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Die ZSC Lions drehen die Partie in Biel.
Die ZSC Lions drehen die Partie in Biel.Bild: keystone

ZSC und Davos ziehen den Kopf in Extremis aus der Schlinge – Fribourg im Halbfinal

02.04.2022, 23:47

Biel – ZSC Lions 1:3

Serie 3:3

Die ZSC Lions melden sich in der Serie gegen Biel zurück. Die Zürcher gleichen die Viertelfinalserie mit einem glückhaften 3:1-Auswärtssieg zum 3:3 aus.

53 Minuten lang sah der EHC Biel wie ein Halbfinalist aus. Die Seeländer führten dank eines Blitzstarts – Damien Brunner erzielte nach 39 Sekunden das Tor – mit 1:0. Die ZSC Lions schienen auf diesen Rückstand einfach nicht reagieren zu können. Biel erspielte sich die klar besseren Möglichkeiten. Bis Mitte des Schlussabschnitts hätte der EHCB längst 2:0 oder 3:0 führen können.

Auf der anderen Seite gelang dem Zürcher SC lange wenig. Die Rechnung der Zürcher schien überhaupt nicht aufzugehen. Die ZSC Lions wollten die Partie in Biel aus einer soliden Defensive heraus in Angriff nehmen. Dann liessen sich die Zürcher aber in der ersten Minuten übertölpeln: Sie liessen sich zuerst überlaufen, dann wehrte Goalie Jakub Kovar ungenügend gegen vorne ab, und schliesslich standen die Zürcher Hinterleute viel zu weit von Damien Brunner entfernt. Rikard Grönborg, der Zürcher Headcoach, haderte mit dem Geschehen auf dem Eis. Positive Energie strahlten bis zur 54. Minute nicht mehr viele Zürcher aus.

Dennoch gelang Grönborg der entscheidende Schachzug. Der Schwede, der die Kräfte seiner Stars forcierte, schickte Denis Hollenstein ab der 30. Minute aus der dritten Linie in die zweite Sturmlinie zu Sven Andrighetto und Denis Malgin. Hollenstein erzielte im neuen Block in der 54. und der 55. Minute innerhalb von 94 Sekunden die Goals vom 0:1 zum 2:1. Biel boten sich danach noch zwei, drei vorzügliche Ausgleichschancen. Reto Schäppi machte mit einem Schuss ins leere Tor fünf Sekunden vor Schluss alles klar für Spiel 7 am Montag im Hallenstadion.

Biel - ZSC Lions 1:3 (1:0, 0:0, 0:3)
6521 Zuschauer (ausverkauft). - SR Lemelin/Kaukokari, Fuchs/Kehrli. -
Tore: 1. (0:39) Brunner (Cunti) 1:0. 54. (53:08) Hollenstein (Noreau) 1:1. 55. (54:46) Hollenstein (Andrighetto) 1:2. 60. (59:55) Schäppi 1:3 (ins leere Tor). -
Strafen: 1mal 2 Minuten gegen Biel, 6mal 2 Minuten gegen ZSC Lions. - PostFinance-Topskorer: Rajala; Andrighetto.
Biel: Schikin; Rathgeb, Grossmann; Jakovenko, Fey; Schneeberger, Forster; Delémont; Hischier, Haas, Rajala; Brunner, Cunti, Künzle; Hofer, Sallinen, Hügli; Indrasis, Froidevaux, Kessler; Schläpfer.
ZSC Lions: Kovar; Noreau, Marti; Phil Baltisberger, Geering; Weber, Kivistö; Trutmann; Azevedo, Krüger, Bodenmann; Pedretti, Malgin, Andrighetto; Chris Baltisberger, Sigrist, Hollenstein; Aeschlimann, Schäppi, Diem; Sopa.
Bemerkungen: Biel ohne Stampfli, van Pottelberghe (beide verletzt), Korpikoski (überzähliger Ausländer) und Lööv (krank), ZSC Lions ohne Morant (verletzt), Quenneville und Roe (beide überzählige Ausländer). Biel von 58:32 bis 59:55 ohne Torhüter.

Rapperswil – Davos 2:3 n.V.

Serie 3:2

Mit zwei Toren in den letzten gut zwei Minuten wendet der HC Davos in Rapperswil-Jona das Saisonende in extremis ab. Sie haben nun am Montag zuhause die Chance, die Viertelfinal-Serie auszugleichen.

Die Rapperswil-Jona Lakers bestanden ihre Reifeprüfung trotz eines lange dominanten Auftritts (noch) nicht. 2:03 Minuten vor dem Ende führten die Rapperswiler in der mit 6100 Zuschauern ausverkauften Heimarena am Zürichsee mit 2:0 und schienen auf dem besten Weg zu einem klaren Sieg in der Serie gegen den Rekordmeister und dem dritten Halbfinal-Einzug der Vereinsgeschichte.

Matej Stransky im Powerplay und nur 39 Sekunden später der Captain und PostFinance-Topskorer Andres Ambühl (bereits ohne Torhüter) nützten aber die letzte Chance der Davoser zum 2:2-Ausgleich. In der zweiten Verlängerung sorgte ausgerechnet Kristian Pospisil in der 84. Minute sogar noch für den Sieg, dank dem die Bündner auch den zweiten Matchball abwehrten und in der Serie nur noch mit 2:3 Siegen im Rückstand liegen. Pospisil spielte nur, weil Magnus Nygren gesperrt war.

Es war ein üppiger Lohn für eine vor allem offensiv bescheidene Leistung. HCD-Goalie Sandro Aeschlimann wehrte in den regulären 60 Minuten 41 Schüsse ab und musste sich nur durch Nico Dünner (30.) und Dominic Lammer (49.) – beide Male im Powerplay – bezwingen lassen. Auf der anderen Seite hatte Melvin Nyffeler mit 22 abgewehrten Schüssen deutlich weniger Arbeit.

Die Niederlage wird die Lakers unheimlich schmerzen. Lange hatten sie alles im Griff. Sie gingen mit ihren Chancen jedoch zu fahrlässig um und hatten bei insgesamt sieben (!) Schüssen an den Pfosten oder die Latten – inklusive eines Abschlusses, der nach Begutachtung des Videos die Torlinie um maximal einen Millimeter nicht vollständig überquert hatte – auch einiges Pech.

Rapperswil-Jona Lakers - Davos 2:3 (0:0, 1:0, 1:2, 0:0, 0:1) n.V.
6100 Zuschauer (ausverkauft). - SR Piechaczek/Dipietro, Steenstra/Burgy. -
Tore: 30. Dünner (Kossila/Powerplaytor) 1:0. 49. Lammer (Zangger, Profico/Powerplaytor) 2:0. 58. (57:57) Stransky (Powerplaytor) 2:1 (ohne Torhüter). 59. (58:36) Ambühl (Dominik Egli) 2:2 (ohne Torhüter). 84. (83:21) Pospisil 2:3. -
Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Rapperswil-Jona Lakers, 8mal 2 Minuten gegen Davos. - PostFinance-Topskorer: Wetter; Ambühl.
Rapperswil-Jona Lakers: Nyffeler; Aebischer, Djuse; Jelovac, Profico; Vouardoux, Sataric; Maier; Lammer, Albrecht, Cervenka; Eggenberger, Kossila, Brüschweiler; Wick, Dünner, Moses; Zangger, Lehmann, Wetter; Neukom.
Davos: Aeschlimann; Paschoud, Jung; Dominik Egli, Wellinger; Zgraggen, Barandun; Heinen; Stransky, Rasmussen, Bromé; Ambühl, Corvi, Pospisil; Frehner, Chris Egli, Schmutz; Wieser, Prassl, Canova; Nussbaumer.
Bemerkungen: Rapperswil-Jona Lakers ohne Forrer, Mitchell und Rowe (alle verletzt), Davos ohne Simic, Stoop (beide verletzt) und Nygren (gesperrt). Davos von 56:35 bis 57:57 und 58:12 bis 58:36 ohne Torhüter.

Fribourg – Lausanne 5:4 n.V.

Serie 4:1

Killian Mottet schiesst den HC Fribourg-Gottéron nach 78:12 Minuten zum 5:4 nach Verlängerung gegen Lausanne und wie zuletzt 2014 in die Halbfinals.

Lausannes Captain Lukas Frick wurde nach einer hektischen, intensiven ersten Verlängerung zur tragischen Figur. Frick, der in der regulären Spielzeit Lausanne noch 4:3 in Führung gebracht hatte, leistete sich vor dem eigenen Gehäuse einen kapitalen Scheibenverlust. David Deharnais, noch ohne Torerfolg in den Playoffs in der National League, bediente Killian Mottet, der Goalie Tobias Stephan keine Abwehrchance liess. Drei der fünf Partien endeten in einer Overtime; Gottéron gewann zwei davon und so die Serie.

Vor der dritten Verlängerung in dieser Serie lieferten sich die Freiburger und Waadtländer eine Bataille auf Augenhöhe. Zweimal führte Fribourg-Gottéron, 1:0 und 2:1, während 4:44 Minuten. Zweimal führte aber auch der Lausanne Hockey Club, 3:2 und 4:3, während 13:54 Minuten.

Von Bedeutung waren erneut die «special teams», also das Über- und Unterzahlspiel. In den ersten vier Partien hatte Lausanne im Powerplay nie getroffen: 0 Tore und zwei Gegentreffer aus 15 Überzahlchancen. In Freiburg trafen die Waadtländer endlich mit einem Mann mehr auf dem Eis: Martin Gernat gelang für Lausanne das 2:2 und Lukas Frick später noch das 4:3.

Aber: Wieder hielt sich Gottéron dank der Spezial-Situationen im Spiel. Die Freiburger erzielten sämtliche vier Tore mit einem Mann mehr auf dem Eis. Chris DiDomenico war an allen vier Powerplay-Toren beteiligt. Aus dem ersten vier Powerplay-Chancen machte Gottéron durch Julien Sprunger, DiDomenico (2) und Killian Mottet vier Tore.

Fribourg-Gottéron - Lausanne 5:4 (1:1, 2:2, 1:1, 1:0) n.V.
8934 Zuschauer (ausverkauft). - SR Stricker/Tscherrig, Obwegeser/Cattaneo.
Tore: 15. (14:10) Sprunger (Gunderson, DiDomenico/Powerplaytor) 1:0. 16. (15:36) Frick (Paré) 1:1. 21. (20:41) DiDomenico (Desharnais, Mottet/Powerplaytor) 2:1. 24. Gernat (Kenins, Genazzi/Powerplaytor) 2:2. 26. Gernat (Kenins, Fuchs) 2:3. 37. DiDomenico (Desharnais, Mottet/Powerplaytor) 3:3. 44. Frick (Fuchs/Powerplaytor) 3:4. 47. Mottet (Gunderson, DiDomenico/Powerplaytor) 4:4. 79. (78:12) Mottet (Desharnais) 5:4. -
Strafen: 9mal 2 Minuten gegen Fribourg-Gottéron, 7mal 2 plus 5 Minuten (Gernat) gegen Lausanne. - PostFinance-Topskorer: DiDomenico; Bertschy.
Fribourg-Gottéron: Berra; Gunderson, Jecker; Sutter, Furrer; Diaz, Dufner; Chavaillaz; Marchon, Desharnais, Mottet; Sprunger, Schmid, DiDomenico; Rossi, Walser, Jörg; Brodin, Haussener, Bykow; Bougro.
Lausanne: Stephan; Glauser, Genazzi; Marti, Gernat; Heldner, Frick; Krueger, Baumgartner; Paré, Emmerton, Sekac; Riat, Jäger, Bozon; Bertschy, Fuchs, Kenins; Krakauskas, Maillard, Arnold.Bemerkungen: Fribourg-Gottéron ohne Rantakari (überzähliger Ausländer).

(zap/sda)

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25 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Liebu
03.04.2022 00:14registriert Oktober 2020
Cooler Playoff Abend mit spannenden engen Serien.
Der Z und Davos haben ihre Siege Dank ihren Torhütern und teilweise auch dem Unvermögen des Gegners die Partie vorzeitig zu entscheiden geholt und bleiben damit noch im Geschäft.
Die Drachen sind jetzt auch schon in den Halbfinals und warten wie Zug, wer der Gegner sein wird. In Zürich wird es Montags klar, in Davos nur vielleicht.
Freuen wir uns auf Montag und hoffentlich wieder spannenden und fairen Spielen.
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bullygoal45
03.04.2022 00:02registriert November 2016
Bitter bitter bitter.. 😐😐😐.. Ich weiss gar nicht was sagen..Bieler, ich fühle mit euch..
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Ranger55
03.04.2022 10:36registriert April 2018
Hatte MySports gestern die TV Rechte an das Regional TV Landwassertal abgetreten? Gefühlte 50 x das Comeback von Paschuod, gefühlte 100 x die Erwähnung von Canova, dass er Eiszeit bekommt als Rechtfertigung für seinen Check? usw usw. Für mich ein No Go, dass ein Ex-Davoser diese Serie kommentieren darf. Objektives und neutrales Kommentieren sieht definitiv anders aus…
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