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Switzerland's goaltender Reto Berra, top, is celebrated by his teammates, from left, Martin Pluess, Julien Vauclair, Nino Niederreiter and Simon Bodenmann, after their victory over USA, during the IIHF Ice Hockey World Championships semifinal match Switzerland vs USA at the Globe Arena in Stockholm, Sweden, on Saturday, 18 May 2013. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Goalie-Polemik

Mit Reto Berra wären wir wohl Weltmeister geworden

Vor der Finalrevanche gegen Schweden dürfen wir es endlich sagen: Wir haben WM-Gold 2013 auch wegen Martin Gerber verloren.



Nun ist genug Zeit ins Land gezogen. Die silberne Anstandsfrist ist um. Jetzt dürfen ein wenig über das WM-Finale polemisieren. Reto Berra hatte uns mit einem «Shutout» gegen die USA ins Finale gehext (3:0). Dort verloren wir mit Martin Gerber im Tor 1:5. Bei ausgeglichenem Schussverhältnis (27:27).

Ja, Martin Gerber war ein Hauptgrund für die Finalpleite nach einer 1:0 Führung. Er wehrte nur etwas mehr als 80 Prozent der Schüsse ab. Auch übers ganze Turnier gerechnet war Reto Berra (96,72 Prozent Fangquote) bei vier Einsätzen besser als Martin Gerber, der in sechs Partien auf 92,31 Prozent kam. Die logische Folge: Reto Berra spielt jetzt in der NHL (Calgary). Martin Gerber nur noch für die Kloten Flyers.

Der Schweizer Eishockey Nationaltorhueter Martin Gerber liegt verletzt auf dem Eis, an der Arosa Challenge zwischen der Schweiz und Norwegen am Freitag, 20. Dezember 2013, in Arosa. Die Baenderverletzung, die sich Nationalgoalie Martin Gerber am Vierlaenderturnier in Arosa zugezogen hat, ist gravierender als angenommen. Gerber faellt rund einen Monat aus. (KEYSTONE/Arno Balzarini)

Martin Gerber machte im Schweizer Tor zuletzt nicht immer eine gute Figur. Bild: KEYSTONE

Eine hockeytechnische Gotteslästerung

Nationaltrainer Sean Simpson mag es nicht, wenn der verlorene WM-Final von 2013 nun wieder thematisiert wird. «Der WM-Final in Schweden ist vorbei. Alles beginnt wieder von vorne. Wir sind jetzt in Sotschi!» Sorry, aber es muss sein: Wir spielen am Freitag um 13.30 Uhr (Schweizer Zeit) wieder gegen Schweden.

Also: Die Frage, ob wir mit Reto Berra anstelle von Martin Gerber im Tor die Schweden besiegt hätten und Weltmeister geworden wären, ist nie öffentlich debattiert worden. Weil es eine Kritik an Silber-Nationaltrainer Sean Simpson gewesen wäre. Der Trainer des Jahres 2013. Nach dem grössten Erfolg aller Zeiten eine hockeytechnische Gotteslästerung. Eine solche Hockey-Sünde wollte niemand begehen. 

Diese unglaublichen Parade von Reto Berra ging um die ganze Welt. Video: Youtube/NHL

Polemik wäre ungerecht gewesen

Hinterher ist jeder klüger. Hätte Sean Simpson mit Reto Berra im Tor das Finale verloren, so hätte es geheissen: Was für eine Fehlentscheidung! Er hätte den ausgeruhten Martin Gerber bringen müssen!

Der Emmentaler hatte doch die ganze Saison in Schweden gespielt und war mit dem Wesen und Wirken der Skandinavier vertraut! Und wir hatten mit ihm das WM-Startspiel gegen Schweden gewonnen! Welch eine Torheit, das Finale mit Reto Berra zu bestreiten!

Jetzt spielt Berra gegen Schweden

Nun spielen die Schweizer die Finalrevanche mit Reto Berra im Tor. Jonas Hiller, der uns mit einer Weltklasseleistung das 1:0 gegen Lettland ermöglicht hat, darf von der Bank aus zuschauen. Wie bei der WM in Schweden pausiert also unsere Nummer 1 nach einer Partie ohne Gegentreffer.

Wenn wir mit Reto Berra die Schweden besiegen sollten, dann dürfen wir schon noch einen Augenblick ans verlorene WM-Finale zurückdenken. Und sagen: Ja, mit Reto Berra wären wir wohl Weltmeister geworden.

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