«Wie Tiere im Zoo»: Tennis-Stars wehren sich gegen ständige Kameraüberwachung
Nur drei Games gewann Coco Gauff im Australian-Open-Viertelfinal gegen die Ukrainerin Elina Switolina. Die Nummer 3 der Welt tigerte nach dem Aus im Inneren der Rod Laver Arena umher und suchte sich einen Platz, an dem sie einen Moment für sich haben konnte. Als die 21-Jährige unbeobachtet war, zertrümmerte sie ihren Schläger. Allerdings dachte sie nur, dass sie hier nicht gesehen werden konnte: Eine Kamera hielt voll drauf und der Ausraster von Gauff verbreitete sich schnell.
Coco Gauff releases her frustrations after a disappointing defeat in the Australian Open quarter-finals 💥 pic.twitter.com/4Ur9jlxR0P
— TNT Sports (@tntsports) January 27, 2026
Das sorgt bei Gauff nun für weiteren Unmut. Aus ihrer Sicht ist es nicht nötig, dass die Stars an den grossen Turnieren stets von Kameras umgeben sind. Weil sie kein schlechtes Vorbild für die Kinder sein wollte, suchte die zweifache Grand-Slam-Gewinnerin extra einen Ort, an dem sie vermeintlich nicht zu sehen war. «Vielleicht sollten wir mal darüber reden. Ich habe das Gefühl, dass bei diesem Turnier der einzige private Ort die Umkleidekabine ist», sagte Gauff nach der Partie an der Pressekonferenz.
Die Polin Iga Swiatek zeigte sich auf die Szene angesprochen ebenfalls frustriert über die vielen Kameras: «Die Frage ist: Sind wir Tennisspieler? Oder sind wir Zootiere?» Sie nennt positive Beispiele wie in Wimbledon, wo es Orte gibt, an denen nur Spielerinnen und Spieler sowie ihre Teams hinkommen.
Aber es gibt Turniere, da sei so etwas nicht möglich. «Wir sollen auf dem Platz und in der Presse beobachtet werden. Das ist unser Job», stellt Swiatek klar, führt aber aus: «Es ist nicht unser Job, ein Meme zu sein, wenn man seine Akkreditierung vergisst.» Die Weltnummer 2 hatte vor einigen Tagen ihren Zugangsausweis vergessen und wurde dabei gefilmt, wie sie auf diesen wartete. «Ja, das ist lustig, die Leute haben etwas zu reden. Aber für uns ist das, denke ich, nicht notwendig», so Swiatek.
Zuspruch erhielt Gauff auch von Landsfrau Jessica Pegula, welche die Situation mit «Big Brother» verglich und sie als «verrückt» bezeichnete. Serena Williams stellte sich ebenfalls hinter Gauff und spasste: «Wenn du willst, zeige ich dir, wie du den Schläger in einem Schlag zertrümmerst.» (riz)
