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Panini: Warum ich beim Einkleben der Bilder ziemlich enttäuscht wurde

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Diese 20 Nati-Spieler haben es ins Panini-Album zur EURO 2020 geschafft.Bild: keystone
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Warum ich als Panini-Fan beim Einkleben der ersten «Bildli» ziemlich enttäuscht wurde

29.03.2021, 15:2901.04.2021, 14:41

Für Fussball-Fans hat die fünfte Jahreszeit begonnen: Die Panini-Zeit. Seit dem letzten Samstag sind die Sticker und das Album zur «EURO 2020» erhältlich – es darf wieder gesammelt, geklebt und getauscht werden.

Je grösser die Vorfreude ist, desto höher sind aber auch die Erwartungen an die «Bildli»-Macher aus Modena. Und weil die Panini-Sammler seit jeher alle Veränderungen eher skeptisch beäugen, blieb auch bei der diesjährigen Ausgabe die Kritik nach Erscheinen des Albums nicht aus.

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Die neuen Sticker entfachen unter den Panini-Fans wie üblich hitzige Diskussionen. Bild: keystone

Dass die Bilder erstmals im Quer- statt im Hochformat daherkommen, wurde bei eingefleischten Panini-Fans im Kollegenkreis gar nicht geschätzt. Auch am restlichen Design gab es etwas auszusetzen: «Schlecht gephotoshopt», «viel zu überladen», «abgerundete Ecken im 21. Jahrhundert», «vertikal geschriebene Namen», «was soll diese Pearl Edition?» – kurz: An fast allem wurde rumgemeckert.

Wie üblich wurde auch die «exorbitante» Anzahl an Stickern kritisiert, die man benötigt, um das Album zu füllen. 678 sind es in diesem Jahr. Vor allem die grün umrahmten Halb-Sticker mit den voraussichtlichen Stammspielern sowie die 14 Coca-Cola-Bilder ganz hinten im Heft kamen bei meinen Panini-Freunden gar nicht gut an.

Die Halbsticker sind nicht überall beliebt.
Die Halbsticker sind nicht überall beliebt.bild: philipp Reich

Zudem muss man in diesem Jahr ganz feine Hände haben: Die Porträt-Sticker müssen – im Gegensatz zu den Wappen – nämlich auf einen orangefarbenen Rahmen geklebt werden. Vor allem für Kinder ist es fast ein Ding der Unmöglichkeit, die «Bildli» mehr oder weniger perfekt auf diesen zu platzieren, und so blitzt immer wieder der orange Hintergrund neben den Stickern hervor.

Zakaria wurde nicht perfekt auf den Rahmen geklebt.
Zakaria wurde nicht perfekt auf den Rahmen geklebt.bild: philipp reich

Mich persönlich stört das alles nicht – doch selbst ich als begeisterter Panini-Veteran habe für einmal etwas auszusetzen. Zum ersten Mal überhaupt fehlt bei den einzelnen «Bildli» nämlich die Angabe, bei welchem Klub der Spieler aktuell unter Vertrag steht. Ich bemerkte es erst beim Einkleben der ersten Bilder und war schnell ziemlich enttäuscht. Ihr fragt euch jetzt vielleicht: «Ist das wirklich so schlimm? Nicht ein bisschen gar viel ‹Mimimi›?»

Ein Leben in Panini-Alben – und ich werde weiter sammeln.
Ein Leben in Panini-Alben – und ich werde weiter sammeln.bild: philipp reich

Nein, ist es nicht. Für mich ging es beim Panini Sammeln seit jeher nicht nur darum, Päckchen zu öffnen, «Bildli» zu tauschen und das Album möglichst schnell zu füllen. Sondern vor allem darum, Details über die einzelnen Spieler und so auch über die Teams zu erfahren. Ein Panini-Album vermittelt so viel Wissen. Neben Grösse und Gewicht jedes Spielers war die Klubangabe mit Abstand das Wichtigste.

Warum? Ein Beispiel: Einem Waliser, der bei Juventus Turin spielt, schenke ich natürlich mehr Aufmerksamkeit als einem, der für den AFC Bournemouth kickt. Wie soll ein kleiner Knirps jetzt noch merken, wer der Star im Team (Aaron Ramsey) ist und wer nur ein Mitläufer (David Brooks).

Ramsey oder Brooks – wer ist hier der Superstar?
Ramsey oder Brooks – wer ist hier der Superstar?bild: philipp reich

Unfassbar viele spannende Fragen bleiben jetzt unbeantwortet: Spielt der Russe Mario Fernandes bei ZSKA oder Lok Moskau – oder doch beim FC Porto, wie es der Name vermuten lassen könnte? Kickt der Schotte John McGinn bei Celtic, den Rangers oder vielleicht gar in der Premier League? Spielen mehr Türken bei Galatasaray oder Fenerbahce? Und kickt eigentlich noch ein Österreicher in der heimischen statt in der deutschen Bundesliga?

Die beiden türkischen Panini-Goalies spielen weder bei Galatasaray noch bei Fenerbahce.
Die beiden türkischen Panini-Goalies spielen weder bei Galatasaray noch bei Fenerbahce.bild: philipp reich

Die Anzahl der Legionäre bei den kleineren Fussball-Nationen war stets ein Anzeichen dafür, wie stark die Mannschaft sein könnte. Je mehr Spieler in Top-Ligen engagiert sind, desto besser. Bei Finnland oder Nordmazedonien fehlt mir in diesem Jahr dabei jeglicher Anhaltspunkt. Ich weiss zwar, dass Teemu Pukki für Norwich City stürmt und Ezgjan Alioski bei Leeds United spielt. Beim Rest bleibe ich nun ratlos zurück.

Das ist extrem schade und völlig unverständlich. Platz hätte sich auf den extra grösser gestalteten «Bildli» ja sicher finden können. Beim letztjährigen Preview-Album, das Panini trotz der verschobenen EURO 2020 herausgegeben hat, waren die Klubinformation auch noch auf sämtlichen Stickern zu finden. Warum sie nun weggelassen wurden, bleibt ein grosses Fragezeichen – Panini hat auf meine Anfrage diesbezüglich (noch) nicht reagiert.

Nachtrag
Nach über einer Woche hat Panini doch noch auf meine Anfrage reagiert. «Aufgrund der Covid-Krise und dessen unvorhersehbaren Umständen haben wir bereits im Januar festgelegt welche Spieler Teil der Kollektion sein werden. Zu diesem Zeitpunkt war der Transfermarkt noch offen. Hätten wir diese Informationen mitgedruckt, wäre die Fehlerquote unseres Erachtens zu hoch gewesen. Daher mussten wir leider darauf verzichten», schreibt Product Manager Alejandra Ruppanner.
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