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epa08579699 Juventus' president Andrea Agnelli on the grandstands during the Italian Serie A soccer match Juventus FC vs AS Roma at the Allianz stadium in Turin, Italy, 01 August 2020.  EPA/ALESSANDRO DI MARCO

Andrea Agnelli, Präsident von Juventus Turin und der Europäischen Klubvereinigung (ECA), trieb die Reform voran. Bild: keystone

Champions-League-Reform: Mehr Spiele, mehr Geld, mehr Ärger der Fans

Wenn bei der UEFA am Mittwoch die Champions-League-Reform bevorsteht, soll der Wettbewerb signifikant vergrössert werden. Für die Klubs ist es ein Kompromiss in schweren Zeiten, die organisierten Fans sind wieder einmal verärgert.



Welche Schlüsse zieht man aus einem extrem vollen Terminkalender mit zahlreichen englischen Wochen? Die UEFA wird diese Frage am Mittwoch voraussichtlich mit einer Reform der Champions League beantworten, die sich so zusammenfassen lässt: 36 statt 32 Teilnehmer, bis zu zehn statt sechs Vorrundenspieltage sowie insgesamt bis zu 100 zusätzliche Spiele. All dies wäre ab der Saison 2024/25 im immer dichteren Spielplan unterzubringen. Mehr Partien bedeuten in diesem Zusammenhang auch: mehr Geld.

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Vier zusätzliche Teilnehmer und bis zu 100 zusätzliche Spiele soll die CL-Reform bringen. Bild: IMAGO / motivio

In Zeiten leerer Stadien und Umsatzeinbussen dürften sich die UEFA-Pläne finanziell rechnen. Zudem wäre so eine geschlossene Super League für Europas Elite einstweilen vom Tisch.

Das auf dem Tapet stehende Modell bedeutet, dass die 36 Teilnehmer in einer Art Liga-Modus antreten und ihre zehn Spieltage gegen ausgewählte Gegner bestreiten. Analog zur grossen Reform, mit der die UEFA die EM von 16 auf 24 Teilnehmer aufstockte, drohen hier unübersichtliche Rechenspiele. Wie wird bestimmt, wer gegen wen antritt? Bringt jeder Sieg gleich viele Punkte? Wie verhindert man, dass ein Team auf Barcelona, Chelsea und Juventus Turin trifft, während ein anderes beispielsweise gegen Slavia Prag, AEK Athen und die Young Boys antreten darf? Das alles sind Fragen, die das UEFA-Exekutivkomitee beantworten muss.

Das Modell mit zehn Vorrundenspielen pro Team und einer K.o.-Runde mit 24 Mannschaften (die besten acht qualifizieren sich direkt für die Achtelfinals) bevorzugt die mächtige Klubvereinigung ECA. Der Zusammenschluss der europäischen Ligen plädiert für acht Gruppen-Spieltage, was 64 zusätzliche Partien bedeuten würde. «Wir müssen ehrlich sein und sagen, dass die Klubs mehr Einfluss haben», sagte jedoch bereits Lars-Christer Olsson von der Vereinigung European Leagues.

Als Argumente für die Reform sehen die Vereinsvertreter, dass der übliche Zugang über die nationalen Ligen erhalten bleibt. Durch das neue Modell wird zudem die Gruppenphase ersetzt, die in den vergangenen Jahren immer wieder in der Kritik stand, weil stets die gleichen Topteams weiterkamen und die Partien am vorletzten und letzten Spieltag häufig wertlos waren. Dass über die vier zusätzlichen Tickets Vereine für eine europäische Zehn-Jahres-Wertung belohnt werden können, minimiert für die grossen Vereine in schlechten Liga-Jahren das Risiko, einmal nicht in die Champions League zu kommen.

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Durch die vier zusätzlichen Plätze soll verhindert werden, dass Teams wie Liverpool (Platz 7 in Premier League) die Champions League verpassen. Bild: IMAGO / PA Images

Für die Fans ist der Umstand, dass eine undurchlässige Super League der Superreichen abgewendet zu sein scheint, bei weitem nicht genug. Die Initiative «ProFans» bezeichnete die beabsichtigten Änderungen am Montag als «einen Schlag ins Gesicht der Fans - und zwar europaweit». Die Folge werde sein, «dass noch mehr Spiele fan-unfreundliche Anspielzeiten erhalten werden und dass es mehr englische Wochen geben wird», schrieb die Organisation. Zuvor hatten sich andere Gruppen ähnlich geäussert.

Die «Geldmaschinerie» solle «noch viel ertragreicher laufen als bisher», prangerten die Fans an. Und tatsächlich werden die Forderungen der derzeit coronabedingt von den Rängen verbannten Fans nach mehr Chancengleichheit, weniger Spielen und weniger finanziellen Unterschieden mit den Plänen konterkariert. In dem ohne Winterpause durchspielenden England könnte das für Klubs wie Manchester City oder Liverpool bedeuten, dass man zusätzlich zu 38 Ligaspielen und zwei Cupwettbewerben auch noch bis zu 19 Champions-League-Spiele hätte. (nih/sda/dpa)

epa08226685 Dortmund's fans prior to the UEFA Champions League round of 16 first leg soccer match between Borussia Dortmund and Paris Saint-Germain  in Dortmund, Germany, 18 February 2020.  EPA/FRIEDEMANN VOGEL

Die Dortmunder Südtribüne vor dem Spiel gegen PSG. Die Initiative «ProFans» bezeichnet die Reform als «Schlag ins Gesicht der Fans». Bild: EPA

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