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Eishockey-WM: Stadt Riga verärgert im Streit um Belarus-Flagge die IIHF

epa09225525 The white-red-white flag of Belarus used by the Belarusian opposition flies next to national flags of participiantes in IIHF World Ice Hockey Championships in Riga, Latvia, 24 May 2021. Be ...
In Riga weht nicht mehr die offizielle Flagge von Belarus, sondern jene, die die Opposition verwendet.Bild: keystone

WM-Gastgeber Riga verärgert die IIHF – um dieses Stück Stoff geht es

Die Eishockey-WM 2021 steht weiter unter einem schlechten Stern. Nachdem Co-Gastgeber Minsk das Turnier weggenommen wurde, sorgt die Politik von Belarus erneut für Probleme.
25.05.2021, 14:5425.05.2021, 15:29

Sportlich ist es eine Eishockey-WM der grossen Überraschungen. Abseits der Eisflächen hingegen bleibt die WM 2021 ein Turnier, das von Streitigkeiten begleitet wird.

Grund dafür ist WM-Teilnehmer Belarus. Eigentlich hätte es mit Minsk (gemeinsam mit Riga) das Turnier veranstalten sollen. Nach Protesten und Drohungen von Sponsoren hatte der Weltverband IIHF jedoch beschlossen, die Weltmeisterschaften einzig in der lettischen Hauptstadt Riga auszutragen. In Belarus, das früher Weissrussland hiess, herrschen seit Monaten politische Unruhen. Diktator Alexander Lukaschenko bekämpft die Opposition mit eiserner Faust.

Sanktionen nach Flugzeugentführung

Am Sonntag sorgte der belarussische Präsident erneut weltweit für Aufsehen. Er liess eine Ryanair-Maschine, die von Athen aus in Richtung Vilnius (Litauen) unterwegs war, in Minsk zwischenlanden. Grund für die Aktion, die für viele eine Entführung ist: An Bord des Flugzeugs befand sich Roman Protassewitsch, ein oppositioneller Blogger und Aktivist. Seine Partnerin und er wurden bei der Landung in Minsk festgenommen.

Als Reaktion darauf beschloss die Europäische Union schon am Montagabend weitreichende Sanktionen gegen Belarus. «Dieses ungeheuerliche Verhalten bedarf einer starken Antwort», stellte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen klar.

Rigas Solidarität mit der Bevölkerung von Belarus

Auf das ungewöhnliche Vorgehen von Belarus reagierte auch die Stadt Riga. Sie tauschte die offiziellen belarussischen Flaggen, die wie diejenigen der anderen Teilnehmerländer der Eishockey-WM in der Stadt hängen, aus. Bürgermeister Martins Stakis liess sie durch jene weiss-rot-weisse Flagge ersetzen, welche die Opposition als ihr Zeichen auserkoren hat. Das sei als Zeichen der Solidarität mit den Bürgern von Belarus zu verstehen.

Belarusian President Alexander Lukashenko, left, greets International Ice Hockey Federation President Rene Fasel during their meeting in Minsk, Belarus, Monday, Jan. 11, 2021. (Nikolai Petrov/BelTA Po ...
Zu Besuch beim Diktator: Fasel (rechts) im Januar bei einem Treffen mit Lukaschenko in Minsk.Bild: keystone

Dies rief die IIHF auf den Plan. In einem Brief an Stakis brachte der Präsident, der Schweizer René Fasel, seine Verwunderung zum Ausdruck. «Sie haben die Flagge des IIHF-Mitglieds Belarus an mehreren Orten Rigas entfernt und verlauten lassen, dass diese für ein terroristisches Regime stehe», heisst es im Schreiben. «Wir rufen Sie deshalb dazu auf, die IIHF-Flaggen und jene mit dem WM-Logo ebenfalls zu entfernen», so Fasel weiter. Die IIHF sei den Statuten gemäss ein politisch neutraler Sportverband.

Belarus team player celebrate victory after the Ice Hockey World Championship group A match between the Sweden and Belarus at the Olympic Sports Center in Riga, Latvia, Sunday May 23, 2021. (AP Photo/ ...
Sensation: Belarus feiert den Sieg über Schweden.Bild: keystone

Doch es gebe, so Fasel, auch noch eine andere Lösung. «Sie können selbstverständlich die offizielle Flagge von Belarus wieder aufhängen, so dass wie zu Beginn des Turniers die 16 teilnehmenden Nationen repräsentiert werden.» Auf seiner Website schreibt der Verband ausserdem, man müsse die Handlungen der Regierung vom Auftritt der Sportler trennen. Diese seien als Gäste in Lettland. Entferne man ihre Flagge, stehe dies in direktem Widerspruch zum Slogan des Gastgeberlands: «Passion. No Borders» («Leidenschaft. Grenzenlos»).

«Haben uns für eine Seite zu entscheiden»

Rigas Bürgemeister Stakis änderte seine Meinung jedoch nicht. «Wir haben uns für eine der beiden Seiten zu entscheiden», liess er verlauten, «für ein nach Freiheit strebendes Volk oder für einen Diktator.» Die Flagge der Opposition bleibe. «Wir werden damit fortfahren, die IIHF-Flaggen zu entfernen», so Stakis.

In den zwei WM-Stadien wird weiterhin die offizielle Flagge von Belarus zu sehen sein. Sportlich geht es für die Auswahl aus dem Lande Lukaschenkos, die mit einem 1:0-Sieg über Schweden für Aufsehen gesorgt hat, am Mittwoch mit dem Gruppenspiel gegen Grossbritannien weiter. Auf die bislang sehr überzeugende Schweizer Nationalmannschaft trifft Belarus am Sonntag.

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