt alles so, als bestünde unser Trainingslager nur aus Fussball – so ist es dann doch nicht. Einige haben sich mit Tischtennis oder Gesellschaftsspielen beschäftigt und ich hatte noch meine Playstation im Gepäck. Dann spiele ich entweder mit den Mannschaftskollegen oder online mit anderen Kumpels. Bei mir ist derzeit «Call of Duty» angesagt.

Nun geht es für mich ungewohnt weiter. Nach der ganzen Vorbereitung mit dem BVB beginnt nämlich nicht unsere Saison, sondern es steht erstmal eine Natipause an. Wir spielen mit der Schweiz in der Nations League am 3. September gegen die Ukraine und am 6. September sehe ich dann einige BVB-Kollegen als Gegner wieder – nämlich im Duell gegen Deutschland.

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bild: sven germann

Akanjis Revier

Von Wiesendangen auf die grosse Fussballbühne: Manuel Akanji hat sich als Bundesligaspieler und in der Schweizer Nati etabliert.

In seinem Blog auf watson erzählt der 25-Jährige aus dem Leben eines Profifussballers. Unverblümt, authentisch, anekdotenreich – mit einem spannenden Einblick auf und neben das Spielfeld.

Mehr von Manuel Akanji gibt's hier:
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