Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Berns Topscorer Mark Arcobello jubelt nach seinem Tor zum 1-0 im ersten Eishockey Playoff-Finalspiel der National League A zwischen dem SC Bern und dem EV Zug, am Donnerstag, 6. April 2017, in der PostFinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Überragender Mark Arcobello: Berns Topskorer erzielt im ersten Finalspiel gleich drei Tore. Bild: KEYSTONE

Bern deklassiert Zug zum Finalauftakt: «Nicht wie im Traum, aber ein gelungener Start»

Gleich mit 5:0 schoss der SC Bern den EV Zug aus der Halle. Beim ganzen Spektakel ging fast vergessen, dass gestern ein ganz Grosser des Schweizer Hockeys verabschiedet wurde.



Mark Arcobello, Berns Topskorer, entscheidet das erste Playoff-Finalspiel mit drei Toren fast im Alleingang. Lorbeeren weist er aber zurück: «Das war eine grossartige Teamleistung und nichts anderes.»

«Jetzt gönne ich mir eine halbe Stunde lang Freude und ein feines Getränk»

Mark Arcobello

Dass ihm im ersten Playoff-Final gegen den EV Zug der erste Hattrick in der Schweiz gelang, muss sich aber doch grossartig anfühlen, fast wie ein Traum. «Wie ein Traum? Nein, das sicher nicht. Aber es ist ein gelungener Start.» Die Tore seien ihm gelungen, weil die gesamte Mannschaft «von der ersten bis zur letzten Minute ausgezeichnet spielte».

Natürlich habe er sich persönlich gut gefühlt. Arcobello: «Aber das muss ja auch so sein. Schliesslich haben wir eine ganze Saison lang auf den Final hingearbeitet. Jetzt gönne ich mir eine halbe Stunde lang Freude und ein feines Getränk. Aber dann geht es weiter. Im Vordergrund steht, dass wir am Samstag in Zug die Leistung vom Donnerstag wiederholen können.»

Berns 5:0-Heimsieg ist das klarste Verdikt in einem ersten Playoff-Final seit der Einführung der Playoffs vor über 30 Jahren. Nur 2006 (Lugano - Davos 5:0), 1995 (Zug - Kloten 3:8) und 1986 (Lugano - Davos 5:0) gab es ebenfalls fünf Goals Unterschied. Und stets wurde das Team, welches den ersten Final derart klar gewann, anschliessend auch Meister.

abspielen

Arcobello erzielt das 5:0 und komplettiert somit den Hattrick. Video: streamable

Diaz: «Müssen über die Bücher»

Den Akteuren des EV Zug ist klar, dass «wir über die Bücher müssen» (Raphael Diaz). Für Diaz, Zugs Verteidigungsminister, war das 0:5 in Bern eine «bittere Niederlage». Die Berner hätten demonstriert, dass sie über einen enormen Erfahrungsvorsprung gegenüber Zug besitzen. Diaz: «Der SCB stieg mit enormem Selbstvertrauen ins Spiel. Wir müssen aggressiver spielen. Wir müssen über die Bücher. Wir müssen verhindern, dass Bern sich jedes Mal problemlos aus der eigenen Zone lösen kann. Wir haben viel zu analysieren bis am Samstagabend.»

«Wir sind naiv ins Messer gelaufen.»

Timo Helbling

Die Hoffnung ist bei den Zugern aber noch nicht gestorben. «Denn es spielt keine Rolle, ob du das erste Spiel mit 1:2 nach Verlängerung oder eben mit 0:5 verlierst», so Diaz. Und Timo Helbling – vor einem Jahr mit Bern Meister – stellte fest, dass sie «naiv ins Messer gelaufen sind. Wir haben jeden Zweikampf verloren. Aber wir sind besser als das. Das passiert uns nicht noch einmal.» Auch Reto Suri, ein weiterer Zuger Internationaler, stellte ernüchtert fest, dass «wir im ersten Spiel sehr, sehr viel falsch gemacht haben. Es muss gelingen, dass wir uns auf uns konzentrieren können. Das ist für die Fortsetzung der Serie von entscheidender Bedeutung.»

Servus Danny

Berns Sturmlauf und Arcobellos Klasse drängten einen bedeutenden Moment im Schweizer Hockey in den Hintergrund. Danny Kurmann (51) leitete seinen letzten Final. Der erste Schweizer Profi-Referee, während langen Jahren die unbestrittene Nummer 1 nicht nur unter den Schweizern Schiedsrichtern, beendet nach der Saison seine Karriere. Es ist nicht geplant, dass Kurmann nochmals in die Finalserie zurückkehrt.

Schiedsrichter Danny Kurmann waehrend dem Eishockey-Meisterschaftsspiel der National League A zwischen dem SC Bern und dem EV Zug, am Dienstag, 21. Februar 2017, in Bern. (KEYSTONE/Lukas Lehmann)

Danny Kurmann beendet seine Karriere. Bild: KEYSTONE

Kurmann, der WM-Finals leitete und bei Winterspielen mit den NHL-Legenden wichtige Spiele arbitrierte, verabschiedete sich nach der Partie von einzelnen Akteuren, ausserdem gab es Erinnerungsfotos. Tränen flossen keine. Kurmann war es nur Recht, dass seine letzte Finalpräsenz bloss eine Randnotiz blieb. «Die Bühne gehört den Spielern, nicht dem Schiedsrichter.» 

Telegramm

Bern – Zug 5:0 (2:0, 3:0, 0:0), Serie 1:0
17'031 Zuschauer (ausverkauft). - SR Eichmann/Kurmann, Castelli/Fluri.
Tore: 4. Arcobello (Moser, Rüfenacht) 1:0. 9. Plüss (Berger/Ausschluss Lasch!) 2:0. 22. Arcobello (Moser, Rüfenacht) 3:0. 25. Krueger (Lasch, Ebbett) 4:0. 38. Arcobello (Blum, Rüfenacht) 5:0.
Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Bern, 9mal 2 Minuten gegen Zug.
PostFinance-Topskorer: Arcobello; Martschini.
Bern: Genoni; Jobin, Krueger; Untersander, Blum; Andersson, Gerber; Kamerzin; Hischier, Plüss, Scherwey; Lasch, Ebbett, Bodenmann; Rüfenacht, Arcobello, Moser; Berger, Gagnon, Müller; Randegger.
Zug: Stephan; Helbling, Grossmann; Diaz, Morant; Schlumpf, Alatalo; Erni, Fohrler; Senteler, Immonen, Klingberg; Zangger, McIntyre, Lammer; Martschini, Holden, Suri; Peter, Diem, Schnyder.
Bemerkungen: Bern ohne Reichert, Noreau (beide verletzt) und Garnett, Zug ohne Järvinen und Markkanen (alles überzählige Ausländer). Timeout Zug (25.). (cma/sda)

12 kurze Witze zum Schweizer Eishockey

Abonniere unseren Newsletter

21
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
21Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • äti 07.04.2017 08:04
    Highlight Highlight #bringback hcd
    • Blitzableiter 07.04.2017 09:15
      Highlight Highlight Hcd wäre womöglich noch härter verprügelt worden.
  • länzu 07.04.2017 02:13
    Highlight Highlight Irgendwie schon sehr befremdlich, dass ein so verdienter Schiedsrichter wie Danny Kurmann einfach so aufhören muss. Habe kürzlich ein NHL-Spiel gesehen, bei dem ein Linesman sein letztes Spiel pfiff. Dort haben sich am Schluss sämtliche Spieler bei ihm bedankt und sich verabschiedet. Auch Danny Kurmann hätte eine offizielle Verabschiedung verdient gehabt. Ohne Schiris geht es ja nicht und er hat jahrelang einen ausserordentlich guten Job gemacht. Danke Danny Kurmann für alles und viel Gefreutes im weiteren Leben.
  • Darkside 06.04.2017 23:04
    Highlight Highlight Ziemlich fragwürdiger Auftritt der Zuger. Beim 2-0 hätte sich eine Plauschmannschaft auch nicht amateurhafter angestellt.
  • Bobo B. 06.04.2017 23:03
    Highlight Highlight Ha, ha. Die Zuger trösten sich mit ihrem ach so tollen Support. Verliererlatein vom Feinsten. "Zug singt, Bern gewinnt". Was besser ist, kann jeder für sich entscheiden...

    Hat der sagenhafte Mac-bin-ich-tired auch gespielt? Gesehen hat ihn nämlich niemand.
  • äti 06.04.2017 22:56
    Highlight Highlight Ohne HCD ist Hockey nur noch fade.
    • mukeleven 06.04.2017 22:58
      Highlight Highlight yeahi - ein geniesser mit klasse! 🎈
    • MARC AUREL 06.04.2017 23:04
      Highlight Highlight Nur Davos spielte noch fader! Deswegen sind sie ausgeschieden...
    • bobi 06.04.2017 23:11
      Highlight Highlight Davos hatte schlicht Angst vor Bern und deshalb absichtlich gegen Zug verloren... http:// ..
    Weitere Antworten anzeigen
  • Papa la Papp 06.04.2017 22:49
    Highlight Highlight Liebe Hockeyfreunde: heute war der Final der CH-Hockeyliga, Bern hat gewonnen und ist CH-Meister! Bravo und Gratulation!

    PS: Es sei denn Sie schlagen sich noch selber, denn Zug schafft das niemals ohne fremde Hilfe *kicher*
  • MARC AUREL 06.04.2017 22:46
    Highlight Highlight Was für ein Abend! Zug chancenlos gegen die Bären...
  • joe 06.04.2017 22:42
    Highlight Highlight Meine grösste Angst heute in der PFA war, dass sich Genonie erkältet!
    • chara 06.04.2017 22:45
      Highlight Highlight Wäutklass di Kommentar!!!
    • DerHans 06.04.2017 22:48
      Highlight Highlight 😂 Der kann sich das Duschen wohl sparen. Bern hat Zug in alle Einzelteile zerlegt. Mal schauen ob da noch eine Reaktion kommt.
    • bobi 06.04.2017 22:57
      Highlight Highlight Marc Lüthi hatte vorgesorgt. Beim Tor von Genoni lief jeweils die Eisheizung. Somit keine Sorgen, die Serie wird so weitergehen ;)
    Weitere Antworten anzeigen

Eismeister Zaugg

Der tiefere Grund für die SCB-Krise: Marc Lüthi ist zu mächtig geworden

SCB-Manager Marc Lüthi (59) sieht seit zwei Jahren tatenlos zu, wie sein Sportchef Alex Chatelain Sven Leuenbergers meisterliches Erbe ruiniert. Deshalb trägt er die Verantwortung für die missglückte Saison. Handelt er nicht, geht die sportliche Talfahrt ungebremst weiter.

Hier ist vom SC Bern die Rede. Einer der erfolgreichsten Hockey-Firmen ausserhalb der NHL. Jahresumsatz etwas mehr als 50 Millionen im Jahr. Die höchsten Zuschauerzahlen, Gastro- und Werbeeinahmen ausserhalb der NHL. Mit einer reichen Tradition und einer wunderbaren Leistungskultur. Das Bayern München des Hockeys. Die Ansprüche sind also hoch.

Nun hat der SCB die Playoffs verpasst. Ausreden gibt es keine. Die Schmach ist total: Lugano hat auf eigenem Eis gegen Ambri 1:4 verloren. Die Tessiner …

Artikel lesen
Link zum Artikel