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13.12.2014; Goeteborg; Unihockey - WM Goeteborg 2014 - Schweden - Schweiz; Patrick Mendelin (L, SUI) gegen Johan Samuelsson (Carl Sandin/Bildbyran/freshfocus)

Immer einen Schritt zu spät: Patrick Mendelin hat gegen den Schweden Johan Samuelsson das Nachsehen. Bild: Carl Sandin/freshfocus

Schweden im Halbfinal unwiderstehlich 

Mit 1:10 aus der Halle gefegt: Den Schweizer Unihockeyanern bleibt nur das Spiel um Bronze

Die Schweiz spielt an der Unihockey-WM in Göteborg (Sd) wie erwartet um Bronze gegen Tschechien. Im Halbfinal gegen Gastgeber und Topfavorit Schweden wurde das Team von Trainer Petteri Nykky beim 1:10 und der höchsten WM-Niederlage aller Zeiten regelrecht vorgeführt.



Es hatte nicht davon ausgegangen werden können, dass die Schweizer ausgerechnet im 57. Vergleich und an deren Heim-WM die Schweden erstmals bezwingen würde. Aber zumindest etwas Widerstand hatte man sich erhoffen dürfen. Doch die Schweizer erhielten eine Lehrstunde; zumindest an einer WM waren sie von den Schweden schon lange nicht mehr in dieser Form ausgespielt worden.

Was sich bereits in den vergangenen Monaten und auch in den ersten vier WM-Partien angedeutet hatte, bestätigte sich: Der Abstand zwischen der Schweiz und der Weltnummer 1 hat sich nicht verkleinert, sondern wieder vergrössert. Am Ende kassierten die Schweizer ein «Stängeli». Nie davor hatte eine Schweizer Auswahl an einer WM höher verloren.

Miserabler Auftakt 

Bereits nach zweieinhalb Minuten lagen die Schweizer 0:2 hinten. Gerade beim 0:1 nach 115 Sekunden zeigte sich exemplarisch, wie überfordert die Auswahl von Swiss Unihockey an diesem Abend im fast ausverkauften Göteborger «Scandinavium» vor fast 11'000 Zuschauern war. Florian Kuchen (Köniz) liess sich im Vorwärtsgang von Kim Nilsson, dem bei den Grasshoppers in der NLA spielenden Starstürmer, den Ball abluchsen. Dieser bediente Patrik Malmström: 1:0.

13.12.2014; Goeteborg; Unihockey - WM Goeteborg 2014 - Schweden - Schweiz; Fans der schwedischen Mannschaft jubeln (Carl Sandin/Bildbyran/freshfocus)

Die Schweden durften ein «Stängeli» bejubeln. Bild: Carl Sandin/freshfocus

Im selben Stil ging es weiter. In der 12. Minute schloss Nilsson bereits das zweite schwedische Powerplay erfolgreich ab, mit einer eingeübten Freistoss-Variante zum 4:0. Den Rest hätten sich die beiden Mannschaften sparen können, die Entscheidung war zum fast frühestmöglichen Zeitpunkt gefallen. Auch ein Timeout von Nykky nach dem vierten und ein Torhüterwechsel (Martin Hitz für Pascal Meier) nach dem sechsten Gegentreffer änderte am einseitigen Spielgeschehen nichts.

Morgen Sonntag gegen Tschechien

Ebenfalls sinnbildlich: Den einzigen Treffer - in der 31. Minute durch Michael Zürcher - erzielten die Schweizer in doppelter Überzahl und ohne Torhüter, also mit der drei Feldspielern mehr als die Schweden.

Nach der Kanterniederlage bestreiten die Schweizer nicht wie erwünscht zum zweiten Mal nach 1998 den Final, sondern spielen wie an den vergangenen sieben Weltmeisterschaften um Bronze. Der Gegner lautet wie an vier dieser sieben Medaillenpartien Tschechien, das im zweiten Halbfinal gegen Finnland 3:6 verlor. Gegen die Tschechen spielten die Schweizer in Göteborg bereits in der Vorrunde. Mit etwas Glück schafften sie ein 2:2 unentschieden.

In den WM-Direktduellen um Bronze hat die Schweiz die Nase mit 3:1 Siegen vorne. Die einzige Niederlage kassierte die Schweiz vor vier Jahren in Helsinki (3:9). Zudem verlor die Schweiz vor zehn Jahren einen Halbfinal gegen den Erzrivalen, dies ausgerechnet an der Heim-WM in Kloten (3:5). Nimmt man die Leistungen an dieser WM zum Massstab, dann steigen die Tschechen als Favorit in die Partie. Im Halbfinal tankten die Schweizer zudem nicht gerade viel Selbstvertrauen ... (si)

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