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Bild: Keystone
Sean Simpson wird wieder Clubtrainer

«Ich wollte bleiben, aber die Meinungen über einzelne Vertragspunkte gingen auseinander»

Nach der WM in Weissrussland ist die Zeit von Sean Simpson als Trainer der Schweizer Eishockey-Nati zu Ende. Er hat bei einem ausländischen Club unterschrieben. Für den Verband geht es nun darum, einen Nachfolger zu finden.
03.03.2014, 13:1526.10.2015, 10:24
Sean Simpson erklärt im Interview, wie es zur Trennung gekommen ist.
«Es war eine schwierige Entscheidung. Natitrainer ist ein Traumjob.»
Sean Simpson

Sean Simpson wird das Schweizer Nationalteam nur noch an der WM im Mai in Minsk (Weissrussland) betreuen. Danach gehen der Kanadier und Swiss Ice Hockey nach vier Jahren getrennte Wege. Der Ende Saison auslaufende Vertrag wird nicht verlängert.

«Es ist manchmal so im Leben. Beide Seiten haben Kompromisse gemacht, trotzdem findet man aufgrund gewisser Vorstellungen nicht zueinander. Es ging nicht um den Lohn.»
Marc Furrer

Der Abgang von Simpson mag auf den ersten Blick überraschend kommen – umso mehr, weil beide Parteien nach dem Gewinn der WM-Silbermedaille im letzten Frühling immer wieder bekräftigten, dass sie gerne miteinander weiterarbeiten möchten.

Sean Simpson: «Wir waren seit meinen Ferien im Juli in Gesprächen über die Zukunft.»
Sean Simpson: «Wir waren seit meinen Ferien im Juli in Gesprächen über die Zukunft.»
Bild: Keystone

Nach dem frühen Ausscheiden (9. Rang) an den Olympischen Spielen in Sotschi liess Simpson aber erstmals durchblicken, dass es ihn wieder ins Klub-Eishockey zurückziehen würde.

«Die Visionen gingen auseinander.»
Sean Simpson

Monatelange Verhandlungen schlussendlich ohne Einigung

Nun lehnte Simpson das unterschriftsbereite Vertragsangebot des Schweizer Eishockey-Verbandes ab. Der Kanadier wird im Mai in der weissrussischen Hauptstadt letztmals an der Bande des Nationalteams stehen.

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Swiss Ice Hockey hätte den Vertrag mit Simpson gerne um vier weitere Jahre verlängert. Trotz intensiver Verhandlungen seit dem letzten Sommer gelang aber keine Einigung.

«Ich verstehe die Fans. Aber ich kann nicht einen Vertrag unterzeichnen, hinter dem wir nicht stehen können.»
Verbandspräsident Marc Furrer
«Es war ein langer Prozess», sagte Verbandspräsident Marc Furrer.
«Es war ein langer Prozess», sagte Verbandspräsident Marc Furrer.
Bild: Keystone

Nun müssen Präsident Marc Furrer und seine Verwaltungsratskollegen «Plan B» aktivieren, von dem Furrer bereits in Sotschi sprach, und einen neuen Nationaltrainer suchen. Dessen Nationalität sei zweitrangig, wichtiger sei, dass er das Schweizer Eishockey kenne.

«Wir haben bereits Kontakte aufgenommen. Aber da werden Sie von mir heute und in den nächsten Tagen und Wochen nichts hören.»
Marc Furrer

Die vierjährige Ära Simpson war geprägt von Auf und Abs. Nach einem erfolgreichen Start an der WM 2010 in Deutschland (5.) verpasste das Nationalteam unter Simpson zweimal die Viertelfinals.

Der grösste Moment als Natitrainer: Sean Simpson coacht die Schweiz zu WM-Silber 2013.
Der grösste Moment als Natitrainer: Sean Simpson coacht die Schweiz zu WM-Silber 2013.
Bild: Keystone
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In Stockholm vor einem Jahr verblüfften die Schweizer dann die gesamte Schweizer Sportwelt. Simpson führte die Nationalmannschaft in den WM-Final und sorgte damit für das wertvollste WM-Ergebnis in der Geschichte des Schweizer Eishockeys.

«Die Silbermedaille wird für immer in Erinnerung bleiben. Schade, dass wir verloren haben.»
Sean Simpson

In Sotschi folgte wieder ein Rückschlag. Die 1:3-Niederlage gegen Lettland in den Achtelfinals bedeutete an den Olympischen Spielen Endstation.

Bitter: Als Vizeweltmeister scheitert die Schweiz in Sotschi bereits im Achtelfinal.
Bitter: Als Vizeweltmeister scheitert die Schweiz in Sotschi bereits im Achtelfinal.
Bild: Keystone

Simpsons Zukunft bereits geklärt

Dank dem Einzug in den WM-Final wurde Simpson im Dezember zum «Trainer des Jahres» gewählt. Nun wird der bald 54-jährige, in Grossbritannien geborene Kanadier wieder einen Klub übernehmen.

«Nein.»
Sean Simpson auf die Frage, ob er zu seinem neuen Arbeitgeber schon etwas sagen könne. 

Simpson sagte, er habe bei einem ausländischen Club bereits unterschrieben. Sein neuer Arbeitgeber wolle den Vollzug Ende Saison bekanntgeben. Verschiedenen Medienberichten zufolge soll Simpson, der sich als Spieler nie auf höchster Ebene hatte durchsetzen können, unter anderem Offerten aus Deutschland (Mannheim) und der KHL (Slovan Bratislava) haben.

Adler Mannheim-Manager Teal Fowler lobte Sean Simspon vor kurzem überschwänglich: «Sean hatte in seiner Karriere überall Erfolg. Er ist einer der Besten.» Gleichzeitig schränkte der Manager ein: «Wenn er auf den Markt kommt, werden wir nicht der einzige Verein sein, der sich seine Dienste sichern will.»

Nicht nur als Schweizer Nationaltrainer, sondern davor auch als Klubtrainer hatte Simpson zahlreiche Erfolge gefeiert. Mit Zug und München wurde er Meister, mit den ZSC Lions gewann er 2009 die Champions League und den Victoria Cup.

Simpson mit dem Pokal der Champions League.
Simpson mit dem Pokal der Champions League.
Bild: Keystone

Die Triumphe mit den Zürchern führten dazu, dass er nach den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver von Swiss Ice Hockey als Nachfolger von Ralph Krueger engagiert wurde. (syl/ram/si)

«Ich wurde immer fair behandelt und möchte mich vor allem bei den Fans bedanken. Jedes Turnier war eine grossartige Erfahrung.»
Sean Simpson
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