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Die Abschlusszeremonie der European Games in Baku.
Die Abschlusszeremonie der European Games in Baku.Bild: Getty Images Europe

15 Medaillen lautet die stolze Ausbeute in Baku, doch der «Chef de Mission» bedauert: «Diese Erfolge fanden in der Schweiz vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit»

Mit 15 Medaillen, darunter gleich sieben in Gold, übertraf die Schweizer Delegation an den Europa-Spielen in Baku die Erwartungen deutlich. Eindeutig war aber auch, dass diesem neu eingeführten Multi-Sportanlass in der Schweiz noch mit Skepsis begegnet wird.
28.06.2015, 19:2029.06.2015, 08:31

Erfolgreichste Schweizer Athletin in Aserbaidschan war Giulia Steingruber. Die St.Galler Turnerin gewann gleich zweimal Gold (am Sprung und Boden) sowie je einmal Silber (im Mehrkampf) und Bronze (am Schwebebalken). 

Giulia Steingruber (mitte) holte in Baku drei Mal Gold. 
Giulia Steingruber (mitte) holte in Baku drei Mal Gold. Bild: VASSIL DONEV/EPA/KEYSTONE

Das Highlight aus seiner Sicht sei gleich der erste Wettkampftag an den ersten Europa-Spielen gewesen, so Ralph Stöckli. Der Chef de Mission von Swiss Olympic durfte sich nach den drei Goldmedaillen sogar kurz an der Spitzenposition im Medaillenspiegel erfreuen.

«Die Erfolge fanden in der Schweiz vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit»
Ralph Stöckli, Chef de Mission von Swiss Olympic

Am Ende rangierte die Schweiz (7/4/4) im 13. Rang unter 50 Nationen. «Wenn wir vergleichbare Nationen betrachten, ist das eine tolle Platzierung. Wir dürfen stolz darauf sein, dass überdurchschnittlich viele unserer Sportler ihr Potenzial abrufen konnten. Dank der Erfolge hatten wir im Team eine sehr gute Stimmung», sagt Stöckli, der aber gleichzeitig bedauerte, dass «diese Erfolge in der Schweiz vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit fanden».

Der abschliessende Medaillenspiegel
Der abschliessende Medaillenspiegelscreenshot: baku2015.com

2019 in der Türkei?

«Ich möchte, dass es zu einer zweiten Austragung der Europa-Spiele kommt», sagt Stöckli. Er spricht allerdings auch davon, dass «es zu einer intensiven Auseinandersetzung über die Sportarten-Zusammensetzung kommen muss. Das EOC (Europäische Olympische Komitee) muss besorgt sein, dass in den Sportarten möglichst die besten Athleten teilnehmen.» 

Wenn das gelinge, dann habe der Anlass auch seine Berechtigung, findet Stöckli. Zu hören war, dass nach dem Rückzug von Holland für 2019 nun die Türkei als Organisator im Vordergrund steht.

Der sportliche Stellenwert in Baku war von Sportart zu Sportart höchst unterschiedlich. Im Judo und Ringen, wo gleichzeitig die EM stattfand, war die kontinentale Elite lückenlos vertreten. In anderen Wettbewerben wie Mountainbike und Triathlon, wo die Schweizer extrem dominant auftraten, verzichteten hingegen einige Topathleten auf die Reise nach Aserbaidschan. 

Die ganze Elite ist da: Frankreichs Damen holen Judo-Gold, Italien Bronze. Gefeiert wird zusammen.
Die ganze Elite ist da: Frankreichs Damen holen Judo-Gold, Italien Bronze. Gefeiert wird zusammen.Bild: MAXIM SHIPENKOV/EPA/KEYSTONE

In den zwei olympischen Kernsportarten Leichtathletik und Schwimmen fehlte die Elite gar gänzlich. Das fast 70'000 Zuschauer fassende Olympiastadion kam neben Eröffnungs- und Schlussfeier nur in den Genuss eines drittklassigen Team-EM-Events. Im ebenso neu erstellten Baku Aquatics Centre gelangten einzig Nachwuchs-Wettkämpfe zur Austragung.

Gute Rahmenbedingungen

Um die ersten Europa-Spiele durchzuführen, unternahm Aserbaidschan einen enormen Aufwand. Bezüglich Infrastruktur, die wohl mehrere Milliarden Franken gekostet haben dürfte, scheute die autokratische Staatsführung des öl- und erdgasreichen Landes im Kaukasus keine Kosten. 

Die farbenfrohe Abschlusszeremonie in Baku.
Die farbenfrohe Abschlusszeremonie in Baku.Bild: Getty Images Europe

«Auch die Wettkampfabläufe haben grundsätzlich funktioniert. Aserbaidschan hat den Sportlern sehr gute Rahmenbedingungen geboten», stellt der ehemalige Spitzencurler Stöckli dem Gastgeber eine gute Note aus. An die teilweise andere Kultur in diesem Land müsse man sich anzupassen wissen. (si)

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