Bislang waren alle Messenger-Dienste gesperrt. Als Folge der neuen Regelung können Menschen auch wieder Online-Banking nutzen. Dafür ist immer eine Zwei-Faktor-Autorisierung per SMS notwendig.
Regierung setzt auf staatlich kontrolliertes Intranet
Seit vergangenem Wochenende können Nutzer auch auf das nationale Intranet zugreifen. Dies erlaubt, ausschliesslich staatlich kontrollierte Webseiten zu verwenden. Dienste aus dem Ausland bleiben blockiert.
Seit Jahren existiert eine Parallelstruktur iranischer Apps zu beliebten Anwendungen wie WhatsApp, Telegram oder Google Maps – unter Aufsicht der Sicherheitsbehörden. Damit entfällt faktisch die Anonymität im Netz.
Die auf Netzsperren spezialisierte Organisation Netblocks meldet, dass im Iran der Zugang zum Internet seit dem 8. Januar fast vollständig unterbrochen ist. Die Messwerte zeigten einen sehr leichten Anstieg auf zwei Prozent des normalen Niveaus. Es gebe keine Anzeichen für eine signifikante Erholung.
Sorge vor längerer Blockade des Internets
Unterdessen wachsen die Sorgen, dass das globale Internet im Iran noch lange gesperrt bleibt. Das Exilportal «Iranwire» berichtete am Freitag, die Blockade könnte bis zum persischen Neujahrsfest Ende März andauern. Das Portal berief sich auf Aussagen der Regierungssprecherin Fatemeh Mohadscherani. Gut informierten Kreisen in Teheran zufolge ist eine Entscheidung zwar noch nicht gefallen, es ist jedoch von mindestens zwei weiteren Wochen Sperre die Rede.
Iranische Sicherheitsbehörden hatten die Blockade am Abend des 8. Januar verhängt. Auslöser war der Beginn von Massenprotesten gegen das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik. Sicherheitskräfte gingen dabei gewaltsam vor. Iranische Menschenrechtsgruppen meldeten mehr als 3.400 Tote. Genaue Zahlen lassen sich wegen der Informationssperre kaum überprüfen. (sda/dpa)
